Die Universität Basel verstärkt ihre Forschung und Lehre mit der Ernennung von vier neuen Professorinnen. Drei Expertinnen werden die Medizinische Fakultät bereichern, eine weitere die Fakultät für Psychologie. Diese Neubesetzungen sind Teil einer strategischen Ausrichtung, um die klinisch-translationalen Neurowissenschaften und die Forschung im Bereich der menschlichen Entwicklung weiter zu stärken. Die neuen Professorinnen treten ihre Stellen im Jahr 2026 an.
Wichtige Punkte
- Vier neue Professorinnen starten 2026 an der Universität Basel.
- Drei Ernennungen an der Medizinischen Fakultät, eine an der Fakultät für Psychologie.
- Fokus auf Neurologie, Translationale Bildgebung, Reproduktionsmedizin und menschliche Entwicklung.
- Zwei bestehende Assistenzprofessoren erhalten Beförderungen.
Stärkung der Neurowissenschaften und Präzisionsmedizin
Die Medizinische Fakultät der Universität Basel erhält mit Professorin Dr. Mira Katan Kahles und Professorin Dr. Dr. Cristina Granziera zwei herausragende Persönlichkeiten. Beide werden am 1. Januar 2026 ihre neuen Positionen antreten und gemeinsam die Leitung der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Basel übernehmen. Diese Doppelspitze unterstreicht die Bedeutung einer interdisziplinären Herangehensweise in der modernen Medizin.
Professorin Dr. Mira Katan Kahles: Expertin für Präzisionsmedizin
Professorin Dr. Mira Katan Kahles wird Klinische Professorin für Neurologie. Sie ist bereits seit Juni 2024 Chefärztin ad interim der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Basel. Ihre Karriere begann mit einem Medizinstudium an der Universität Zürich, gefolgt von einer neurologischen Ausbildung am Universitätsspital Basel.
Forschungsschwerpunkt
Der wissenschaftliche Fokus von Professorin Katan Kahles liegt auf neurologischen und neurovaskulären Erkrankungen. Sie konzentriert sich auf die biomarker-basierte Präzisionsmedizin. Ziel ist es, krankheitsspezifische biologische Signaturen zu identifizieren, die eine präzisere Prognose und therapeutische Strategien ermöglichen.
Ihre Forschung verbindet molekulare Charakterisierung mit klinischer Phänotypisierung und populationsbasierten Analysen. Nach einer klinisch-wissenschaftlichen Ausbildung in den USA, unter anderem an der Columbia University in New York, kehrte sie nach Basel zurück. Mit ihrer Berufung soll die Universität Basel ihre internationale Sichtbarkeit in Forschung, Lehre und Versorgung weiter ausbauen.
Translationale Bildgebung und neurodegenerative Prozesse
Ebenfalls am 1. Januar 2026 beginnt Professorin Dr. Dr. Cristina Granziera ihre Tätigkeit als Klinische Professorin für Translationale Bildgebung. Sie ist bereits Leitende Ärztin für Neurologie am Universitätsspital Basel und Titularprofessorin an der Universität Basel.
Hintergrund
Professorin Granziera verfügt über eine beeindruckende internationale wissenschaftliche und klinische Laufbahn. Sie promovierte in Medizin an der Universität Padua und in Neurowissenschaften an der Universität Lausanne. Ihre akademische Reise führte sie auch an die Harvard Medical School und das Massachusetts General Hospital.
Ihre Forschung konzentriert sich auf das Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen von neuroinflammatorischen, neurodegenerativen und zerebrovaskulären Erkrankungen. Sie sucht nach neuen Wegen für Diagnose, Prognose und Therapie. Professorin Granziera hat massgeblich zur Identifizierung von Biomarkern bei Multipler Sklerose beigetragen und die Prinzipien der strukturellen Hirnplastizität nach Schlaganfällen charakterisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Entwicklung integrativer Modelle. Diese Modelle kombinieren bildgebende Verfahren, klinische Daten, Biomarker, digitale Parameter und KI-gestützte Analysen. Ziel ist es, die Dynamik chronisch-entzündlicher und degenerativer Erkrankungen genauer zu erfassen und vorherzusagen. Dies eröffnet neue Perspektiven für personalisierte Neurologie und innovative therapeutische Strategien.
Fortschritte in der Reproduktionsmedizin
Die Medizinische Fakultät wird ab dem 1. April 2026 auch durch Professorin Dr. Frauke von Versen verstärkt. Sie übernimmt die Klinische Professur für Reproduktionsmedizin/Gynäkologische Endokrinologie und wird gleichzeitig Chefärztin für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie am Universitätsspital Basel.
„Die Ernennung von Professorin von Versen ist ein wichtiger Schritt, um die Forschung und Versorgung im Bereich der Reproduktionsmedizin in Basel weiter voranzutreiben“, betont die Universitätsleitung.
Derzeit ist Professorin von Versen Oberärztin an der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Dort leitet sie auch eine eigene Arbeitsgruppe. Ihr Medizinstudium absolvierte sie in Berlin, Baltimore, Tel Aviv und Bern.
Forschungsschwerpunkte
- Ursachen unterschiedlicher maternaler und neonataler Outcomes nach assistierter Reproduktion.
- Faktoren der reproduktiven und vaskulären Alterung.
- Pathomechanismen der Endometriose.
Ihre Arbeit verbindet klinische Forschung mit Grundlagenwissenschaft und translationaler Medizin. Sie ist zudem an mehreren medizinischen Leitlinien beteiligt, darunter zu hormoneller Verhütung und hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen.
Neue Perspektiven in der Psychologie: Metakognitive Entwicklung
An der Fakultät für Psychologie wird Professorin Dr. Mariëtte van Loon ab dem 1. Juli 2026 als Assistenzprofessorin mit Tenure Track für Human Development tätig sein. Sie bringt Expertise im Bereich der metakognitiven Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen mit.
Seit August 2023 leitet Professorin van Loon als SNF-Professorin an der Universität Zürich die Forschungsgruppe «Metakognitive Entwicklung im Kindes- und Jugendalter». Zuvor war sie an der Universität Bern tätig. Ihre Promotion in Bildungspsychologie erfolgte 2014 an der Universität Maastricht.
Mariëtte van Loon erforscht, wie Kinder und Jugendliche ihr eigenes Lernen beobachten, steuern und verbessern können. Dies wird als Metakognition bezeichnet. Sie untersucht individuelle Entwicklung und soziale Einflüsse auf diese Fähigkeiten. Ihre Forschung kombiniert psychologische Theorien mit empirischen Studien, um Lernprozesse besser zu verstehen und gezielt zu fördern.
Wichtiger Aspekt der Forschung
Besonderes Augenmerk legt Professorin van Loon auf die Schwankungen im Lernverhalten über kurze und lange Zeiträume hinweg. Ihre Erkenntnisse können dazu beitragen, Bildungsmethoden zu optimieren und individuelle Lernbedürfnisse besser zu adressieren.
Beförderungen an der Universität Basel
Neben den Neubesetzungen hat der Universitätsrat auch zwei Beförderungen beschlossen. Professor Dr. Alfred Früh wird zum Associate Professor befördert. Er ist seit dem 1. Februar 2021 Assistenzprofessor mit Tenure Track für Privatrecht mit Schwerpunkt Life Sciences-Recht und Immaterialgüterrecht an der Juristischen Fakultät. Seine Beförderung tritt im Frühjahrssemester 2026 in Kraft.
Ebenfalls zum 1. Februar 2026 wird Professorin Dr. Marion Schulze zur Associate Professorin befördert. Sie ist seit 2020 als Tenure Track-Assistenzprofessorin für Geschlechterforschung und Kulturanthropologie am Departement Gesellschaftswissenschaften der Philosophisch-Historischen Fakultät tätig. Diese Beförderungen unterstreichen das Engagement der Universität Basel, herausragende akademische Leistungen anzuerkennen und zu fördern.





