Die UEFA Women’s Euro 2025 in der Schweiz war ein historisches Ereignis. Ein neues Buch mit dem Titel «Am Ball. Frauen, die das Spiel verändern» blickt nun hinter die Kulissen dieses Erfolgs. Es zeigt, wie zehn Frauen massgeblich zum Gelingen des Turniers beitrugen, dessen Organisation erstmals ausschliesslich in weiblichen Händen lag.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Buch beleuchtet die Arbeit von zehn Frauen, die hinter der UEFA Women’s Euro 2025 standen.
- Die Organisation des Turniers war die erste Sportgrossveranstaltung, die ausschliesslich von Frauen geleitet wurde.
- Trotz anfänglicher Skepsis waren 29 von 31 Spielen ausverkauft.
- Das Buch enthält auch persönliche Geschichten über Herausforderungen und Erfolge.
Ein Blick hinter die Kulissen des Erfolgs
Das am Mittwochabend in Basel präsentierte Buch ist kein typisches Fanbuch. Es konzentriert sich nicht auf die Spielergebnisse, sondern auf die Geschichten der Macherinnen. Sabine Horvath, Gesamtprojektleiterin der Host City Basel und Herausgeberin des Buches, beschreibt die Herausforderungen. Schon die Bewerbungsphase war intensiv. Basel musste sich gegen sieben andere Städte durchsetzen. Die Entscheidung über den Zuschlag trafen zwölf Männer und eine Frau.
Faktencheck
- Die UEFA Women’s Euro 2025 war die erste Sportgrossveranstaltung, die ausschliesslich von Frauen organisiert wurde.
- 29 der 31 Spiele waren ausverkauft.
Die Euphorie nach dem Zuschlag war nicht sofort spürbar. Regierungsrätin Stephanie Eymann erinnert sich an kritische Stimmen. Viele sagten, das Turnier werde nichts werden oder Frauenfussball interessiere niemanden. Doch die Realität zeigte ein anderes Bild. Die meisten Spiele waren restlos ausverkauft, die Begeisterung war riesig.
Frauen in Führungspositionen
Nadine Kessler, Direktorin Frauenfussball bei der UEFA, betont die zentrale Rolle der Frauen. Im Buch hält sie fest, dass Frauen Schlüsselrollen bei der Turnierorganisation einnahmen. Sie sind der lebende Beweis für die Führungsqualitäten von Frauen. Kessler hofft, dass dies andere Frauen dazu inspiriert, ähnliche Wege zu gehen.
«Frauen nahmen Schlüsselrollen bei der Turnierorganisation ein. Sie sind der lebende Beweis für die Führungsqualitäten von Frauen.» – Nadine Kessler, Direktorin Frauenfussball bei der UEFA
Ein Beispiel dafür ist Céline Bradke. Die HSG-Absolventin wollte ursprünglich nur einen kleinen Job beim Turnier, etwa als Ballmädchen. Stattdessen wurde sie die rechte Hand von Roger Hegi im OK der Host City St. Gallen. Als Hegi krankheitsbedingt ausfiel, übernahm sie mit nur 24 Jahren und ohne Berufserfahrung seine Aufgaben. Sie selbst bezeichnet dies als eine mutige Entscheidung.
Hintergrundinformation
Die UEFA Women's Euro ist das wichtigste Frauenfussballturnier Europas. Die Austragung in der Schweiz war ein Meilenstein für den Frauenfussball und zeigte das wachsende Interesse an diesem Sport.
Mut zum Sprung ins kalte Wasser
Céline Bradke erlebte Monate voller intensiver Arbeit. Es gab emotionale Höhen und Tiefen, aber der Einsatz zahlte sich aus. Ihre Geschichte soll jungen Frauen zeigen, dass es sich lohnt, ins kalte Wasser zu springen und Verantwortung zu übernehmen. Sie ermutigt dazu, «Födle» zu zeigen, wie man in St. Gallen sagt, was so viel wie Mut bedeutet.
Das Buch enthält auch amüsante Anekdoten. Zwei Männer der Basler Verkehrsabteilung programmierten beispielsweise Fussgängerampeln neu. Bei Grün leuchtete eine Frau mit Fussball auf. Diese Idee stammte ursprünglich aus St. Gallen, wurde dort aber von der Polizei abgelehnt. Sabine Horvath, die Gesamtprojektleiterin, wusste nichts von dieser Aktion. Sie musste lachen, als sie die Ampelfrauen zum ersten Mal sah.
Wertschöpfung und breite Akzeptanz
Die Frauen-Europameisterschaft brachte der Hauptspielstadt Basel eine beträchtliche Wertschöpfung. Die Spiele im Joggeli generierten 32 Millionen Franken. Dies unterstreicht nicht nur den sportlichen, sondern auch den wirtschaftlichen Erfolg des Turniers. Die breite Akzeptanz und das grosse Publikumsinteresse widerlegten die anfänglichen Zweifeln vieler Kritiker.
Das Buch «Am Ball» bietet somit mehr als nur eine Chronik des Turniers. Es ist ein Zeugnis von weiblicher Führung, Entschlossenheit und dem Mut, neue Wege zu gehen. Es zeigt, wie Visionen Realität werden können, auch wenn nicht jeder von Anfang an daran glaubt. Die Geschichten der zehn Frauen sind eine Inspiration für viele.
- Das Turnier förderte die Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen.
- Es bewies die wachsende Popularität des Frauenfussballs.
- Die wirtschaftlichen Vorteile waren für die Austragungsorte erheblich.
Die positiven Rückmeldungen und die ausverkauften Stadien sprechen eine klare Sprache. Der Frauenfussball hat sich etabliert und begeistert immer mehr Menschen. Die Frauen, die dieses Turnier ermöglichten, haben tatsächlich das Spiel verändert.





