Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat Anklage gegen einen ehemaligen Finanzchef erhoben. Dem heute 60-jährigen Mann wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von 13 Jahren mehr als 8 Millionen Franken aus dem Firmenvermögen veruntreut zu haben. Die Ermittlungen deckten über 200 unrechtmässige Überweisungen auf.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein ehemaliger Finanzchef ist wegen mehrfacher Veruntreuung und Urkundenfälschung angeklagt.
- Er soll über 8 Millionen Franken von 2011 bis 2024 veruntreut haben.
- Dafür nutzte er über 200 unrechtmässige Überweisungen auf eigene Konten.
- Die Staatsanwaltschaft konnte Vermögenswerte von über einer Million Franken sichern.
Umfangreicher Betrug über Jahre hinweg
Der Beschuldigte war als Finanzchef und Buchhalter in einem mittelständischen Unternehmen tätig. Diese Position nutzte er offenbar systematisch aus. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er zwischen 2011 und 2024 über 200 unrechtmässige Transaktionen vornahm. Diese Überweisungen gingen hauptsächlich auf seine eigenen Bankkonten.
Der entstandene Schaden für das Unternehmen beläuft sich auf über 8 Millionen Franken. Die Ermittler vermuten, dass der Mann die Gelder nutzte, um einen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Dies zeigt das Ausmass und die Langfristigkeit des Betrugs.
Faktencheck
- Anklagepunkte: Mehrfache Veruntreuung, mehrfache Urkundenfälschung.
- Schadenssumme: Über 8 Millionen Schweizer Franken.
- Zeitraum: 2011 bis 2024.
- Anzahl Transaktionen: Über 200 unrechtmässige Überweisungen.
Methoden der Verschleierung
Um die Veruntreuung zu vertuschen, soll der ehemalige Finanzchef fiktive Rechnungen erstellt haben. Diese Methode diente dazu, die illegalen Geldflüsse als legitime Geschäftsausgaben erscheinen zu lassen. Solche Taten erfordern ein hohes Mass an krimineller Energie und Detailkenntnis der internen Abläufe.
Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat umfangreiche Ermittlungen durchgeführt, um das komplexe Geflecht der Transaktionen aufzudecken. Die Untersuchung umfasste die Analyse zahlreicher Bankbewegungen und die Überprüfung von Unternehmensunterlagen.
Sicherstellung von Vermögenswerten
Im Verlauf der Untersuchung gelang es der Staatsanwaltschaft, Vermögenswerte des Beschuldigten sicherzustellen. Diese befinden sich sowohl im In- als auch im Ausland. Der Gesamtwert der sichergestellten Vermögenswerte beträgt mehr als eine Million Franken. Dazu gehörte auch ein hochwertiges Fahrzeug, das bereits verwertet wurde.
Die Sicherstellung von Vermögenswerten ist ein wichtiger Schritt, um den Schaden für das geschädigte Unternehmen zumindest teilweise zu kompensieren. Es zeigt auch, dass die Behörden entschlossen sind, illegal erworbene Gewinne einzuziehen.
Hintergrund: Veruntreuung im Unternehmen
Veruntreuung in Unternehmen, oft als Embezzlement bezeichnet, tritt auf, wenn Personen, denen finanzielle Verantwortung übertragen wurde, Gelder für persönliche Zwecke missbrauchen. Dies kann über Jahre unentdeckt bleiben, besonders wenn interne Kontrollmechanismen schwach sind oder bewusst umgangen werden. Finanzchefs haben aufgrund ihrer Position oft weitreichenden Zugang zu Firmenkonten und Buchhaltungssystemen, was solche Taten begünstigt.
Untersuchungshaft und Prozessbeginn
Der Beschuldigte befindet sich seit März 2025 in Untersuchungshaft. Er ist zudem im vorzeitigen Strafvollzug. Dies deutet auf die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe und die gesammelten Beweise hin. Die Untersuchungshaft dient dazu, eine Fluchtgefahr zu verhindern und die weitere Aufklärung des Falles zu gewährleisten.
Der genaue Termin für die Hauptverhandlung vor dem Strafgericht Basel-Landschaft steht noch nicht fest. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung. Dies ist ein grundlegendes Prinzip des Rechtsstaates.
„Die Staatsanwaltschaft hat eine umfassende Untersuchung durchgeführt und geht von einem erheblichen Schaden für das Unternehmen aus. Die Sicherstellung von Vermögenswerten ist ein erster Schritt zur Wiedergutmachung.“
Auswirkungen auf das betroffene Unternehmen
Für das mittelständische Unternehmen, das von dieser Veruntreuung betroffen ist, sind die Folgen gravierend. Ein Schaden in Millionenhöhe kann die Existenz eines Unternehmens bedrohen und das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern nachhaltig erschüttern.
Solche Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit robuster interner Kontrollsysteme und regelmässiger externer Prüfungen, um finanziellen Missbrauch frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Vertrauen in Führungspersonen ist essenziell, aber es muss durch effektive Überwachung ergänzt werden.
Prävention von Wirtschaftskriminalität
Wirtschaftskriminalität, wie Veruntreuung und Urkundenfälschung, stellt eine ständige Bedrohung für Unternehmen dar. Experten empfehlen regelmässige Audits, die Trennung von Funktionen (zum Beispiel Buchhaltung und Zahlungsfreigabe) sowie die Implementierung eines Whistleblower-Systems. Solche Massnahmen können helfen, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern und die Integrität der Finanzprozesse zu wahren.
Die Aufarbeitung dieses Falles wird nicht nur rechtliche Konsequenzen für den Beschuldigten haben, sondern auch wichtige Lehren für die Unternehmensführung in der Region Basel-Landschaft liefern.





