Der Basler Spezialchemiehersteller Clariant hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoverlust von 41 Millionen Franken abgeschlossen. Dies steht im starken Kontrast zum Vorjahresgewinn von 280 Millionen Franken. Hauptursache für den Verlust ist ein signifikanter einmaliger Abschreibungsbetrag von 230 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Verkauf der Venezuela-Einheit.
Wichtige Erkenntnisse
- Clariant verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 41 Millionen Franken.
- Ein einmaliger Abschreiber von 230 Millionen Franken aus dem Venezuela-Verkauf ist die Hauptursache.
- Trotz des Verlusts verbesserte das Unternehmen seine EBITDA-Marge auf 16,4 Prozent.
- Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 3,91 Milliarden Franken, blieb währungsbereinigt jedoch stabil.
- Clariant hält an der Dividende von 42 Rappen pro Aktie fest.
Einmaliger Effekt belastet Bilanz
Der Verkauf des Geschäfts in Venezuela führte zu einer ausserordentlichen Belastung der Bilanz. Ohne diesen Sondereffekt hätte Clariant einen Gewinn von 189 Millionen Franken ausgewiesen. Dies unterstreicht die operative Stärke des Unternehmens, die durch diesen einmaligen Vorgang überschattet wurde.
Die Entscheidung, sich von der Venezuela-Einheit zu trennen, war eine strategische Portfoliobereinigung. Solche Massnahmen sind oft notwendig, um sich auf Kernmärkte und profitablere Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Kurzfristig führen sie jedoch zu finanziellen Belastungen.
Faktencheck
- Nettoverlust 2025: 41 Millionen Franken
- Vorjahresgewinn: 280 Millionen Franken
- Abschreiber Venezuela: 230 Millionen Franken
- Umsatz 2025: 3,91 Milliarden Franken (Rückgang von 6 Prozent)
Operative Verbesserung trotz Umsatzrückgang
Trotz des Rückgangs beim Gesamtumsatz um 6 Prozent auf 3,91 Milliarden Franken konnte Clariant seine Profitabilität steigern. Währungsbereinigt blieb der Umsatz stabil. Dies zeigt, dass das Unternehmen in der Lage war, die Herausforderungen in einem schwierigen Marktumfeld zu meistern.
Der Betriebsgewinn (EBITDA) sank zwar nominal um 2 Prozent auf 643 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge verbesserte sich jedoch von 15,8 Prozent im Vorjahr auf 16,4 Prozent. Diese Verbesserung ist ein direktes Ergebnis des laufenden Sparprogramms, das Kosteneinsparungen von 50 Millionen Franken generierte.
Kosteneinsparungen tragen Früchte
Vor Sondereffekten stieg der EBITDA sogar um 5 Prozent auf 697 Millionen Franken. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent. Diese Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten und deuten auf eine solide operative Leistung hin.
Die Effizienzsteigerungen und Kostenkontrolle sind entscheidend in einem Umfeld, das von schwacher Kundennachfrage geprägt ist. Clariant sah sich in vielen Märkten mit einem Volumenrückgang von 1 Prozent konfrontiert, während die durchschnittlichen Verkaufspreise stabil blieben.
"Ohne den Effekt des Venezuela-Verkaufs hätten wir einen Gewinn von 189 Millionen Franken geschrieben", betonte ein Unternehmenssprecher von Clariant. Dies verdeutlicht die zugrunde liegende Rentabilität des Geschäfts.
Dividende bleibt stabil – Ausblick herausfordernd
Clariant plant, der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 42 Rappen je Aktie vorzuschlagen. Dies ist ein Zeichen des Vertrauens in die finanzielle Stabilität des Unternehmens, gestützt durch einen operativen Cashflow von 419 Millionen Franken, der nahezu auf Vorjahresniveau liegt.
Der Ausblick für das laufende Jahr bleibt jedoch vorsichtig. Clariant erwartet weiterhin makroökonomische Herausforderungen, Unsicherheiten und Risiken. Der Umsatz in lokalen Währungen soll voraussichtlich unverändert bleiben, wobei die Portfoliobereinigung die Verkäufe um etwa 1 Prozent schmälern wird.
Hintergrund der Spezialchemie
Spezialchemikalien sind für eine Vielzahl von Industrien unerlässlich, darunter Automobil, Bauwesen, Elektronik und Konsumgüter. Sie sind oft massgeschneidert für spezifische Anwendungen und tragen zur Verbesserung von Produkteigenschaften bei. Die Branche ist stark von globalen Wirtschaftstrends und der Innovationsfähigkeit abhängig.
Mittelfristige Ziele bestätigt
Für das laufende Jahr erwartet Clariant vor Sonderposten eine EBITDA-Marge von 18 Prozent. Dies liegt auch an weiteren Kosteneinsparungen von 30 Millionen Franken, die zum grössten Teil in diesem Jahr wirksam werden.
Clariant bekräftigt zudem seine mittelfristigen Ziele. Bis spätestens 2027 strebt der Hersteller eine EBITDA-Marge von 19 bis 21 Prozent an. Gleichzeitig soll das Umsatzwachstum in Lokalwährungen zwischen 4 und 6 Prozent liegen. Das Erreichen dieser Ziele hängt jedoch stark von einer Erholung der globalen Märkte ab.
- Ziel EBITDA-Marge 2026: 18 Prozent (vor Sonderposten)
- Ziel EBITDA-Marge bis 2027: 19 bis 21 Prozent
- Ziel Umsatzwachstum bis 2027: 4 bis 6 Prozent (in Lokalwährungen)
Die Strategie des Unternehmens konzentriert sich auf Innovation, Kostenmanagement und eine gezielte Portfoliooptimierung, um auch in einem volatilen Umfeld nachhaltiges Wachstum zu erzielen.





