Die Schweizer Wirtschaft wird im Jahr 2026 weiterhin ein verhaltenes Wachstum zeigen. Eine deutliche Belebung der Konjunktur ist erst ab 2027 zu erwarten. Dies geht aus aktuellen Prognosen des Instituts BAK Economics hervor. Die Entwicklung wird dabei je nach Branche sehr unterschiedlich verlaufen, mit starken Impulsen aus der Pharmaindustrie und anhaltenden Herausforderungen im Maschinenbau.
Wichtige Erkenntnisse
- BAK Economics prognostiziert für 2026 ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent.
- Ab 2027 wird eine spürbare Belebung mit einem Wachstum von 1,5 Prozent erwartet.
- Die pharmazeutische Industrie ist der Haupttreiber des Wachstums.
- Maschinenbau und Metallindustrie verzeichnen voraussichtlich Rückgänge.
- Die Prognosen sind stark von der US-Handelspolitik beeinflusst.
Verhaltenes Wachstum im Jahr 2026
Für das laufende Jahr 2026 rechnet BAK Economics mit einem moderaten Wirtschaftswachstum. Das um Sportevents bereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) wird voraussichtlich um 0,9 Prozent zulegen. Diese Zahl zeigt, dass die Schweizer Wirtschaft zwar wächst, aber noch nicht ihre volle Dynamik erreicht hat.
Die aktuelle Situation erfordert von vielen Unternehmen weiterhin Geduld. Besonders in der Industrie sind die Zeichen noch nicht auf einen schnellen Aufschwung gestellt. Die Nachfrage zieht nur langsam an, was sich in verschiedenen Sektoren bemerkbar macht.
Faktencheck Wirtschaft
- BIP-Wachstum 2026: 0,9 Prozent (bereinigt um Sportevents)
- BIP-Wachstum 2027: 1,5 Prozent erwartet
Deutliche Belebung ab 2027 erwartet
Die Aussichten für das Jahr 2027 sind positiver. BAK Economics prognostiziert für dieses Jahr ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent. Dies deutet auf eine spürbare konjunkturelle Belebung hin, die sich in vielen Wirtschaftsbereichen auswirken dürfte. Experten erwarten eine breitere Erholung.
Diese Verbesserung ist für die Schweizer Wirtschaft von grosser Bedeutung. Sie könnte neue Impulse setzen und zu einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes beitragen. Unternehmen können sich auf eine Phase stärkeren Wachstums einstellen.
Branchen im Fokus: Pharma als Motor
Die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftszweige wird laut den Ökonomen sehr unterschiedlich verlaufen. Die pharmazeutische Industrie erweist sich dabei als der stärkste Wachstumstreiber. Für diesen Sektor werden beeindruckende Wachstumsraten erwartet.
Konkret prognostizieren die Experten für die Pharmaindustrie ein Wachstum von 5,1 Prozent im Jahr 2026 und sogar 7,0 Prozent im Jahr 2027. Diese Zahlen unterstreichen die zentrale Rolle der Pharmabranche für die Schweizer Wirtschaft.
"Die grössten Impulse kommen von der pharmazeutischen Industrie. Für diese sagen die Experten für 2026 und 2027 ein Wachstum von 5,1 und 7,0 Prozent voraus."
Herausforderungen in anderen Sektoren
Nicht alle Industriezweige profitieren gleichermassen von der erwarteten Belebung. Für den Maschinenbau sehen die Prognosen von BAK Economics weniger rosig aus. Hier werden weiterhin rückläufige Wachstumsraten erwartet.
Für den Maschinenbau wird ein Rückgang von 3,6 Prozent im Jahr 2026 und 1,8 Prozent im Jahr 2027 prognostiziert. Auch die Metallindustrie dürfte sich rückläufig entwickeln. Diese Sektoren müssen sich auf anhaltende Schwierigkeiten einstellen.
Die Uhrenindustrie zeigt sich etwas widerstandsfähiger. Hier wird ein leichtes Wachstum von 0,9 Prozent für 2026 und 1,1 Prozent für 2027 erwartet. Dies deutet auf eine Stabilisierung in einem traditionell wichtigen Exportbereich hin.
Hintergrund: Die Bauwirtschaft
Ein weiterer wichtiger Impulsgeber ist die Bauwirtschaft. Für das laufende Jahr 2026 wird hier ein Wachstum von gut 2 Prozent prognostiziert. Dies liegt an einer "sehr gut gefüllten Pipeline" in der Branche, wie es heisst. Viele Projekte sind bereits in Planung oder im Bau, was für Stabilität sorgt.
Unsicherheitsfaktor: US-Handelspolitik
Alle Prognosen sind jedoch mit einem wichtigen Vorbehalt versehen: der Politik des US-Präsidenten. Chefökonom Claude Maurer von BAK Economics betont die Unvorhersehbarkeit der Situation.
"Trumps Verhalten ist disruptiv und kann nicht prognostiziert werden", sagte BAK-Economics-Chefökonom Claude Maurer.
Obwohl sehr hohe Zölle derzeit vom Tisch sind, bleibt das Problem der Handelsbilanz bestehen. Neue Zoll-Attacken können nicht ausgeschlossen werden. Dies schafft eine erhebliche Unsicherheit für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. Unternehmen müssen diese Risiken in ihren Planungen berücksichtigen.
Die globale Wirtschaftslage, insbesondere die Handelspolitik der USA, hat einen direkten Einfluss auf die Schweizer Exportwirtschaft. Plötzliche Änderungen können die besten Prognosen zununste machen und die Erholung verlangsamen.
Ausblick für die Schweiz
Die Schweizer Wirtschaft steht vor einer Phase der Erholung, die jedoch nicht alle Branchen gleichermassen betrifft. Während die Pharmaindustrie und die Bauwirtschaft zuversichtlich in die Zukunft blicken können, müssen der Maschinenbau und die Metallindustrie mit anhaltenden Herausforderungen rechnen.
Die politische Entwicklung in den USA bleibt ein entscheidender Faktor. Unternehmen und Politik müssen wachsam bleiben und flexibel auf mögliche Veränderungen reagieren, um die Stabilität und das Wachstum der Schweizer Wirtschaft langfristig zu sichern.





