Das Auktionshaus Sotheby's hat seinen neuen globalen Hauptsitz im historischen Breuer Building an der Madison Avenue in Manhattan eröffnet. Für die Umgestaltung des ikonischen Brutalismus-Baus zeichnen die renommierten Basler Architekten Herzog & de Meuron verantwortlich. Das Gebäude, einst als «Madison Avenue Monster» verspottet, gilt heute als architektonisches Meisterwerk und wurde für 100 Millionen US-Dollar von Sotheby's erworben.
Wichtige Punkte
- Sotheby's hat 2023 das Breuer Building für 100 Millionen US-Dollar gekauft.
- Die Basler Architekten Herzog & de Meuron leiteten die Renovierung.
- Das Gebäude an der Madison Avenue war ursprünglich ein Museum.
- Es beherbergt jetzt Ausstellungsflächen und eine VIP-Lounge.
- Sotheby's erwartet eine Milliarde US-Dollar Umsatz bei der nächsten Auktion.
Ein architektonisches Erbe in neuem Glanz
Das Breuer Building, 1966 vom ungarischen Architekten Marcel Breuer entworfen, ist ein markanter Bau an der Upper East Side von Manhattan. Seine raue Betonfassade und die asymmetrischen Stockwerke hoben es schon bei der Eröffnung von den umgebenden Backsteinbauten ab. Anfangs stieß das Gebäude auf Skepsis. Eine bekannte Architekturkritikerin bezeichnete es einst als das «meistgehasste Gebäude der Stadt». Spöttische Beinamen wie «Madison Avenue's Alcatraz» oder «Madison Avenue Monster» prägten sein frühes Image.
Heute ist die Wahrnehmung eine andere. Das Gebäude wird als ein herausragendes Beispiel des Brutalismus gewürdigt und ist zu einem wichtigen Teil der New Yorker Architekturgeschichte geworden. Seine historische und ästhetische Bedeutung hat seinen Wert erheblich gesteigert.
Interessanter Fakt
Das Breuer Building wurde für 100 Millionen US-Dollar von Sotheby's im Jahr 2023 erworben. Dies entspricht etwa 79,3 Millionen Schweizer Franken.
Herzog & de Meuron: Globale Expertise in New York
Sotheby's beauftragte die renommierten Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron mit der Umgestaltung des Breuer Buildings. Das Duo, bekannt für seine präzise und oft radikale Herangehensweise an Architektur, hat weltweit zahlreiche prestigeträchtige Projekte realisiert, darunter Bauten in Peking, London, Paris und Hamburg. Ihre Arbeit am Breuer Building reiht sich nahtlos in diese beeindruckende Liste ein.
Die Aufgabe war eine «behutsame Renovierung», wie die deutsche Presse berichtete. Das Ziel war, die einzigartige Ästhetik des Gebäudes zu bewahren und es gleichzeitig funktional an die Bedürfnisse eines modernen Auktionshauses anzupassen. Die Architekten integrierten neue Elemente, die sowohl die Geschichte des Gebäudes respektieren als auch eine zukunftsweisende Nutzung ermöglichen.
Innenansichten: Exklusive Räume und öffentliche Kunst
Von außen bleibt das Breuer Building weitgehend unverändert. Die charakteristische Betonfassade und die trapezförmig ausgestülpten Fenster sind erhalten geblieben. Im Inneren haben Herzog & de Meuron jedoch transformative Veränderungen vorgenommen. Ein bemerkenswertes Detail ist die Einrichtung eines Zwischengeschosses, das speziell für VIP-Auktionsteilnehmer konzipiert wurde. Die Fassaden dieses exklusiven Bereichs bestehen aus Einwegspiegelglas, was den Gästen Diskretion und einen ungestörten Blick ermöglicht.
Das Gebäude dient nicht nur als Auktionshaus, sondern auch als öffentliche Kunstgalerie. Überall im Haus sind Kunstwerke ausgestellt, die bei Sotheby's versteigert werden oder bereits versteigert wurden. Diese Ausstellungen sind für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich und bieten eine einzigartige Möglichkeit, hochkarätige Kunst zu erleben.
Hintergrund: Marcel Breuer
Marcel Breuer (1902–1981) war ein ungarisch-amerikanischer Architekt und Möbeldesigner. Er war eine zentrale Figur des Bauhauses und gilt als Pionier des Brutalismus. Seine Entwürfe, darunter der Wassily-Stuhl, prägten die moderne Architektur und das Möbeldesign des 20. Jahrhunderts.
Ein goldenes Highlight und Millionenwerte
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist Maurizio Cattelans Kunstwerk «America». Es handelt sich um eine über 100 Kilogramm schwere, voll funktionsfähige Toilette, die vollständig aus massivem Gold gefertigt wurde. Dieses provokante Werk wurde bereits im November für 12,1 Millionen US-Dollar an das Unternehmen Ripley’s Believe It or Not! verkauft. Nun ist es im neuen Sotheby's Hauptsitz in einem Badezimmer zu bestaunen, das mit Infinity-Spiegeln ausgestattet ist. Diese Installation unterstreicht den Anspruch von Sotheby's, Kunst und Erlebnis auf höchstem Niveau zu verbinden.
Neben solchen spektakulären Objekten sind auch Gemälde von unschätzbarem Wert ausgestellt. Bei diesen Kunstwerken sind Preisempfehlungen des Auktionshauses angebracht. Zum Beispiel wird Salvador Dalís «Symbiose de la tête aux coquillages» auf 2 bis 3 Millionen US-Dollar geschätzt. Für Henri Matisses «Léda et le cygne» liegen die Schätzungen zwischen 7 und 10 Millionen US-Dollar. Ein Selbstporträt von Frida Kahlo wird sogar mit 40 bis 60 Millionen US-Dollar bewertet.
„Unser Ziel ist es, Kunst für alle zugänglich zu machen und gleichzeitig ein exklusives Erlebnis für unsere Kunden zu bieten“, sagte Charles Stewart, CEO von Sotheby’s, bei der Eröffnung. „Wir rechnen damit, bei der nächsten Auktionsrunde einen Umsatz von etwa einer Milliarde Dollar zu erzielen.“
Die Eröffnung des neuen Hauptsitzes markiert einen wichtigen Schritt für Sotheby's. Das Auktionshaus plant, mit den kommenden Auktionen einen Umsatz von rund einer Milliarde US-Dollar zu erzielen. Dies unterstreicht die ambitionierten Ziele des Unternehmens und die Bedeutung des neuen Standorts als Zentrum des internationalen Kunsthandels.
Die Kombination aus historischer Architektur, moderner Gestaltung und hochkarätiger Kunst macht das Breuer Building zu einem neuen Anziehungspunkt in New York. Herzog & de Meuron haben es geschafft, die Vergangenheit zu ehren und gleichzeitig eine visionäre Zukunft für Sotheby's zu gestalten.





