Das Schweizer Tourneetheater «Das Zelt» steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Offene Rechnungen belaufen sich auf über 2,5 Millionen Franken. Medienberichte zeigen, dass Löhne verspätet gezahlt und Sozialabgaben möglicherweise nicht entrichtet wurden. Die Migros musste bereits mit einem Darlehen aushelfen.
Wichtige Punkte
- «Das Zelt» hat offene Rechnungen von über 2,5 Millionen Franken.
- Löhne für Januar und Februar wurden teilweise erst verspätet ausbezahlt.
- Sozialversicherungsbeiträge für Mitarbeitende könnten ausstehen.
- Die Migros gewährte Ende 2025 ein Darlehen wegen Liquiditätsengpässen.
- Ab dem 26. März sollen Partizipationsscheine zur Stärkung der Finanzlage angeboten werden.
Erhebliche Schuldenlast belastet das Tourneetheater
Das Tourneetheater «Das Zelt», das seit 2002 als feste Grösse in der Schweizer Kulturlandschaft gilt, kämpft mit einer massiven Schuldenlast. Ein aktueller Auszug aus dem Betreibungsregister der Das Zelt AG zeigt Forderungen von mehr als 2,5 Millionen Franken. Diese Summe setzt sich aus verschiedenen Posten zusammen, die auf eine angespannte Liquiditätslage hindeuten.
Besonders alarmierend sind Berichte über ausstehende Zahlungen an Mitarbeitende. Mehrere Quellen bestätigen, dass die Gehälter für die Monate Januar und Februar nur teilweise oder verspätet überwiesen wurden. Dies schafft grosse Unsicherheit bei den Angestellten, die auf ihre pünktlichen Lohnzahlungen angewiesen sind.
Fakten zur Finanzlage
- Gesamtschulden: über 2,5 Millionen Franken.
- Forderungen von Steuerämtern, Kantonen und Gemeinden: rund 200'000 Franken.
- Offene Forderungen der Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel: rund 143'000 Franken.
- Offene Forderung bei einer Krankenversicherung: 145'000 Franken.
Sozialabgaben und Krankenversicherungen betroffen
Die finanzielle Schieflage von «Das Zelt» wirkt sich direkt auf die Sozialversicherungsbeiträge der Mitarbeitenden aus. Forderungen der Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel in Höhe von etwa 143'000 Franken lassen vermuten, dass die Das Zelt AG die Beiträge für ihre Angestellten nicht vollständig abgeführt hat. Solche Versäumnisse können weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen haben, da sie sich auf Rentenansprüche und andere Sozialleistungen auswirken.
Zusätzlich steht eine Forderung von 145'000 Franken bei einer Krankenversicherung offen. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte die Anmeldung ausländischer Angestellter sein, die nur kurzfristig in der Schweiz tätig sind, deren Prämien jedoch nicht beglichen wurden. Diese Situation belastet nicht nur das Unternehmen, sondern auch die einzelnen Mitarbeiter erheblich.
Adrian Steiner, Direktor von «Das Zelt», bezeichnete die aktuelle Situation als «kurzfristigen Liquiditätsengpass wegen saisonaler Schwankungen».
Die Rolle der Migros und die Nachwirkungen der Pandemie
Die finanzielle Notlage von «Das Zelt» ist nicht neu. Bereits Ende 2025 war die Kasse so leer, dass die Migros, welche ihr 100-Jahr-Jubiläum mit einer Tournee des Theaters feierte, mit einem Darlehen aushelfen musste. Die Migros hat diese Unterstützung aufgrund eines akuten Liquiditätsengpasses bestätigt. Auch aus diesem Darlehen bestehen noch offene Forderungen.
Hintergrund der Schwierigkeiten
Die Corona-Pandemie hat die gesamte Veranstaltungsbranche stark getroffen. Über 580 Tage lang war der Spielbetrieb für Events untersagt. Diese ausserordentliche Situation wirkt sich laut «Das Zelt» bis heute auf die finanzielle Stabilität aus. Die Verunsicherung der Konsumenten sowie wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen hätten die Lage zusätzlich verschärft.
Adrian Steiner, der Direktor von «Das Zelt», erklärt die Probleme mit einem «kurzfristigen Liquiditätsengpass wegen saisonaler Schwankungen». Er verweist zudem auf die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie und die allgemeine Verunsicherung der Konsumentinnen und Konsumenten. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen hätten die Situation zusätzlich verstärkt.
Zukunftspläne: Partizipationsscheine sollen helfen
Um die langfristige Stabilität der Kulturplattform zu sichern, plant «Das Zelt» die Ausgabe von Partizipationsscheinen. Ab dem 26. März haben Unterstützer die Möglichkeit, sich mit einem Beitrag ab 250 Franken am Schweizer Tourneetheater zu beteiligen. Diese Massnahme soll frisches Kapital generieren und dem Unternehmen helfen, die aktuelle Krise zu überwinden.
Die Hoffnung ist, dass die breite Unterstützung der Bevölkerung und der Kulturfreunde dazu beitragen kann, «Das Zelt» als wichtigen Bestandteil der Schweizer Kulturlandschaft zu erhalten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Initiative ausreicht, um die finanzielle Grundlage des Theaters nachhaltig zu stärken und seine Zukunft zu sichern.
Medienpartnerschaften und die Bedeutung für die Kultur
Aktuell ist Ringier Medien Schweiz mit Blick und Schweizer Illustrierte Medienpartner der «Das Zelt»-Shows. Solche Partnerschaften sind entscheidend für die Sichtbarkeit und den Erfolg des Tourneetheaters. Die kulturelle Vielfalt, die «Das Zelt» bietet, ist für viele Regionen der Schweiz von grosser Bedeutung. Eine Schliessung hätte weitreichende Folgen für Künstler und Publikum.
Das Theater hat sich über die Jahre einen Namen gemacht und zieht jährlich Tausende von Besuchern an. Es bietet eine Plattform für verschiedene Kunstformen, von Musik über Comedy bis hin zu Akrobatik. Der Erhalt dieses mobilen Kulturortes ist nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern auch für die gesamte Schweizer Kulturszene von grosser Wichtigkeit.
- Was sind Partizipationsscheine? Sie ermöglichen es Anlegern, sich am Unternehmen zu beteiligen, ohne Stimmrechte zu erhalten. Sie sind eine Form der Eigenkapitalfinanzierung.
- Warum ist «Das Zelt» wichtig? Es bietet eine einzigartige mobile Kulturplattform, die Kunst und Unterhaltung in verschiedene Regionen der Schweiz bringt und vielen Künstlern eine Bühne bietet.





