Lörrach erlebte am Dreikönigstag eine Premiere: Das erste Neujahrskonzert, veranstaltet vom Seniorenbeirat der Stadt, füllte die Musikaula „TonArt“ des Hebel-Gymnasiums bis auf den letzten Platz. Die Veranstaltung, die eine Mischung aus Klassik und Operette bot, stiess auf begeisterte Resonanz beim Publikum und soll nun fester Bestandteil des jährlichen Kulturkalenders werden.
Wichtige Punkte
- Erfolgreiche Premiere des Neujahrskonzerts in Lörrach.
- Die Musikaula „TonArt“ war vollständig besetzt.
- Ein vielfältiges Programm sprach alle Geschmäcker an.
- Organisatorin Monica Rexrodt plant eine dauerhafte Etablierung.
- Der Markgräfler Männerchor unterstützte die Solisten.
Ein musikalischer Start ins Jahr
Die festliche Eröffnung des Konzerts bildete das Prélude aus Marc-Antoine Charpentiers Te Deum, bekannt als die Eurovisionsfanfare. Kevin Pabst entführte das Publikum mit seinem gefühlvollen Trompetenspiel in eine vergangene Ära der Fernsehübertragungen. Der Pianist Istvan Bonyhadi begleitete die Solisten während des gesamten Abends mit grosser Sensibilität und Präzision.
Das Programm war bewusst breit gefächert, um möglichst viele Zuhörer anzusprechen. Es reichte von bekannten Operettenmelodien bis hin zu klassischen Opernarien. Die Auswahl zeigte das hohe Niveau der beteiligten Künstler.
Faktencheck
- Veranstaltungsort: Musikaula „TonArt“, Hebel-Gymnasium Lörrach
- Datum: Dreikönigstag
- Organisator: Seniorenbeirat Lörrach
- Künstler: Birte Niemann (Sopran), Mirjam Fässler (Mezzosopran), David Sitka (Tenor), Michael Havlicek (Bariton), Kevin Pabst (Trompete), Istvan Bonyhadi (Klavier)
- Chor: Markgräfler Männerchor (17 Mitglieder)
Glanzvolle Solisten und Chorgesang
Besondere Höhepunkte des Abends waren die Darbietungen der Solisten. Die Schweizer Mezzosopranistin Mirjam Fässler begeisterte mit der Arie des Prinzen Orlovski „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus Johann Strauss’ „Die Fledermaus“. Diese Operette bildete den festlichen Rahmen des gesamten Konzerts.
David Sitka interpretierte zwei weniger oft gehörte Melodien aus Franz Lehárs Operette „Friederike“: „O Mädchen mein Mädchen, wie lieb ich dich“ und das Lied „Sah ein Knab ein Röslein stehen“, inspiriert von Goethes Gedicht. Birte Niemann steuerte aus derselben Operette das Lied „Warum hast du mich wachgeküsst“ bei.
Ein Ausflug in die Oper unternahmen Birte Niemann und Mirjam Fässler mit der berühmten „Barkarole“ aus Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“. Das Publikum wurde anschliessend mit „Wien, Wien, nur du allein“ in die Pause entlassen, wo viele die Gelegenheit nutzten, mit Sekt auf das neue Jahr anzustossen und sich auszutauschen.
Vielseitigkeit im zweiten Teil
Der zweite Konzertteil begann temperamentvoll mit der Ouvertüre zu Georges Bizets Oper „Carmen“. Bei der französisch gesungenen „Habanera“ von Mirjam Fässler unterstützte der Markgräfler Männerchor als Opernchor die Solistin. Dies zeigte die gelungene Integration des lokalen Chores in das professionelle Ensemble.
Der „Abendsegen“ aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“, gesungen von Birte Niemann und Mirjam Fässler, verführte das Publikum zum Träumen. Auch regionale Bezüge fanden sich im Programm: David Sitka sang das gefühlvolle Lied „Behüt' dich Gott, es wär zu schön gewesen“ aus Viktor Nesslers Oper „Der Trompeter von Säckingen“.
Hintergrund
Der Seniorenbeirat Lörrach hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Angebot für ältere Bürger zu erweitern und neue Begegnungsstätten zu schaffen. Das Neujahrskonzert ist ein Beispiel für solche Initiativen, die darauf abzielen, Gemeinschaft und Lebensfreude zu fördern. Die Idee, ein solches Konzert dauerhaft zu etablieren, unterstreicht den Erfolg dieser Bemühungen.
Wagner und emotionale Höhepunkte
Selbst Richard Wagner war im Programm vertreten. Michael Havlicek sang die Arie des Siegmund „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ aus der „Walküre“. Seine strahlende Interpretation passte gut zur winterlichen Stimmung in Lörrach und zeigte seine Vielseitigkeit im Stimmfach des jugendlichen Heldentenors. Havlicek sorgte zudem mit kurzen, humorvollen Gedichten, unter anderem von Erich Kästner und Rainer Maria Rilke, für Schmunzeln im Publikum.
Der Markgräfler Männerchor glänzte mit Liedern wie Franz Schuberts „Der Lindenbaum“, die das Publikum tief berührten. Ein weiterer stimmungsvoller Höhepunkt war Kevin Pabsts Trompetenmelodie von „Auld Lang Syne“, einem Lied, das traditionell zum Jahreswechsel gesungen wird und eine besondere Atmosphäre schuf.
„Es war ein besonderes Anliegen, in Lörrach ein Neujahrskonzert zu etablieren“, sagte Monica Rexrodt, Organisatorin und Mitglied des Seniorenbeirates. „Der Erfolg dieses Abends bestätigt uns in unserem Vorhaben.“
Zum Abschluss bedankten sich alle Künstler für den stürmischen Applaus mit Johannes Brahms’ „Guten Abend, gut' Nacht“. Oberbürgermeister Jörg Lutz wünschte den Besuchern launig ein gutes und gesundes Jahr 2026. Maximilian Zeiträg, der Lörracher Seniorenbeauftragte, sprach von einem musikalischen Erlebnis und vielen Begegnungen. Das Konzert wurde vom Lions-Club Lörrach und der Firma Kestenholz unterstützt, was die breite lokale Verankerung der Veranstaltung unterstreicht.
Ausblick auf zukünftige Konzerte
Die Organisatorin Monica Rexrodt vom Seniorenbeirat Lörrach hat das Ziel, das Neujahrskonzert dauerhaft im Kulturprogramm der Stadt zu verankern. Die positive Resonanz und die ausverkaufte Musikaula sind vielversprechende Zeichen für die Zukunft dieser neuen Tradition. Es bleibt abzuwarten, welche musikalischen Überraschungen Lörrach in den kommenden Jahren zum Jahresbeginn erwarten dürfen.
Die Veranstaltung zeigte, dass ein breites Publikum Interesse an qualitativ hochwertiger Musik und geselligem Beisammensein hat. Solche Initiativen tragen massgeblich zur kulturellen Bereicherung einer Stadt bei und stärken das Gemeinschaftsgefühl.





