Die Basler Fasnacht ist bekannt für ihre einzigartige Energie und ihren scharfen Witz. Ein zentrales Element sind dabei die Schnitzelbänke, die Jahr für Jahr mit spitzzüngigem Humor aktuelle Ereignisse aufgreifen. Der Jahrgang 2026 verspricht dabei besonders bissig zu werden, mit Themen, die von internationalen Politikern bis hin zu lokalen Basler Besonderheiten reichen.
Wichtige Erkenntnisse
- Schnitzelbänke 2026 polarisieren mit frechem und mutigem Humor.
- Internationale Politik, wie Donald Trump und Jeffrey Epstein, sind beliebte Ziele.
- Lokale Themen wie der Basler Zolli und die Schweizer Einwanderungspolitik werden ebenfalls kritisiert.
- Der FC Basel und Schweizer Sportler wie Marco Odermatt finden sich in den Reimen wieder.
- Frühfranzösisch-Unterricht in Basel bleibt ein kontroverses Thema.
Internationale Politik im Fokus
Die Schnitzelbänke nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es um globale Akteure geht. Besonders Donald Trump, der ehemalige US-Präsident, ist ein wiederkehrendes Motiv. Seine politischen Entscheidungen und seine Persönlichkeit bieten reichlich Angriffsfläche für die Basler Reime.
Ein Bänggler, die «Gnallfrosch», vergleicht Trump humorvoll mit einem Lindhaas. Dieser Vergleich spielt auf Trumps blonde Haare und seine als hohl empfundene Rhetorik an.
«Kiirzlig hann i e Dräumli kaa,
I see dr Trump mit e me Lindhaas voornedraa,
Die sinn sich seer äänlig, i dängg s jeedes mool,
roti Schleife – blond und inne Hool.»
Die «Staibuggler» nehmen Trumps Baupläne für das Weisse Haus aufs Korn. Der Reim suggeriert, dass er mehr Platz für «neue Freunde» braucht und die Welt nach seiner Pfeife tanzen soll. Ein anderer Bänggler, die «Lumpesammler», kritisiert Trumps Handelspolitik aus der Perspektive eines Bäckers, der sich über das Handelsdefizit beschwert.
Faktencheck: Trump und die Schnitzelbänke
Donald Trump ist seit Jahren ein beliebtes Ziel der Basler Schnitzelbänke. Seine Auftritte und Aussagen bieten den Bängglern immer wieder Stoff für satirische Verse. Dies zeigt die Fähigkeit der Fasnacht, auch globale Ereignisse humorvoll zu kommentieren.
Der Epstein-Skandal und seine Schatten
Auch der Jeffrey-Epstein-Skandal findet seinen Weg in die Basler Fasnacht. Die «Nachtkerze» stellt sich vor, wie der Chef von Grönland schlaflos im Bett liegt, aus Angst, dass ein «oranges Monster» (eine Anspielung auf Trump) sein Land fressen will. Die Lösung: Grönland in «Epstein-Land» umbenennen, damit Trump das Land gar nicht erst beanspruchen kann, da es ja nicht existieren soll.
Die «Schunggebegräbnis» greift den Skandal mit einem Zebra im Zolli auf, das sich wegen seiner Streifen wie ein «Epstein-Dokument» fühlt. Die «Wanderratte» spielt ebenfalls auf die Epstein-Akten an, indem sie die «Faggte» über die neuesten Enthüllungen in einer humorvollen Weise präsentiert.
Lokale und nationale Schweizer Themen
Die Schnitzelbänke konzentrieren sich nicht nur auf die grosse Weltbühne. Auch Schweizer Politik und lokale Basler Gegebenheiten werden mit scharfem Witz beleuchtet.
Hintergrund: Die Basler Fasnacht
Die Basler Fasnacht ist die grösste Fasnacht der Schweiz und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch um vier Uhr morgens mit dem «Morgenstreich» und dauert genau 72 Stunden. Die Schnitzelbänke sind ein fester Bestandteil dieses Kulturereignisses, bei dem aktuelle Ereignisse und Persönlichkeiten satirisch verarbeitet werden.
Einwanderung und Bevölkerungswachstum
Das Thema Einwanderung und die Diskussion um eine «Zehn-Millionen-Schweiz» wird von der «Schlachtbangg» aufgegriffen. Der Reim spielt auf die Vorstellung an, dass erst jemand das Land verlassen muss, bevor eine neue Person einreisen kann. Dies ist eine satirische Zuspitzung der Debatte um die Bevölkerungsentwicklung und die Ressourcenknappheit in der Schweiz.
«E Zäämillione-Schwyz und denn isch Schluss, kain darf me koo!
Erscht wenn ain wider uusegoot, darsch öbber yyneloo.»
Auch die «Toblerone-Affäre», bei der die Schokolade einen Zacken verlor, findet Erwähnung. Die «Schlachtbangg» schiebt die Schuld nicht der Teuerung zu, sondern den Schweizer Bergen, die «nümm mööge» und ins Tal stürzen.
Gesundheit und Schönheitsideale
Die «MS Fischbrötli» kommentiert die globale Schönheitsindustrie und medizinische Eingriffe satirisch. Von neuen Zähnen aus Ungarn über Augenlasern bis hin zu Brustimplantaten aus Thailand und Haartransplantationen aus der Türkei – die Bänggler zeigen, wohin die Reise für den perfekten Körper gehen kann. Der Höhepunkt ist dabei der «allergrösste Arsch» aus den USA.
- Zähne: Ungarn
- Augenlasern: Kurz und bündig
- Brustimplantate: Thailand
- Haartransplantation: Türkei
- Grösster Po: USA
Sport und lokale Persönlichkeiten
Auch die Welt des Sports und lokale Persönlichkeiten aus Basel bleiben nicht verschont. Die Schnitzelbänke sind bekannt dafür, auch die Prominenz der Region aufs Korn zu nehmen.
Der FC Basel und die Trainersuche
Der FC Basel, ein fester Bestandteil der Basler Identität, wird ebenfalls thematisiert. Die «Dipflischysser» kommentieren humorvoll die Trainersuche des Vereins und spielen darauf an, dass Qualität nicht bei Online-Händlern wie Temu bestellt werden kann. Dies ist eine Anspielung auf die Herausforderungen, denen sich der FCB in den letzten Jahren stellen musste.
Die «Heiri» kritisiert die Übernahme des FCB durch Lichtsteiner nach nur sieben Monaten und schlägt vor, dass «s Fränzi Buser vom Chindsgi Gälterchinde» eine bessere Option gewesen wäre. Dies unterstreicht den Wunsch nach lokalen Lösungen und die kritische Beobachtung der Vereinsführung.
Schweizer Sportler im Ruhestand
Sogar der ehemalige Skispringer Simon Ammann wird in einem humorvollen Kontext erwähnt. Die «Spootschicht» stellt sich vor, wie Ammann im Jahr 2080 im Altersheim Gottsackerblick immer noch für Olympia trainiert und kopfüber vom Kasten springt. Dies zeigt die Bewunderung für seine Ausdauer, aber auch den Witz über das Festhalten an alten Gewohnheiten.
Auch Marco Odermatt, der erfolgreiche Skirennfahrer, wird von der «Giftspritzi» thematisiert. Eine Frau schwärmt von seinem athletischen Körper, während sie sich selbst neben ihm wie eine Waschmaschine fühlt. Dies spielt auf die unrealistischen Schönheitsideale an, die oft im Sport vermittelt werden.
Sprachpolitik: Frühfranzösisch in der Kritik
Ein immer wiederkehrendes Thema in den Basler Schnitzelbänken ist der Frühfranzösisch-Unterricht in der Schule. Viele Bänggler äussern sich kritisch oder humorvoll über die Effektivität und Relevanz des frühen Französischlernens in einem mehrheitlich deutschsprachigen Kanton.
Die «Gnallfrosch» zitiert Ueli Maurer, der Frühfranzösisch als «Seich» bezeichnet und vorschlägt, stattdessen Chinesisch zu lernen. Dies spiegelt die Debatte über die Prioritäten im Lehrplan wider und die Frage, welche Fremdsprachen für die Zukunft wichtiger sind.
«Dr Ueli Murer sait miir ganz disgreet, das isch doch biireweich
Das Friefranzösisch isch e Seich
Das duet mi an dr Schwyz halt steere
Die sotte doch kyneesisch leere»
Die «Spootschicht» beschreibt die Realität des Französischlernens in Basel auf humorvolle Weise: Statt in der Schule lernt man Französisch in der «Baadi», wo man von französischen Touristen angepöbelt oder bestohlen wird. Dies ist eine satirische Übertreibung, die auf die praktischen Herausforderungen der Sprachbarriere im Alltag abzielt.
Die «D'Schnittstell» betont, dass der Stand des Frühfranzösisch immer noch kritisch sei und politisch diskutiert werden müsse. Sie schlägt vor, besser Französisch zu lernen, um den Franzosen die «Baadi-Reegle» erklären zu können. Dies ist ein augenzwinkernder Kommentar zur Verständigung im grenznahen Basel.
Die «Lumpesammler» scheitern humorvoll daran, einen Schnitzelbangg auf Französisch zu singen, trotz all des Frühfranzösisch-Unterrichts. Dies verdeutlicht die Frustration vieler Basler mit der Sprachkompetenz nach jahrelangem Unterricht.





