Fritz Hirt, ein langjähriger Basler, teilt seine Erinnerungen an ein reiches Leben, das von Liebe, Reisen und der tiefen Verbundenheit zur Basler Fasnacht geprägt ist. Von der zufälligen Begegnung mit seiner Frau Heidi bis zu seinen aktiven Jahren als Tambour – Hirt reflektiert über die Veränderungen der Zeit und die Konstanten, die sein Leben formten.
Wichtige Erkenntnisse
- Fritz und Heidi Hirt sind seit 1961 verheiratet und trafen sich 1959.
- Er war jahrelang aktiver Tambour bei der Basler Mittwoch-Gesellschaft.
- Die Fasnacht, besonders der Morgenstraich, fasziniert ihn bis heute.
- Das Paar bereiste gemeinsam ferne Länder wie Afrika und Südamerika.
- Hirt betont die Bedeutung einer guten Lehrlingsausbildung für seine Söhne.
Eine Liebe beginnt auf Skiern
Die Geschichte von Fritz und Heidi Hirt begann im Januar 1959. Ein Skiausflug auf den Feldberg, organisiert von Fritz' Sportverein, dem Wasserfahrverein Grossbasel-Ost, führte die beiden zusammen. Es war ein Zufall, der ihr Leben für immer verändern sollte. Ein Kollege bat Fritz, einen Platz für ein Fräulein freizuhalten, das noch an der Mustermesse zusteigen würde.
Dieses Fräulein war Heidi. Sie setzte sich neben Fritz, und schnell kamen sie ins Gespräch. Fritz Hirt erinnert sich schmunzelnd, wie er ihren Namen von der Sporttasche ablas und sie überraschte, indem er sie direkt mit 'Heidi' ansprach. Das Wetter war an diesem Tag schlecht, doch die Zeit im Restaurant war ebenso schön. Eine Woche später trafen sie sich bei einem Handballturnier in Basel wieder. Seit dem 16. Januar 1959 sind sie unzertrennlich.
Wussten Sie schon?
Fritz und Heidi Hirt heirateten 1961, nur zwei Jahre nach ihrer ersten Begegnung. Ihre Ehe dauert bis heute an.
Fasnacht als Lebenselixier
Die Basler Fasnacht ist für Fritz Hirt weit mehr als nur ein jährliches Ereignis; sie ist ein fundamentaler Bestandteil seines Lebens. Schon 1946 erlebte er seinen ersten Morgenstraich. Zwei Jahre später, 1948, begann seine Karriere als Tambour bei der Basler Mittwoch-Gesellschaft, die er jahrelang aktiv mitgestaltete. Seine Leidenschaft für die Fasnacht war so gross, dass er sogar während seiner Rekrutenschule einen speziellen Urlaub für den Fasnachtsmittwoch erhielt, wenn auch unter leicht erfundenen Umständen.
Der Morgenstraich fasziniert ihn bis heute zutiefst. Noch in diesem Jahr öffnete er pünktlich zum Glockenschlag sein Fenster, um die magische Atmosphäre aufzusaugen. Seine Frau Heidi und seine Schwester nahmen ebenfalls aktiv teil, indem sie 25 Jahre lang bei einer Chaise mitliefen. Diese Familientradition zeigt, wie tief die Fasnacht im Hause Hirt verwurzelt ist.
"Der Morgenstraich fasziniert mich bis heute. Dieses Jahr habe ich das Fenster geöffnet, bis ich die vier Glockenschläge gehört habe."
Reisen und Familienleben
Neben der Fasnacht prägten Reisen und ein erfülltes Familienleben die Jahre von Fritz und Heidi Hirt. Sie erkundeten gemeinsam die Welt, von den Weiten Afrikas über Südamerika bis hin zum nördlichsten Punkt Hammerfest. Diese Erlebnisse waren für das Paar etwas ganz Besonderes. Fritz Hirt blickt auf diese Zeit mit grosser Zufriedenheit zurück.
Das Familienleben beschreibt er als "toll" und "schöner hätte es nicht sein können". Er legte Wert auf die Erziehung seiner Söhne. Ein zentraler Rat, den er ihnen gab und der ihm selbst von seinem Vater mitgegeben wurde, war die Bedeutung einer soliden Berufsausbildung. "Es ist mir egal, was ihr später macht, aber zuerst wird eine Lehre gemacht", pflegte er zu sagen. Dieses Pflichtbewusstsein prägte auch sein eigenes Arbeitsleben als EDV-Techniker, wo er seine Aufgaben stets erledigte, bis sie fertig waren, ohne auf die Uhr zu schauen.
Frühere Zeiten
In den 50er und 60er Jahren waren "Tanzbändeli" in Tanzlokalen wie den Langen Erlen üblich. Nur wer ein solches Bändeli besass, durfte tanzen. Eine Praxis, die heute undenkbar erscheint und einen Einblick in die damaligen gesellschaftlichen Regeln gibt.
Veränderungen und Zufriedenheit im Alter
Die Zeiten haben sich gewandelt. Fritz Hirt erkennt an, dass er heute nicht mehr alles alleine machen kann. Er und seine Frau haben sich entschieden, in ein Altersheim zu ziehen. Dort bewohnen sie ein helles und ruhiges Doppelzimmer. Die Versorgung ist gut, und sie fühlen sich wohl und umsorgt.
Trotz der Veränderungen blickt Fritz Hirt zufrieden auf sein Leben zurück. Die Erinnerungen an die gemeinsamen Reisen, die Fasnacht und das Familienleben sind lebendig. Er hat die Herausforderungen des Lebens gemeistert und geniesst nun die Ruhe und Geborgenheit im Alter. Sein Leben ist ein Beispiel für Beständigkeit und die Freude an Traditionen.
- 1946: Erster Morgenstraich
- 1948: Beginn als Tambour
- 1959: Kennenlernen von Heidi auf dem Feldberg
- 1961: Heirat mit Heidi
- Jahrelang: Reisen nach Afrika, Südamerika, Hammerfest
- Heute: Umzug ins Altersheim, weiterhin Fasnachtsbegeisterung




