Ein gelungener Coiffeurbesuch beginnt nicht erst im Salon, sondern bereits zu Hause. Viele Kunden wissen, was sie sich von ihrem neuen Haarschnitt oder ihrer neuen Farbe erhoffen. Doch was wünschen sich eigentlich die Haarprofis von ihren Kunden? Drei Coiffeure aus Zürich verraten, welche Verhaltensweisen sie schätzen und welche sie lieber vermeiden würden, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Wichtige Erkenntnisse
- Saubere Haare sind oft ideal, aber nicht vor jeder Behandlung.
- Mehrere Referenzbilder helfen dem Coiffeur, Ihre Wünsche zu verstehen.
- Ehrlichkeit über frühere Haarbehandlungen ist entscheidend für das Ergebnis.
- Vermeiden Sie Alkohol vor dem Bleichen, um die Kopfhaut zu schonen.
- Tragen Sie bequeme Kleidung, die auch Farbspritzer verträgt.
Vorbereitung ist alles: Haare waschen und Alkohol vermeiden
Die richtige Vorbereitung der Haare spielt eine grosse Rolle für das Endergebnis. Marc Menden, Inhaber von Mad Hairstyling in Zürich, empfiehlt, 24 Stunden vor dem Termin die Haare zu waschen. Dies gilt besonders, wenn die Haare trocken geschnitten werden. So kann der Coiffeur die natürliche Fallrichtung und Struktur der Haare im Alltag besser beurteilen.
Es gibt jedoch Ausnahmen. Larissa Ott von Blushblond erklärt, dass man vor einer Ansatzfarbe oder Blondierung die Haare nicht waschen sollte. Der natürliche Säureschutzmantel der Kopfhaut braucht etwa 72 Stunden, um sich vollständig zu regenerieren. Dieser Schutz ist wichtig, um die Kopfhaut vor den chemischen Einflüssen der Farbe oder Blondierung zu schützen und Brennen zu vermeiden.
Faktencheck: Alkohol und Kopfhaut
- Vor einer Blondierung oder chemischen Behandlung sollten Sie auf Alkohol verzichten.
- Alkohol kann die Kopfhaut empfindlicher machen.
- Die Chemikalien können sonst stärker brennen.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Alkoholkonsum. Ähnlich wie vor dem Tätowieren, rät Marc Menden dringend davon ab, vor dem Bleichen der Haare Alkohol zu trinken. Alkohol kann die Kopfhaut empfindlicher machen, was dazu führen kann, dass die Chemikalien stärker brennen und Reizungen verursachen.
Kommunikation im Salon: Bilder sagen mehr als tausend Worte
Eine klare Kommunikation zwischen Kunde und Coiffeur ist der Schlüssel zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Oft bringen Kunden ein einzelnes Bild mit, das ihren Wunsch-Look zeigt. Marc Menden betont jedoch: „Ein Bild ist kein Bild.“ Er rät dazu, eine ganze Reihe von Fotos mit ähnlichen Stilen mitzubringen, die einem gefallen. Das gibt dem Coiffeur ein umfassenderes Verständnis für die gewünschte Ästhetik.
Kadina Lapis von Lapis Beauty stimmt dem zu. Sie liebt Fotos, da sie ihr helfen, die Vorstellungen der Kundin besser zu verstehen und zu besprechen, was realistisch umsetzbar ist und was nicht. Auch Larissa Ott freut sich über Bilder, selbst bei Stammkunden. Manchmal zeigt sie ihren Kunden sogar selbst Ideen, wenn sie das Gefühl hat, ein Look würde perfekt passen.
„Bei genauen Vorstellungen kann ich die Kundin besser abholen und besprechen, was möglich ist – aber auch, was nicht.“
Kadina Lapis, Hairstylistin und Inhaberin von Lapis Beauty
Was gefällt Ihnen nicht?
Nicht nur, was gefällt, ist wichtig. Marc Menden schätzt es, wenn Kunden auch Bilder von Schnitten mitbringen, die ihnen überhaupt nicht gefallen. Dies hilft den Coiffeuren, den Geschmack und die Präferenzen des Kunden noch besser einzuschätzen. Auch Fotos von sogenannten „Bad Hair Days“, an denen die Frisur einfach nicht sitzen wollte, können wertvolle Informationen liefern.
Kleidung und Ehrlichkeit: Wohlfühlen und Vertrauen schaffen
Der Coiffeurbesuch sollte auch eine entspannte Erfahrung sein. Dazu gehört die richtige Kleidungswahl. Kadina Lapis weist darauf hin, dass im Salon mit Chemikalien gearbeitet wird. Es kann immer passieren, dass etwas spritzt. Deshalb rät sie: „Dein bestes Oberteil solltest du also bitte nicht anziehen.“ Larissa Ott ergänzt, dass dies auch für sie weniger Stress bedeutet, falls bei einer Farb- oder Blondierungsbehandlung etwas danebengeht.
Trotzdem ist es wichtig, dass sich der Kunde wohlfühlt. Kommen Sie in Kleidung, in der Sie sich im Alltag am wohlsten fühlen. Kadina Lapis erklärt: „Je wohler sich die Kundin fühlt, desto entspannter ist sie bei uns. Ist ihr Vertrauen grösser, wird auch unsere Arbeit besser.“ Wenn Sie Ihren Jogginganzug sonst nur auf dem Sofa tragen, lassen Sie ihn auch beim Coiffeurbesuch zu Hause.
Vertrauen als Basis
Ein entspanntes Verhältnis zwischen Kunde und Coiffeur fördert die Qualität der Arbeit. Wer sich wohlfühlt und Vertrauen hat, ist offener für Vorschläge und das Ergebnis entspricht eher den Erwartungen.
Die Vergangenheit der Haare zählt
Ehrlichkeit über die Haargeschichte ist essenziell. Marc Menden betont, dass es den Job der Coiffeure erheblich vereinfacht, wenn sie wissen, was bisher mit den Haaren passiert ist. Kadina Lapis fügt hinzu: „Wenn man daheim mal gefärbt, gebleicht, eine Dauerwelle gemacht oder mit Henna gearbeitet hat, sollten wir das wissen.“ Es geht nicht darum, den Kunden zu verurteilen, sondern darum, den Behandlungsprozess anzupassen, um „Schockmomente“ zu vermeiden.
Auch lange zurückliegende Behandlungen sind relevant. Marc Menden erklärt: „Wenn jemand Haare bis zur Hüfte hat, sind die Spitzen über fünf Jahre alt.“ Daher sollten auch Haarbehandlungen erwähnt werden, die lange zurückliegen. Sogar starke Medikamente, die über einen längeren Zeitraum eingenommen wurden, können Auswirkungen auf die Haarstruktur und die Reaktion auf chemische Behandlungen haben. Er berichtet von einer Kundin, bei der nach einer Chemotherapie der Ansatz lockig wurde, die älteren Haare jedoch nicht auf die Dauerwelle reagierten. Diese Informationen sind für eine erfolgreiche Behandlung unerlässlich.
Indem Kunden diese einfachen Richtlinien beachten, tragen sie massgeblich dazu bei, dass der Besuch beim Coiffeur zu einem positiven Erlebnis für beide Seiten wird und das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

