Der niederländisch-schweizerische Chemiekonzern DSM-Firmenich hat einen bedeutenden Schritt in seiner strategischen Neuausrichtung vollzogen. Das Unternehmen verkauft seinen Geschäftsbereich für Tierfutter und Tiergesundheit an das Finanzunternehmen CVC. Dieser Deal hat einen Unternehmenswert von rund 2,2 Milliarden Euro und umfasst auch wichtige Standorte im Fricktal.
Wichtigste Punkte
- DSM-Firmenich verkauft Tierfuttersparte für 2,2 Milliarden Euro an CVC.
- Eine Earn-Out-Klausel von bis zu 0,5 Milliarden Euro ist vereinbart.
- DSM-Firmenich behält 20 Prozent Anteile an der veräusserten Einheit.
- Der Standort Sisseln im Fricktal ist von diesem Verkauf betroffen.
- Das Unternehmen konzentriert sich nun vollständig auf Verbrauchergeschäfte (Ernährung, Gesundheit, Schönheit).
Strategische Neuausrichtung des Konzerns
Der Verkauf des Tierfuttergeschäfts ist Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung von DSM-Firmenich. Bereits Anfang 2024 kündigte der Konzern an, diesen Bereich auszugliedern und unter neuer Führung weiterzuführen. Mit diesem Schritt will sich DSM-Firmenich künftig voll auf das Verbrauchergeschäft konzentrieren. Dazu gehören die Bereiche Ernährung, Gesundheit und Schönheit.
Der Verkauf an CVC Global ist nicht der erste in dieser Richtung. Bereits 2025 veräusserte das Unternehmen den Bereich Futtermittelenzyme an Novonesis. Dieser Deal brachte 1,5 Milliarden Euro ein. Die aktuelle Transaktion mit CVC markiert den Abschluss dieser strategischen Veränderungen.
Fakten zum Deal
- Unternehmenswert: Rund 2,2 Milliarden Euro (ca. 2 Milliarden Franken)
- Earn-Out-Klausel: Bis zu 0,5 Milliarden Euro zusätzlich, abhängig vom zukünftigen Erfolg
- Verbleibender Anteil: DSM-Firmenich hält 20 Prozent der Anteile an der verkauften Einheit
Auswirkungen auf Standorte im Fricktal
Die Standorte von DSM-Firmenich im Fricktal, namentlich in Kaiseraugst und Sisseln, sind von diesem Verkauf direkt betroffen. Insbesondere der Standort in Sisseln ist massgeblich in die Produktion von Vitaminen für Tierfutterzusätze involviert. Es bleibt abzuwarten, welche genauen Auswirkungen der Eigentümerwechsel auf die dortigen Betriebsabläufe und die Belegschaft haben wird.
Der Konzern hat in den letzten Jahren bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen. Dazu gehörten Investitionen in neue Gebäude. Gleichzeitig gab es Berichte über Druck auf den Vitaminmarkt, insbesondere durch Konkurrenz aus China. DSM-Firmenich betonte jedoch, Kündigungen oder Kurzarbeit vermieden zu haben.
"Dieser Verkauf ist der letzte strategische Schritt, um uns vollständig auf unser Kerngeschäft in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Schönheit zu konzentrieren."
Fokus auf das Verbrauchergeschäft
Die Entscheidung, das Tierfuttergeschäft abzustossen, unterstreicht die klare Absicht von DSM-Firmenich, sich auf margenstärkere und wachstumsträchtigere Segmente zu konzentrieren. Das Verbrauchergeschäft in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Schönheit gilt als zukunftsträchtig. Hier sieht der Konzern seine Kernkompetenzen und das grösste Potenzial für zukünftiges Wachstum.
Die verbleibenden 20 Prozent Beteiligung am veräusserten Unternehmensteil zeigen, dass DSM-Firmenich weiterhin ein Interesse am Erfolg dieser Sparte hat. Es ermöglicht dem Konzern, von einer positiven Entwicklung zu profitieren, ohne die volle operative Verantwortung zu tragen.
Hintergrundinformationen
DSM-Firmenich entstand aus der Fusion des niederländischen Chemiekonzerns DSM und des Schweizer Duft- und Aromenherstellers Firmenich. Diese Grossfusion sollte Synergien schaffen und das Unternehmen als führenden Anbieter in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Schönheit positionieren. Die nun erfolgte Trennung vom Tierfuttergeschäft ist eine Konsequenz dieser langfristigen Strategie.
Zukünftige Projekte im Aargau
Trotz der Verkäufe bleibt DSM-Firmenich ein wichtiger Arbeitgeber und Investor in der Region Aargau. Der Konzern plant zum Beispiel ein grosses Solarkraftwerk im Aargau. Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 6600 Modulen soll entstehen. Dies zeigt das Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien am Standort Schweiz.
Auch am Standort Kaiseraugst sind Veränderungen geplant. Es sollen sieben Bauten abgerissen werden. Dies ist Teil einer Modernisierung und Optimierung der Infrastruktur. Diese Massnahmen sollen keine Auswirkungen auf den Personalbestand haben. Die Zukunft der Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen des Tiernahrungs- und Gesundheitsgeschäfts wird jedoch genau beobachtet.
Entwicklungen im Vitaminmarkt
Der globale Vitaminmarkt steht seit einiger Zeit unter Druck. Insbesondere die Konkurrenz aus Asien hat die Preise beeinflusst. DSM-Firmenich hat in Sisseln Massnahmen ergriffen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Dazu gehörten Anpassungen in der Produktion und Effizienzsteigerungen. Die Unternehmensführung betonte stets, dass der Fokus auf langfristige Stabilität liegt.
Die jetzige Transaktion könnte dem verbleibenden Geschäftsbereich mehr Flexibilität und Ressourcen verschaffen. Dies ist entscheidend, um in einem dynamischen Marktumfeld bestehen zu können. Die Konzentration auf Kernbereiche soll die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Fazit und Ausblick
Der Verkauf des Tierfutter- und Tiergesundheitsgeschäfts an CVC ist ein wichtiger Meilenstein für DSM-Firmenich. Er festigt die Ausrichtung des Konzerns auf das Verbrauchergeschäft und schafft finanzielle Spielräume. Für die Standorte im Fricktal beginnt eine neue Phase unter neuer Eigentümerschaft. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Veränderungen auf die lokale Wirtschaft und die Beschäftigten auswirken werden.
Die strategische Entscheidung, sich von bestimmten Geschäftsbereichen zu trennen, ist ein klares Signal für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. DSM-Firmenich setzt auf Konsumgüter und Innovationen in Ernährung, Gesundheit und Schönheit, um seine Position am Markt weiter auszubauen.





