Der weltweite Kunstmarkt hat sich im Jahr 2025 überraschend schnell von einem Rückgang erholt und ein deutliches Wachstum verzeichnet. Nach einem herausfordernden Vorjahr stieg der Umsatz um vier Prozent auf insgesamt 59,6 Milliarden Dollar. Dies markiert eine Trendwende und lässt die Branche optimistisch in die Zukunft blicken.
Wichtige Erkenntnisse
- Der globale Kunstmarkt wuchs 2025 um 4 Prozent auf 59,6 Milliarden Dollar.
- Auktionsverkäufe stiegen um 9 Prozent, Händlerumsätze um 2 Prozent.
- Kunstmessen steigerten ihren Anteil am Händlerumsatz auf 35 Prozent, den höchsten Wert seit 2022.
- Verkäufe im Hochpreissegment (über 10 Millionen Dollar) legten um 30 Prozent zu.
- Die Schweiz verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von 13 Prozent.
- USA, Grossbritannien und China dominieren weiterhin mit 76 Prozent des Gesamtumsatzes.
Ein Jahr der Erholung und des Wachstums
Nach einem Rückgang von zwölf Prozent im Vorjahr zeigt sich der Kunstmarkt 2025 wieder resilient. Der Gesamtumsatz von 59,6 Milliarden Dollar ist ein klares Zeichen für die Stärke und Anpassungsfähigkeit der Branche. Besonders die Auktionshäuser trugen massgeblich zu dieser Erholung bei.
Die Auktionsverkäufe stiegen um bemerkenswerte neun Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Händler ein moderateres Wachstum von zwei Prozent. Dieser Unterschied deutet auf eine Verschiebung der Präferenzen oder auf eine stärkere Aktivität im Zweitmarkt hin.
Marktdaten auf einen Blick
- Gesamtumsatz 2025: 59,6 Milliarden Dollar
- Wachstum gegenüber Vorjahr: +4%
- Auktionsverkäufe: +9%
- Händlerumsätze: +2%
Kunstmessen gewinnen an Bedeutung
Ein bemerkenswerter Trend im Jahr 2025 war die gestiegene Bedeutung von Kunstmessen. Ihr Anteil am gesamten Händlerumsatz erhöhte sich um vier Prozentpunkte und erreichte 35 Prozent. Dies ist der höchste Anteil seit 2022 und unterstreicht ihre Rolle als zentrale Plattformen für den Kunsthandel.
Kunstmessen bieten Sammlern und Liebhabern die Möglichkeit, Werke direkt zu erleben und Kontakte zu knüpfen. Die Rückkehr zu physischen Veranstaltungen nach den Pandemiejahren scheint hier einen wichtigen Impuls gegeben zu haben.
«Dies ist ein strategischer Wendepunkt im Kunstgeschäft», kommentierte Noah Horowitz, CEO der Art Basel, die Entwicklungen. Er betonte die dynamische Anpassung der Branche an neue Gegebenheiten.
Hochpreissegment als Wachstumsmotor
Das Hochpreissegment war ein entscheidender Treiber für das Wachstum im Kunstmarkt. Verkäufe von Kunstwerken mit einem Wert von über zehn Millionen Dollar verzeichneten einen Anstieg von 30 Prozent. Diese Entwicklung ist teilweise auf den Verkauf bedeutender Privatsammlungen zurückzuführen, die auf den Markt kamen.
Auch über den gesamten Markt hinweg konnte das oberste Preissegment nach einer Phase der Zurückhaltung im Vorjahr wieder deutlich zulegen. Dies zeigt, dass Investoren und Sammler weiterhin bereit sind, hohe Summen für aussergewöhnliche Werke zu investieren.
Hintergrund: Die Top-Märkte
Die drei führenden Kunstmärkte – die USA, Grossbritannien und China – blieben stabil und machten zusammen 76 Prozent des weltweiten Umsatzes aus. Ihre Dominanz ist ungebrochen, auch wenn andere Märkte ebenfalls an Bedeutung gewinnen.
Diese Länder verfügen über eine etablierte Infrastruktur für den Kunsthandel, eine grosse Zahl von Sammlern und eine starke Wirtschaft, die Investitionen in Kunst ermöglicht.
Schweizer Markt wächst überdurchschnittlich
Besonders erfreulich ist die Entwicklung auf dem Schweizer Kunstmarkt. Obwohl er im globalen Vergleich eher klein ist, verzeichnete er 2025 ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 13 Prozent. Dieses Wachstum übertrifft den globalen Durchschnitt deutlich.
Die Schweiz hat sich als wichtiger Standort für Kunsthandel und -lagerung etabliert, nicht zuletzt durch ihre stabilen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die hohe Kaufkraft und das Interesse an Kunst tragen ebenfalls zum Erfolg bei.
Optimismus für das kommende Jahr
Der Blick in die Zukunft ist von Optimismus geprägt. Eine Umfrage unter Kunsthändlern zeigt, dass 43 Prozent eine Umsatzsteigerung im laufenden Jahr erwarten. Weitere 38 Prozent gehen von stabilen Umsätzen aus.
Nur ein kleiner Teil der Händler rechnet mit einem Rückgang. Dieser positive Ausblick deutet darauf hin, dass die Branche die Herausforderungen der vergangenen Jahre erfolgreich gemeistert hat und weiterhin auf Wachstumskurs bleibt.
Die Fähigkeit des Kunstmarktes, sich schnell anzupassen und neue Wege zu finden, um Sammler und Kunstwerke zusammenzubringen, ist ein Schlüsselfaktor für diesen anhaltenden Erfolg. Die Digitalisierung und innovative Messekonzepte spielen dabei eine immer grössere Rolle.





