Das Museum Tinguely in Basel präsentiert eine einzigartige Ausstellung des französischen Künstlers Nicolas Darrot. Unter dem Titel „Fuzzy Logic“ verwandelt sich die ehemalige Telefonzelle des Museums in ein miniaturisiertes Figurentheater. Besucher können ab dem 5. März 2026 fünf robotisierte Puppen und mechanische Figuren mittels Barcode-Scan selbst aktivieren.
Wichtige Punkte
- Nicolas Darrots Ausstellung „Fuzzy Logic“ startet am 5. März 2026.
- Fünf kinetische Figuren beleben die ehemalige Telefonzelle des Museums.
- Besucher aktivieren die Performances selbst über Spielkarten und Barcodes.
- Die Figuren verkörpern die Prinzipien der unscharfen Logik.
- Jede Figur wird mit einer eigenen Vernissage und einem Dialogformat vorgestellt.
Einzigartiges Figurentheater im kleinsten Ausstellungsraum
Nicolas Darrot, ein Künstler, der für seine robotisierten Puppen bekannt ist, bringt seine Werke nach Basel. Seine Figuren bewegen sich im Grenzbereich zwischen Theater, Technik und Fabelwesen. Die Ausstellung findet in der ehemaligen Telefonzelle des Museum Tinguely statt, dem kleinsten Ausstellungsraum des Hauses.
Das Konzept ist interaktiv: Besucher erhalten speziell gestaltete Spielkarten. Durch das Scannen eines Barcodes auf diesen Karten können sie die Performance der kinetischen Figuren selbst starten. Die Figuren beginnen dann zu singen, zu tanzen und komplexe Spiele aufzuführen.
Fakt am Rande
Die ehemalige Telefonzelle des Museum Tinguely ist bekannt als der kleinste Ausstellungsraum in Basel. Sie bietet eine intime und ungewöhnliche Kulisse für Kunstprojekte.
„Fuzzy Logic“: Wenn Maschinen menschlich denken
Der Titel der Ausstellung, „Fuzzy Logic“, ist Programm. Diese Form der künstlichen Intelligenz akzeptiert Vieldeutigkeit und Unschärfe, im Gegensatz zur klassischen binären Logik. Sie ermöglicht Computern, mit Mehrdeutigkeiten umzugehen, ähnlich dem menschlichen Denken. Hier gibt es nicht nur ein striktes Ja oder Nein, sondern auch Abstufungen dazwischen.
Die reale Welt ist oft ungenau. Die Grenzen zwischen Tag und Nacht sind fließend, und unser Wissen ist selten vollständig. Darrots Figuren verkörpern genau diese Logik der Unvollkommenheit. Sie bewegen sich voller Unsicherheiten und Gemütsschwankungen in spontanen Tänzen und komplexen Spielen. Bei einigen Figuren bestimmt der Zufall die Bewegungsabläufe.
„Die Figuren bewegen sich voller Unsicherheiten und Gemütsschwankungen in spontanen Tänzen und komplexen Spielen. Bei einigen der Figuren bestimmt der Zufall die Bewegung.“
Fünf Akte über ein ganzes Jahr
Die Ausstellung erstreckt sich über ein ganzes Jahr und präsentiert in fünf verschiedenen Akten jeweils eine neue Figur. Jede Figur erhält dabei ihre eigene Vernissage. Zu diesen Eröffnungen sind Persönlichkeiten aus Darrots Umfeld eingeladen, um mit dem Künstler und seinen Werken in Dialog zu treten. Dies schafft eine dynamische und sich entwickelnde Ausstellungserfahrung.
Hintergrund: Fuzzy Logic
Fuzzy Logic ist ein mathematisches System, das auf der Idee basiert, dass Objekte nicht nur einer Kategorie angehören können, sondern auch teilweise zu mehreren. Es erlaubt die Darstellung von ungenauen oder unscharfen Informationen und ist in vielen Bereichen der modernen Technologie, wie zum Beispiel in der Steuerung von Haushaltsgeräten oder in der Bildverarbeitung, zu finden.
Die Soundtracks für die Performances komponiert und programmiert Darrot teilweise selbst. Er nutzt aber auch eigene Aufnahmen oder arbeitet mit anderen Musikern zusammen. Jedes akustische Element ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Erlebnisses und trägt zur Atmosphäre der unscharfen Logik bei.
Der Ausstellungsplan im Detail
Die Besucher können sich auf eine wechselnde Besetzung der kinetischen Figuren freuen. Der Zeitplan ist wie folgt strukturiert:
- 5. März bis 3. Mai 2026: Nanashi-Chan, 2024
- 7. Mai bis 2. August 2026: Bone Machine, 2026
- 6. August bis 1. November 2026: Shaman, 2026
- 5. November 2026 bis 3. Januar 2027: Le petit clown, 2025
- 7. Januar bis 7. März 2027: Yuki Otoko, 2025
Die erste Vernissage findet am Donnerstag, den 5. März 2026, ab 18:30 Uhr statt. Der Künstler Nicolas Darrot wird persönlich anwesend sein. Diese Auftaktveranstaltung bietet eine erste Gelegenheit, in die Welt der „Fuzzy Logic“ einzutauchen und mit den einzigartigen Kreationen des Künstlers in Kontakt zu treten.
Die Ausstellung bietet eine faszinierende Mischung aus Kunst, Technologie und Philosophie. Sie lädt dazu ein, über die Grenzen der Logik nachzudenken und die Schönheit der Unschärfe zu entdecken. Das Museum Tinguely setzt damit einmal mehr auf innovative und interaktive Kunstformate, die das Publikum aktiv einbeziehen.
Wussten Sie schon?
Nicolas Darrot ist international bekannt für seine kinetischen Skulpturen und Installationen, die oft anthropomorphe oder tierische Züge aufweisen und komplexe Erzählungen transportieren.
Die Wahl der Telefonzelle als Ausstellungsort unterstreicht den experimentellen Charakter des Projekts. Sie schafft einen intimen Raum, der die Interaktion zwischen Betrachter und Kunstwerk intensiviert. Die Besucher werden Teil der Performance, indem sie die Figuren zum Leben erwecken.
Diese langfristige Präsentation über ein ganzes Jahr ermöglicht es, die Entwicklung der einzelnen Figuren und ihre spezifischen Ausdrucksformen in Ruhe zu erleben. Es ist eine Einladung, immer wiederzukommen und neue Facetten von Darrots künstlerischem Ansatz zu entdecken.





