Die GGG Stadtbibliothek Basel hält an ihrem Konzept der "Open Library" fest, das erweiterte Öffnungszeiten bis 22 Uhr ohne Personal ermöglicht. Trotz einer Zunahme von Vandalismus und Sachschäden seit der Einführung des unbegleiteten Zugangs im Jahr 2021 plant die Bibliothek, dieses Angebot beizubehalten und mit neuen Massnahmen zu sichern.
Wichtige Erkenntnisse
- Die GGG Stadtbibliothek Basel ermöglicht seit 2021 den unbegleiteten Zugang bis 22 Uhr.
- Vandalismus und Sachschäden haben seit der Einführung zugenommen.
- Die Bibliothek plant verstärkte Jugendarbeit und umfassende Videoüberwachung.
- Die Kosten für Reparaturen und zusätzliche Sicherheitsmassnahmen belaufen sich auf Zehntausende Franken.
- Das Angebot der "Open Library" soll wegen des positiven Feedbacks beibehalten werden.
Erweiterte Öffnungszeiten stossen auf positive Resonanz
Die Einführung der "Open Library" im Jahr 2021 war eine Reaktion auf den Wunsch der Bevölkerung nach flexibleren Bibliothekszeiten. Nutzer können seitdem die Räumlichkeiten auch ausserhalb der Personalzeiten bis 22 Uhr nutzen. Dieses Modell wurde anfangs in der Quartierbibliothek Gundeldingen getestet und später auf weitere Standorte ausgeweitet. Die Rückmeldungen der Nutzer waren überwiegend positiv. Viele schätzen die Möglichkeit, auch am Abend in Ruhe zu lernen oder zu arbeiten.
Besonders Studierende und Berufstätige profitieren von den langen Öffnungszeiten. Sie finden hier oft eine ruhige Arbeitsumgebung, die zu Hause nicht immer gegeben ist. Die Bibliothek positioniert sich damit als wichtiger dritter Ort neben Zuhause und Arbeitsplatz, der allen offensteht.
Faktencheck
- Start der Open Library: 2021 in der Quartierbibliothek Gundeldingen.
- Erweiterung: Später auf weitere Standorte in Basel ausgeweitet.
- Ziel: Flexiblere Nutzung der Bibliothek für die Bevölkerung.
Herausforderungen durch Vandalismus und Missbrauch
Trotz des Erfolgs des Konzepts sind mit den erweiterten Öffnungszeiten auch Probleme aufgetaucht. Die GGG Stadtbibliothek verzeichnete eine Zunahme von Vandalismus und Sachschäden. Dies reichte von beschädigten Möbeln über Verunreinigungen bis hin zu kleineren Diebstählen. Auch der Missbrauch der Räumlichkeiten durch Personen, die nicht zum Lesen oder Lernen kamen, wurde festgestellt.
Die Schäden sind nicht unerheblich. Die Bibliothek musste Zehntausende Franken für Reparaturen und Reinigung aufwenden. Dies belastet das Budget und erfordert zusätzliche Anstrengungen des Personals. Besonders betroffen waren oft die Toilettenanlagen und Arbeitsbereiche.
"Die Zunahme von Vandalismus ist besorgniserregend. Wir möchten das Angebot aufrechterhalten, müssen aber die Sicherheit für alle gewährleisten."
Die Vorfälle konzentrieren sich oft auf bestimmte Abendstunden und Wochenenden, wenn kein Personal vor Ort ist. Dies macht die Überwachung und Intervention schwieriger. Die Bibliothek steht vor der Herausforderung, die Balance zwischen Offenheit und Schutz der Einrichtung zu finden.
Neue Massnahmen zur Sicherung des Angebots
Um die Probleme in den Griff zu bekommen, plant die GGG Stadtbibliothek Basel eine Reihe von Massnahmen. Ein zentraler Punkt ist die verstärkte Videoüberwachung. Moderne Kamerasysteme sollen eine lückenlose Aufzeichnung der Räumlichkeiten ermöglichen und potenzielle Täter abschrecken. Die Aufnahmen dienen auch als Beweismittel bei der Verfolgung von Straftaten.
Zusätzlich wird auf präventive Jugendarbeit gesetzt. Die Bibliothek will eng mit Schulen und Jugendeinrichtungen zusammenarbeiten, um junge Menschen für den respektvollen Umgang mit öffentlichen Gütern zu sensibilisieren. Workshops und Informationsveranstaltungen sollen das Bewusstsein schärfen und die Identifikation mit der Bibliothek stärken.
Konkrete Sicherheitsmassnahmen
- Umfassende Videoüberwachung: Installation und Ausbau von Kameras in allen relevanten Bereichen.
- Intensivierung der Jugendarbeit: Kooperationen mit Schulen und Jugendzentren.
- Klare Verhaltensregeln: Deutliche Kommunikation der Nutzungsbedingungen und Konsequenzen bei Verstössen.
- Regelmässige Kontrollen: Gelegentliche, unangekündigte Kontrollen durch Sicherheitspersonal.
Hintergrund der GGG Basel
Die GGG Basel (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel) ist eine traditionsreiche und gemeinnützige Organisation. Sie betreibt unter anderem die Stadtbibliothek und engagiert sich in vielen sozialen und kulturellen Bereichen der Stadt. Ihr Ziel ist die Förderung des Gemeinwohls in Basel.
Langfristige Vision: Eine offene und sichere Bibliothek
Trotz der Rückschläge durch Vandalismus bleibt die GGG Stadtbibliothek Basel überzeugt vom Konzept der "Open Library". Die positiven Rückmeldungen der Nutzer überwiegen. Das Angebot fördert den Zugang zu Bildung und Kultur für alle Bevölkerungsschichten. Es stärkt die Rolle der Bibliothek als wichtiger Bildungs- und Begegnungsort.
Die geplanten Massnahmen sollen dazu beitragen, dass die Bibliothek auch in Zukunft ein sicherer und angenehmer Ort für alle bleibt. Es geht darum, eine Balance zu finden zwischen Offenheit und dem Schutz der Infrastruktur. Die Stadtbibliothek will weiterhin ein Vorbild für moderne und bürgernahe Kulturinstitutionen sein.
Die Investitionen in Sicherheit und Prävention sind ein klares Bekenntnis zu diesem Modell. Die Verantwortlichen hoffen, dass durch die Kombination aus Technik und pädagogischer Arbeit die Probleme minimiert werden können und die "Open Library" langfristig erfolgreich bleibt.





