Das Streichquintett „Take Five“ begeisterte die Besucher in der evangelischen Kirche Grenzach mit einer besonderen Aufführung. Das Konzert, das im Rahmen des 600-jährigen Kirchenjubiläums stattfand, präsentierte zwei bedeutende Werke aus Klassik und Romantik: Mozarts Streichquintett KV 515 und Brahms' erstes Streichquintett. Die Veranstaltung, organisiert vom Verein für Heimatgeschichte und der VHS, bot eine seltene Gelegenheit, diese Meisterwerke in einem historischen Ambiente zu erleben.
Wichtige Punkte
- Das Streichquintett „Take Five“ spielte Meisterwerke von Mozart und Brahms.
- Das Konzert fand zum 600-jährigen Jubiläum der Dorfkirche Grenzach statt.
- Die zweite Bratsche verstärkte das Ensemble für eine besondere Klangfülle.
- Der spätgotische Chor der Kirche zählt zu den schönsten im Markgräflerland.
- Die Musiker zeigten ein perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel.
Ein Abend voller Kammermusik und Kirchengeschichte
Die evangelische Kirche in Grenzach öffnete ihre Türen für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis. Der Anlass war das 600-jährige Jubiläum des Gotteshauses. Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen. Man wolle damit der Kirche und der Musik die Ehre erweisen. Er erläuterte nicht nur das musikalische Programm, sondern gab auch Einblicke in die lange Baugeschichte der Kirche.
Besonders hob Bauckner den spätgotischen Chor hervor. Dieser zählt zu den schönsten gotischen Chorräumen für eine Dorfkirche im gesamten Markgräflerland. Es war das erklärte Ziel, diesen besonderen Raum mit erlesener Musik zu füllen und der Kirchengemeinde damit ein „Geschenk“ zu machen.
Fakt am Rande
Die evangelische Kirche Grenzach feiert dieses Jahr ihr 600-jähriges Bestehen. Ihr spätgotischer Chor gilt als architektonisches Juwel der Region.
Das Ensemble „Take Five“ und seine Besetzung
Der Name „Take Five“ könnte zunächst an ein Jazzquintett denken lassen. Doch dahinter verbirgt sich ein Streichquintett, das sich der Klassik und Romantik verschrieben hat. Die Besonderheit dieser Formation liegt in ihrer Besetzung: Sie ist um eine zweite Bratsche verstärkt. Dies ermöglicht eine reichere Klangfarbe und tiefere Texturen, die insbesondere bei den gespielten Werken zur Geltung kamen.
Die Musiker, darunter Robert Zimansky als Primarius (erste Geige), der zwanzig Jahre lang Konzertmeister beim Orchestre de la Suisse Romande war, und Teodor Dimitrov an der ersten Bratsche, zeigten sich als eine „große Familie“, wie Bauckner bemerkte. Ihre enge musikalische Verbindung war während des gesamten Konzerts spürbar.
Mozarts Meisterwerk KV 515 im Fokus
Das Konzert begann mit Wolfgang Amadeus Mozarts monumentalem Streichquintett KV 515. Dieses Werk integriert Mozarts Lieblingsinstrument, die Bratsche, nicht nur vollständig, sondern setzt sie auch prominent ein. Schon im Kopfsatz, noch deutlicher im Andante, entstand ein wunderschöner Dialog zwischen der ersten Geige und der ersten Bratsche. Es wirkte fast wie ein Doppelkonzert.
Das Ensemble „Take Five“ interpretierte dieses erhabene Meisterwerk mit großer Empfindung. Das Spiel wirkte konzentriert und gelöst zugleich. Die Musik floss scheinbar mühelos dahin. Doch, wie Bauckner Mozart zitierte, ist sie „die Frucht einer langen und mühevollen Arbeit“. Bratscher fühlen sich oft vernachlässigt. Solche Quintette zu spielen, bereitet ihnen daher besondere Freude.
„Die Musik kommt wie selbstverständlich daher, ist aber die Frucht einer langen und mühevollen Arbeit.“ – Zitat von Wolfgang Amadeus Mozart, wiedergegeben von Helmut Bauckner.
Brahms' erstes Streichquintett: Eine warme Empfindung
Nach der Pause folgte Johannes Brahms' erstes Streichquintett. Es bot einen deutlichen Kontrast zu Mozarts Werk. Brahms' Komposition zeichnete sich durch eine sehr warme Empfindung und eine ausgeglichene Stimmführung aus. Der sonore und dunkel-warme Ton der ersten Bratsche war auch hier besonders hervorzuheben und hinterließ einen positiven Eindruck.
Helmut Bauckner betonte in seiner Einführung, dass Brahms eine andere Tonwelt als Mozart erschuf. Er erwähnte auch Brahms' eigene Beschreibung seines Quintetts als „Frühlingsprodukt“, was seinen heiteren Charakter unterstreicht. Die Musiker von „Take Five“ brachten diese Qualitäten mit großer Spielfreude zum Ausdruck.
Hintergrundinformationen
Streichquintette sind eine Form der Kammermusik, die typischerweise aus zwei Violinen, zwei Bratschen und einem Violoncello bestehen. Die Hinzufügung einer zweiten Bratsche, wie bei „Take Five“, erweitert das Klangspektrum und ermöglicht komplexere Harmonien und Texturen.
Perfektes Zusammenspiel und musikalische Harmonie
Das Quintett zeigte sich bestens aufeinander eingespielt. Das Violoncello, gespielt von Gunta Abele, war als verbindendes Element in der Mitte platziert. Dies trug zur homogenen Klangbalance bei. Es gab keine solistischen Alleingänge. Stattdessen stand der musikalische Zusammenklang im Vordergrund. Die Interpretationen waren tiefgründig und stimmig.
Die Darbietung war ein beeindruckendes Beispiel für das Potenzial der Kammermusik. Die Musiker lieferten zwei prächtig engagierte Aufführungen ab. Sie füllten den historischen Kirchenraum mit Leben und Klang. Die Zuhörer erlebten an diesem Abend ein Stück lebendige Musikgeschichte, die die Bedeutung des 600-jährigen Jubiläums der Kirche Grenzach eindrucksvoll unterstrich.
- Robert Zimansky: Erste Geige, Primarius
- Teodor Dimitrov: Erste Bratsche
- Gunta Abele: Violoncello
- Weitere Musiker an Geige und Bratsche vervollständigten das Ensemble.
Das Konzert war nicht nur eine Feier der Musik, sondern auch eine Hommage an die Kultur und Geschichte der Region. Es zeigte, wie Kunst und Historie in einem stimmungsvollen Rahmen zusammenfinden können. Die Besucher verließen die Kirche mit einem reichen musikalischen und kulturellen Erlebnis.





