Das Jazzfestival Basel hat sein Programm für 2026 vorgestellt. Es verspricht eine Mischung aus etablierten Grössen und aufstrebenden Talenten. Besonders hervorzuheben ist der hohe Frauenanteil bei den auftretenden Formationen und ein starker Fokus auf die Förderung des Jazz-Nachwuchses.
Wichtige Punkte
- Eröffnung durch die verbliebenen Mitglieder des Esbjörn Svensson Trio.
- Hoher Frauenanteil: 13 Formationen werden von Frauen geleitet.
- Starke Präsenz internationaler Stars wie John Scofield und Dianne Reeves.
- Förderung junger Basler Jazzmusiker im Rampenlicht.
- Familienkonzert und ermässigte Tickets für Schulklassen zur Nachwuchsförderung.
Ein halbes Jahrhundert Jazz in Basel
Urs Blindenbacher, der Organisator des Offbeat Jazzfestivals, blickt auf eine lange Tradition zurück. Das Festival feiert mehr als ein halbes Jahrhundert Jazz in Basel. Blindenbacher, der im April 73 Jahre alt wird, zeigt sich dabei stets zukunftsorientiert. Nostalgie hat in seiner Planung kaum Platz, stattdessen steht die Entwicklung und Erneuerung im Vordergrund.
Die Eröffnung am 27. April übernehmen die beiden verbliebenen Mitglieder des Esbjörn Svensson Trio. Sie gedenken ihrem verstorbenen Bandleader Esbjörn Svensson. Dieser Auftakt ist eine Hommage an die Vergangenheit, während das restliche Programm den Blick nach vorne richtet.
Faktencheck
- Festivalstart: 27. April
- Organisator: Urs Blindenbacher
- Jahre Jazz in Basel: Über 50
Internationale Stars und weibliche Stimmen
Das Festival lockt auch 2026 mit einer Reihe bekannter Namen. Der finnische Pianist Iiro Rantala tritt im Duo mit Stefano Bollani auf. Flamenco-Nuevo-Pionier Tomatito präsentiert mit seinem Sextett spanisches Feuer. Joshua Redman, ein prominenter Saxofonist, repräsentiert die starke Präsenz dieses Instruments.
Gitarren-Legende John Scofield, bald 75 Jahre alt, ist ein weiterer internationaler Star. Auch ausserhalb der Jazz-Szene ist sein Name bekannt. Dianne Reeves, fünffache Grammy-Gewinnerin, wird im Rahmen der Offbeat-Series in der Martinskirche auftreten. Ihre Stimme verspricht ein besonderes Erlebnis.
Hintergrund
Das Offbeat Jazzfestival Basel ist bekannt dafür, sowohl etablierte Grössen als auch innovative Newcomer zu präsentieren. Es schafft eine Plattform für verschiedene Jazzstile und zieht ein breites Publikum an. Die enge Verbindung zur lokalen Jazzszene ist ein Markenzeichen des Festivals.
Neuer Rekord beim Frauenanteil
Ein bemerkenswerter Aspekt des diesjährigen Programms ist der hohe Frauenanteil. Dreizehn der auftretenden Formationen werden von Frauen geleitet. Urs Blindenbacher bezeichnet dies als Rekord. Er erinnert sich an die Anfangsjahre des Festivals, wo Frauen im Jazz hauptsächlich als Sängerinnen vertreten waren. Diese Entwicklung zeigt einen positiven Wandel in der Jazzszene.
"Ein Rekord!"
Urs Blindenbacher über den Frauenanteil
Besonders spannend sind Acts wie Nubya Garcia und China Moses. Nubya Garcia, eine Saxofonistin, bewegt sich gekonnt zwischen Jazz, RnB und Dub. China Moses bringt mit ihrer Band im Volkshaus eine urbane und energiegeladene Performance auf die Bühne. Diese Künstlerinnen stehen für eine neue Generation im Jazz, die Genregrenzen überschreitet.
Förderung des Basler Jazz-Nachwuchses
Ein Schwerpunkt des Festivals liegt auf der Förderung junger Talente. Bei der Pressekonferenz im Jazzcampus Basel erhielten junge Musiker die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen. Die singende Saxofonistin Sara Elhatschimi und der Schlagzeuger Lucas Zibulski, beide Absolventen der Basler Jazzschule, werden im Mai auftreten.
Ursus Bachthaler, Kopf der Band Mr. Vertigo, kündigte seine Plattentaufe an. Mr. Vertigo besteht zu 60 Prozent aus Basler Musikern. Marco von Orelli, Inhaber des Labels HatHut Records, betonte die Bedeutung physischer Tonträger in Zeiten von Streamingdiensten. Dies unterstreicht die Wertschätzung für die Kunstform jenseits digitaler Konsumgewohnheiten.
Bildungsangebote für die jüngsten Fans
Um dem Risiko eines ausbleibenden Nachwuchses entgegenzuwirken, bietet das Jazzfestival spezielle Programme an. Ein Familienkonzert mit dem Titel "Der Tag, an dem die Musik verboten wurde" richtet sich an Kinder. Mit Livemusik, Erzählungen und Projektionen soll das Team um Liv Sindler junge Menschen für Jazz begeistern.
Zusätzlich gibt es ermässigte Ticketpreise für Schulklassen bei allen Offbeat-Konzerten. Dieses Angebot wird rege genutzt. Blindenbacher hebt hervor, dass diese Kosten vom Festival selbst getragen werden. Es ist eine Investition in die Zukunft des Jazz in Basel.
- Nachwuchskünstler: Sara Elhatschimi, Lucas Zibulski, Mr. Vertigo
- Familienkonzert: "Der Tag, an dem die Musik verboten wurde"
- Ermässigte Tickets für: Schulklassen
Das Jazzfestival Basel beginnt am 27. April. Weitere Details zum Programm sind auf der offiziellen Webseite verfügbar.





