Die Basler Museumsnacht feiert ihr 25-jähriges Bestehen und lockt Besucherinnen und Besucher mit einem umfangreichen Programm. Am Freitag, den 19. Januar, öffnen 43 Museen in Basel, Lörrach und Saint-Louis ihre Türen für über 200 Veranstaltungen. Dieses Jubiläum verspricht eine Nacht voller Entdeckungen, die sowohl erfahrene Museumsgänger als auch Neulinge ansprechen soll.
Wichtige Punkte
- Die Basler Museumsnacht findet zum 25. Mal statt.
- Insgesamt 43 Museen in der Region Basel, Lörrach und Saint-Louis nehmen teil.
- Über 200 Programmpunkte stehen zur Auswahl.
- Erwartet werden wieder Zehntausende Besucher, ähnlich den 36'000 der Vorjahre.
- Das Programm ist bis 2 Uhr morgens geöffnet.
Ein Vierteljahrhundert Museumsnacht
Die Idee zur Basler Museumsnacht entstand vor 25 Jahren. Eine Kollegin von Sandra Hughes, der Fachverantwortlichen für Kulturvermittlung des Kantons, brachte die Inspiration aus Berlin mit. Dort hatte sie eine ähnliche Veranstaltung erlebt. Schnell wurde entschieden, dass auch Basel ein solches Format braucht. Der Kern der Veranstaltung ist bis heute das gemeinsame Erleben von Inhalten in einer besonderen Nacht.
In den vergangenen Jahren zogen die Veranstaltungen regelmässig über 36'000 Menschen an. Die Beliebtheit der Museumsnacht ist ungebrochen. Besonders erfreulich ist laut Hughes die grosse Anzahl junger Menschen, die sich in dieser Nacht in den Sammlungen aufhalten und über Kunstwerke diskutieren.
Faktencheck Museumsnacht
- Gründungsjahr: Vor 25 Jahren
- Teilnehmende Orte: Basel, Lörrach, Saint-Louis
- Anzahl Museen: 43
- Programmpunkte: Über 200
- Besucherrekord: Über 36'000 in den Vorjahren
Programmvielfalt für jeden Geschmack
Das breite Angebot macht es schwierig, sich zu entscheiden. Um die Auswahl zu erleichtern, haben wir verschiedene Besuchertypen definiert. So findet jeder das passende Programm für seine Interessen.
Für den wissenschaftlichen Forschergeist
Wer gerne rationale Erklärungen sucht und sich für Nischenthemen interessiert, kommt hier auf seine Kosten. Ein Notizbuch für neue Erkenntnisse kann nützlich sein:
- Live Dino-Präparation: Im Naturhistorischen Museum können Besucher eine Live-Präparation eines Langhalsdinosauriers erleben. Paläontologie-Experten versuchen dabei, die genaue Art zu bestimmen. (18:00 – 00:00 Uhr)
- Beckenboden Insights: Das Anatomische Museum bietet praktische Übungen zur Stärke des Beckenbodens und Vorträge von Fachleuten über dieses „unsichtbare Powerzentrum“. (18:00 – 01:00 Uhr, Vorträge um 19:00 und 22:00 Uhr)
- Archäologische Lebensbilder: Eine Pop-Up-Ausstellung am Münsterplatz zeigt den Alltag der Menschen von der Altsteinzeit bis zur Römerzeit, mit Fokus auf Basel. (18:00 – 02:00 Uhr)
Für den aktiven Entdecker
Passives Zuschauen ist nicht jedermanns Sache. Wer lieber selbst Hand anlegt und neue Fähigkeiten erlernen möchte, findet hier spannende Angebote:
- Feuerwehr-Parcours: Im Feuerwehrmuseum können Besucher ihre Fähigkeiten als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau testen, inklusive Kriechparcours und Feuerlöschen. (18:00 – 00:00 Uhr)
- Comic zeichnen: Ein Comic-Atelier in der Skulpturenhalle bietet die Möglichkeit, unter Anleitung des Zeichners Nicolas d’Ajourd’hui das Comiczeichnen zu lernen. (18:00 – 00:00 Uhr, Anleitungen um 18:15, 20:30 und 22:30 Uhr)
- Drucken lernen: Im Kulturzentrum Kesselhaus & Textilmuseum in Weil am Rhein führt Künstlerin Beate Fahrnländer in die Kunst des Druckens ein. (18:00 – 23:00 Uhr)
Hintergrund zur Museumsnacht
Die Basler Museumsnacht ist mehr als nur eine Sammlung von Ausstellungen. Sie ist ein gesellschaftliches Ereignis, das Menschen zusammenbringt und den Zugang zu Kultur auf spielerische Weise ermöglicht. Die Verlängerung der Öffnungszeiten bis in die Nacht schafft eine besondere Atmosphäre, die zum Flanieren und Entdecken einlädt. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Lörrach und Saint-Louis unterstreicht den regionalen Charakter der Veranstaltung.
Für den künstlerisch inspirierten Besucher
Wer auf der Suche nach Inspiration für eigene kreative Projekte ist oder einfach neue Kunst entdecken möchte, wird hier fündig:
- Eva Lootz und Selbsterkenntnis: Das Kunsthaus Baselland präsentiert Werke der Künstlerin Eva Lootz. Die Ausstellung regt zur Selbstreflexion an und hilft, den eigenen Kunst-Typ zu finden. (18:00 – 02:00 Uhr)
- Performance mit Dampfreiniger: Im Kunst Raum Riehen zeigt Natascha Moschini ihre Performance «Geister», die sich mit Bewegung und einem Dampfreiniger auseinandersetzt. (21:00 Uhr)
- Zeitreise Schweizer Kunst: Das Helvetia Art Foyer bietet eine Zeitreise durch 80 Jahre Schweizer Kunstgeschichte, inklusive einer Foto-Box für Erinnerungsfotos. (18:00 – 02:00 Uhr)
Für den politisch engagierten Denker
Wer sich Gedanken über die Welt macht und nach Anregungen für politische Diskussionen sucht, findet hier viel Stoff zum Nachdenken:
- Basel der Zukunft: Im Museum Tinguely entsteht ein kollektiver XXL-Stadtplan vom «Basel der Zukunft». Besucher können sich zudem die Ausstellungen «Oliver Ressler. Scenes from the Invention of Democracy» und «Carl Cheng: Nature never loses» ansehen. (18:00 – 02:00 Uhr)
- Wie wollen wir wohnen?: Das S AM Schweizerisches Architekturmuseum beleuchtet genossenschaftliches Wohnen. Besucher können eine Zukunfts-Girlande mit ihren Wohn-Wünschen gestalten und Ideen für Wohnen in der Region entdecken. (18:00 – 00:00 Uhr)
- Pionierin des Frauenstimmrechts: Am Münsterplatz können Besucher in die Radiowelt eintauchen und Nina Gygax und Laura Baldini vom Regionaljournal begleiten, wie sie sich mit Heidi Abels Frauenstimmrechts-Strassenumfrage von 1963 befassen. (18:15, 19:30, 20:45 oder 22:00 Uhr)
«Der Kern ist das gemeinsame Erleben von Inhalten in einer kalten Nacht», sagt Sandra Hughes, Fachverantwortliche Kulturvermittlung des Kantons.
Für Familien mit Kindern
Eltern, die mit Kindern unterwegs sind und viel zum Spielen und Ausprobieren suchen, finden hier kinderfreundliche Angebote:
- Rundfahrt im Oldtimer-Tram: Ein Oldtimer-Tram fährt alle 20 Minuten zwischen Tram-Museum und Messeplatz durch Basel. An Bord gibt es Getränke und Snacks. (Alle 20 Minuten)
- Einen Schatz selber machen: Passend zur Ausstellung «Schatzfunde» im Historischen Museum können Kinder Kronen und Armbänder gestalten und entdecken, was sie persönlich wertvoll macht. (18:00 – 00:00 Uhr)
- Unterhaltung für Engel: Das Spielzeug Welten Museum bietet viel Programm für Kinder, darunter Tanzen zu himmlischen Klängen, Fotos mit Engelsflügeln und eine Haar- und Schminkstation. (18:00 – 02:00 Uhr)
Für Feinschmecker und Partygänger
Wer vor allem Hunger und Durst hat oder die Museumsnacht zum Feiern nutzen möchte, findet auch dafür passende Orte:
- Tropical Beats: Die Brasilea-Stiftung öffnet ihre Tropical-Beats-Bar mit Caipis, brasilianischem Essen und tropischen Beats. (21:00 – 01:00 Uhr)
- Liana Lounge: Im Botanischen Garten gibt es in der Liana Lounge Snacks und Drinks aus der Welt der Kletterpflanzen. (18:00 – 02:00 Uhr)
- Japanisches Streetfood: Passend zur Ausstellung «Whispers of Japan» in der Kulturstiftung H. Geiger gibt es japanisches Streetfood und warme Getränke. (18:00 – 02:00 Uhr)
- Silent Outdoor Disco: Am Münsterplatz findet eine Silent Disco statt, Kopfhörer sind vor Ort erhältlich. (22:15 – 01:30 Uhr)
- Soft Rave: Im Vitra Design Museum lädt das Kollektiv Avalon in der Fashion-Ausstellung zu einem Soft Rave ein. (21:00 – 23:00 Uhr)
- DJ und Tarot: Eine Mischung aus Party und spirituellem Erlebnis im Kunstmuseum, mit Tanzen und Tarotkartenlesen, gehostet von Drag Queen Madame Selma. (19:00 – 02:00 Uhr)
Die Basler Museumsnacht bietet eine einzigartige Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt der Region zu entdecken und die Nacht in vollen Zügen zu geniessen. Mit einem so breiten Angebot ist für jeden etwas dabei, um dieses Jubiläum gebührend zu feiern.





