Der FC Basel 1893 hat das Leihgeschäft mit dem schwedischen U21-Nationalspieler Jeremy Agbonifo vorzeitig beendet. Der 20-jährige Flügelstürmer kehrt mit sofortiger Wirkung zu seinem Stammverein, dem französischen Erstligisten RC Lens, zurück. Die ursprüngliche Vereinbarung sah eine Leihe bis zum Sommer 2024 vor und enthielt sogar eine Kaufoption.
Ein kurzes Kapitel am Rheinknie
Das Engagement von Jeremy Agbonifo beim FC Basel ist nach nur wenigen Monaten beendet. Der Offensivspieler, der im Sommer mit grossen Erwartungen vom RC Lens ausgeliehen wurde, konnte sich in der Hinrunde nicht wie erhofft durchsetzen. Beide Vereine, der FCB und RC Lens, haben sich nun darauf geeinigt, den Leihvertrag aufzulösen.
Diese Entscheidung markiert das Ende eines Missverständnisses, das für beide Seiten nicht den gewünschten sportlichen Ertrag brachte. Agbonifo wird nun nach Frankreich zurückkehren, wo über seine weitere sportliche Zukunft entschieden wird.
Agbonifos Bilanz beim FCB
- Einsätze Super League: 0
- Einsätze Schweizer Cup: 0
- Einsätze U21 (Promotion League): 9
- Tore für die U21: 1
- Vorlagen für die U21: 1
Fehlende Perspektive in der ersten Mannschaft
Der Hauptgrund für die vorzeitige Trennung liegt in der mangelnden Perspektive für den jungen Schweden in der ersten Mannschaft unter Trainer Fabio Celestini. Agbonifo kam ausschliesslich in der U21-Mannschaft des FC Basel in der Promotion League zum Einsatz. Dort absolvierte er neun Partien, in denen er ein Tor erzielte und eine weitere Vorlage gab.
Trotz seines unbestrittenen Talents, das ihn auch in die schwedische U21-Nationalmannschaft brachte, gelang es ihm nicht, sich für Einsätze in der Super League zu empfehlen. Die Konkurrenz auf den Flügelpositionen im Kader der ersten Mannschaft erwies sich als zu gross.
Die ursprüngliche Vereinbarung
Als der Leihvertrag im Sommer geschlossen wurde, klang die Perspektive noch vielversprechend. Der FC Basel sicherte sich nicht nur die Dienste des schnellen Angreifers für eine Saison, sondern auch eine Kaufoption. Dies deutete darauf hin, dass die Clubführung langfristig mit ihm plante und ihm den Sprung in den Profikader zutraute.
Die Realität sah jedoch anders aus. Der Sprung von der französischen Nachwuchsliga und der U21-Nationalmannschaft in den anspruchsvollen Alltag der Schweizer Super League erwies sich als zu hoch. Die fehlende Spielpraxis auf höchstem Niveau veranlasste die Verantwortlichen nun zum Handeln.
Was bedeutet eine Kaufoption?
Eine Kaufoption in einem Leihvertrag gibt dem aufnehmenden Verein das Recht, aber nicht die Pflicht, den Spieler nach Ablauf der Leihfrist für eine vorab festgelegte Ablösesumme fest zu verpflichten. Im Fall von Agbonifo wird diese Option nun nicht mehr relevant sein.
Auswirkungen auf die Kaderplanung des FCB
Die vorzeitige Rückkehr von Agbonifo nach Lens hat direkte Auswirkungen auf die Kaderplanung des FC Basel für die Rückrunde. Zwar spielte der Schwede in den Plänen der ersten Mannschaft keine Rolle, sein Abgang schafft jedoch Klarheit und entlastet das Budget geringfügig.
Der Fokus der sportlichen Leitung um Sportdirektor Daniel Stucki und Chefscout Ruedi Zbinden dürfte sich nun verstärkt auf die Integration eigener Nachwuchstalente oder gezielte Verstärkungen in der Winterpause richten. Der Club befindet sich in einer sportlich schwierigen Phase und muss jede Kaderentscheidung sorgfältig abwägen.
Die vorzeitige Beendigung des Leihvertrags ist ein klares Zeichen dafür, dass der FC Basel seine Ressourcen auf Spieler konzentrieren will, die sofort weiterhelfen können oder eine klarere Entwicklungsperspektive im Club haben.
Ein Trend bei Leihgeschäften?
Der Fall Agbonifo ist kein Einzelfall im modernen Fussball. Leihgeschäfte mit Kaufoptionen sind ein beliebtes Mittel, um talentierte Spieler zu testen, ohne sofort ein grosses finanzielles Risiko einzugehen. Scheitert die Integration, wie in diesem Fall, ist eine vorzeitige Trennung oft die logische Konsequenz für alle Beteiligten.
- Für den Spieler: Er erhält die Chance, bei seinem Stammverein oder einem anderen Club neue Spielpraxis zu sammeln.
- Für den Leihverein: Er schafft Platz im Kader und Budget für mögliche Alternativen.
- Für den Stammverein: Er erhält den Spieler zurück und kann eine neue Strategie für dessen Entwicklung entwerfen.
Für Jeremy Agbonifo bedeutet die Rückkehr nach Lens eine neue Chance. Der 20-Jährige hat weiterhin das Potenzial, sich im Profifussball durchzusetzen. Seine Zeit in Basel wird er als wertvolle, wenn auch schwierige Erfahrung verbuchen müssen. Für den FC Basel ist es ein weiterer Baustein in der komplexen Aufgabe, den Kader für eine erfolgreichere Zukunft neu auszurichten.





