Die traditionsreiche Basler Confiserie Schiesser, das älteste Kaffeehaus der Schweiz, ist gerettet. Nach einer Phase der Unsicherheit übernimmt Rudolph Schiesser, der Bruder des verstorbenen Eigentümers Stephan Schiesser, den Betrieb. Damit bleibt die über 150 Jahre alte Institution am Marktplatz in Basel weiterhin in Familienbesitz.
Wichtige Punkte
- Confiserie Schiesser in Basel bleibt in Familienhand.
- Rudolph Schiesser, Bruder des verstorbenen Inhabers, ist der neue Eigentümer.
- Der Betrieb wird ab September weitergeführt.
- Alle bestehenden Arbeitsverträge bleiben erhalten.
- Kritik am Konkursamt wegen mangelnder Transparenz.
Ein Stück Basler Geschichte gerettet
Die Nachricht über die Rettung der Confiserie Schiesser löste in Basel grosse Erleichterung aus. Der Betrieb, gegründet im Jahr 1870, ist seit fünf Generationen ein fester Bestandteil der Stadt. Er ist bekannt für seine Pralinés, Torten, den Kaffee und die Basler Läckerli.
Rudolph Schiesser, ein erfahrener Hotelmanager und ehemaliger Direktor des Grand Hotel Les Trois Rois, tritt in die Fussstapfen seiner Familie. Er hat den Kauf des Unternehmens erfolgreich abgeschlossen. Sein Ziel ist es, die hohe Qualität und die traditionellen Werte der Confiserie zu bewahren.
Faktencheck
- Gründungsjahr: 1870
- Generationen in Familienbesitz: 5
- Bekannt für: Pralinés, Torten, Kaffee, Basler Läckerli
Unsicherheit vor der Rettung
Die Zukunft der Confiserie war bis vor Kurzem ungewiss. Nach dem Tod des langjährigen Eigentümers Stephan Schiesser im April dieses Jahres wurde ein Konkursverfahren eingeleitet. Dies führte zu grosser Besorgnis in der Familie und der Basler Bevölkerung.
Rosalba Lo Vaglio Schiesser, die Witwe des verstorbenen Inhabers, äusserte ihre Bedenken öffentlich. Sie kritisierte auf sozialen Medien, dass der Konkurs ohne ihr Wissen eingeleitet und ein Verkauf an einen anonymen Bieter für einen Betrag von rund 80'000 Franken organisiert worden sei. Sie sah die Eigentumsverhältnisse aufgrund eines laufenden Erbprozesses als ungeklärt an.
"Ohne unser Wissen wurde ein Konkurs eingeleitet und der Verkauf an einen anonymen Bieter für nur ca. 80'000 Franken organisiert."
Kritik am Konkursamt
Die Vorgänge rund um den Verkauf stiessen auf Kritik. Es gab Vorwürfe der mangelnden Transparenz gegenüber dem Basler Konkursamt. Die Witwe des verstorbenen Inhabers forderte Einsicht in die Akten.
Das Konkursamt selbst hielt sich zu den Anschuldigungen bedeckt. Der Leiter bestätigte lediglich, dass mehrere Kaufangebote vorlagen. Er betonte, dass der erzielte Kaufpreis über dem initialen Angebot von 81'075 Franken liege. Die genaue Summe, die Rudolph Schiesser geboten hat, wurde nicht öffentlich gemacht.
Hintergrund zum Konkursverfahren
Ein Konkursverfahren wird eröffnet, wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig ist. Dabei werden die Vermögenswerte des Schuldners verwertet, um die Gläubiger zu befriedigen. Der Ablauf ist gesetzlich geregelt, kann aber in der Praxis komplex sein, besonders wenn Erbangelegenheiten involviert sind.
Rudolph Schiesser übernimmt ab September
Rudolph Schiesser wird den Betrieb ab September leiten. Er bringt umfangreiche Erfahrung aus der Hotellerie mit. Seine Zeit als Hoteldirektor im Basler Grand Hotel Les Trois Rois hat ihn auf diese Aufgabe vorbereitet. Er plant, alle bestehenden Verträge weiterzuführen und die gesamte Belegschaft zu übernehmen.
Diese Entscheidung sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch das Know-how, das die Confiserie Schiesser über Jahrzehnte aufgebaut hat. Die Mitarbeitenden spielen eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Qualität und der Tradition des Hauses.
Zukunftspläne und Traditionspflege
Der neue Eigentümer möchte die bewährten Rezepte und Herstellungsverfahren beibehalten. Die Confiserie Schiesser ist ein Wahrzeichen Basels. Ihre Produkte sind bei Einheimischen und Touristen gleichermassen beliebt. Die Fortführung in Familienhand gewährleistet, dass dieser Charakter erhalten bleibt.
Es wird erwartet, dass Rudolph Schiesser die Confiserie mit Bedacht modernisieren wird, ohne dabei die Wurzeln zu vergessen. Ein Fokus liegt auf der Bewahrung der Handwerkskunst und der regionalen Verbundenheit.
Was Rudolph Schiesser vorhat
- Erhalt der Qualität und Werte des Betriebs.
- Weiterführung bestehender Verträge.
- Sicherung aller Arbeitsplätze.
- Fokus auf traditionelle Produkte wie Pralinés und Läckerli.
Bedeutung für Basel
Die Confiserie Schiesser ist mehr als nur ein Geschäft. Sie ist ein kultureller Treffpunkt und ein Stück lebendige Geschichte Basels. Die Rettung bedeutet, dass ein wichtiger Bestandteil der Basler Identität erhalten bleibt.
Für viele Basler ist der Besuch in der Confiserie Schiesser eine Tradition. Die Kontinuität in Familienhand stärkt das Vertrauen in die Zukunft des Betriebs. Es zeigt, dass lokale Unternehmen mit langer Geschichte auch in schwierigen Zeiten überleben können, wenn die richtigen Weichen gestellt werden.
Die Unterstützung der Bevölkerung und die Entschlossenheit der Familie Schiesser haben massgeblich zur positiven Wendung beigetragen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Rudolph Schiesser die Confiserie in eine erfolgreiche Zukunft führen wird.





