Basel wird zum Zentrum einer wichtigen Diskussion über die Zukunft der Baukultur. Eine neue Vortragsreihe im Frühjahr thematisiert strukturelle und prozessuale Transformationen in der Architektur. Experten aus der ganzen Welt präsentieren ihre Ansätze zu Zusammenarbeit, Klimaanpassung und konstruktiven Konzepten.
Wichtige Punkte
- Vortragsreihe im Gare du Nord in Basel untersucht Baukulturwandel.
- Fokus liegt auf strukturellen und prozessualen Veränderungen.
- Experten diskutieren Zusammenarbeit, Klimaanpassung und neue Konzepte.
- Die Veranstaltungen sind öffentlich und der Eintritt ist frei.
Architektur im Wandel: Herausforderungen und neue Wege
Die Architektur steht heute vor komplexen Herausforderungen. Der Klimawandel und steigende Baukosten erfordern innovative Lösungen. Die Vortragsreihe, organisiert vom Institut Architektur der FHNW, beleuchtet diese Themen. Sie lädt dazu ein, über den Status quo hinauszudenken.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie spezifische Formen der Zusammenarbeit, architektonische Strategien im Umgang mit klimatischen Herausforderungen und konstruktive Konzepte Impulse für einen Wandel der Baukultur geben können. Die Veranstalter möchten nicht nur abgeschlossene Transformationen analysieren, sondern auch den gegenwärtigen Verwandlungsprozess und dessen potenzielle Auswirkungen auf zukünftige Entwicklungen betrachten.
Faktencheck: Baukosten in der Schweiz
- Die Baukosten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.
- Materialpreise und Fachkräftemangel tragen zu dieser Entwicklung bei.
- Nachhaltige Bauweisen können langfristig Kosten senken, erfordern aber oft höhere Anfangsinvestitionen.
Internationale Perspektiven: Von Mumbai bis Berlin
Die Reihe startet mit Samuel Barclay von Case Design aus Mumbai. Am 11. März spricht er über «The Craft of Collaboration». Sein Vortrag beleuchtet die Avasara Academy in Indien, ein Projekt, das Bildung für junge Frauen ermöglicht. Case Design arbeitete eng mit lokalen Handwerkern und Ingenieuren zusammen, um einen Ort der Geborgenheit zu schaffen. Das Projekt zeigt, wie Architektur gesellschaftliche Transformationen anstoßen kann.
„Die Avasara Academy ist ein Beispiel dafür, wie Architektur durch Bildung soziale Barrieren überwinden und neue Horizonte eröffnen kann.“
Weiter geht es am 28. April mit Christina Köchling von Felgendreher Olfs Köchling aus Berlin. Ihr Thema ist «Ästhetik der Technik». Sie zeigt, wie Gebäudetechnik als integraler Bestandteil des architektonischen Entwurfs verstanden werden kann. Angesichts des Klimawandels und steigender Baukosten gewinnen Lowtech-Ansätze an Bedeutung. Köchling gibt Einblicke in ihr Buch und ihre Praxis, die einfache, effiziente Lösungen in den Vordergrund stellen.
Hintergrund: Lowtech in der Architektur
Lowtech-Ansätze in der Architektur konzentrieren sich auf den Einsatz einfacher, robuster und langlebiger Materialien sowie auf passive Systeme zur Klimatisierung und Energieversorgung. Dies reduziert nicht nur die Abhängigkeit von komplexer Technik, sondern oft auch die Baukosten und den ökologischen Fußabdruck.
Nachhaltige Erneuerung und einfaches Bauen
Am 19. Mai präsentieren Marianne Baumgartner und Luca Camponovo von Camponovo Baumgartner aus Zürich «A Room of One’s Own». Sie stellen ein Projekt vor, das eine Siedlung durch nachhaltige Erneuerung transformiert. Dieser Ansatz respektiert bestehende Bauten und ergänzt sie durch neue Gebäude, anstatt auf eine Tabula-Rasa-Strategie zu setzen. Die Wechselwirkungen zwischen Alt und Neu bieten sowohl Potential als auch Herausforderungen.
Den Abschluss bildet Florian Nagler aus München am 27. Mai mit «Einfach Bauen». Die Komplexität von Konstruktionen und Gebäudetechnik hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Eine wachsende Zahl von Normen und Baugesetzen soll die Qualität sichern, erreicht dieses Ziel aber oft nicht. Nagler und sein Team von der TU München erforschen seit 2012 im Verbund «Einfach Bauen» gegensätzliche Entwicklungen. Sie setzen wichtige Impulse für die Bauwirtschaft.
Forschungshäuser in Bad Aibling
- Drei Forschungshäuser dienen als praktische Beispiele für «Einfach Bauen».
- Sie untersuchen die Reduktion von Komplexität in Konstruktion und Haustechnik.
- Ziel ist es, nachhaltige und kosteneffiziente Bauweisen zu entwickeln.
Die Vorträge finden jeweils um 19:00 Uhr in der Bar du Nord am Badischen Bahnhof in Basel statt. Der Eintritt ist frei, und ein Barbetrieb steht ab 18:00 Uhr sowie nach den Veranstaltungen zur Verfügung. Die Veranstaltungssprachen wechseln zwischen Deutsch und Englisch.
Diese Reihe bietet eine wichtige Plattform für Fachleute und Interessierte, um sich über aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen in der Baukultur auszutauschen. Es ist eine Gelegenheit, von führenden Architekten und Forschern zu lernen, wie wir unsere gebaute Umwelt nachhaltiger und menschenfreundlicher gestalten können.
Die Diskussionen decken ein breites Spektrum ab, von der sozialen Wirkung von Architektur bis hin zu technischen Innovationen. Es wird deutlich, dass die Zukunft des Bauens eine ganzheitliche Betrachtung erfordert, die sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigt.





