Der Rheinfelder Hornist Pascal Deuber kehrt für zwei besondere Konzerte in seine Heimatregion zurück. Am 13. und 14. Dezember tritt er mit dem Orchester Gelterkinden auf. Das Publikum darf sich auf eine Auswahl seltener Hornkonzerte von Schweizer Komponisten freuen, die Deuber selbst in Archiven entdeckt und für die Aufführung vorbereitet hat.
Wichtige Fakten
- Pascal Deuber spielt Hornkonzerte von Schweizer Komponisten.
- Die Konzerte finden am 13. Dezember in Rheinfelden und am 14. Dezember in Gelterkinden statt.
- Einige Werke, wie das Capriccio von Carl Futterer, könnten Uraufführungen sein.
- Deuber ist Solohornist beim Bayerischen Staatsorchester und spielt auch beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
- Die Idee zu den Konzerten kam von Mitgliedern des Orchesters Gelterkinden.
Ein musikalisches Wiedersehen in der Heimat
Pascal Deuber, 1992 in Rheinfelden geboren, hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Nach seinem Studium an der Musikhochschule Basel führte ihn sein Weg als Solohornist über Wuppertal und Hamburg bis zum Bayerischen Staatsorchester, wo er seit 2019 tätig ist. Trotz internationaler Engagements, unter anderem beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Tonhalle-Orchester Zürich, pflegt Deuber seine Verbindung zur Region Basel.
Seit 2024 lebt er mit seiner Familie wieder in Rheinfelden. Bereits im Sommer 2024 begeisterte er das Publikum beim Open Air-Projekt «Open Classics am Rhein». Nun steht ein weiteres Heimspiel an, das eine Brücke zwischen seiner internationalen Erfahrung und seinen musikalischen Wurzeln schlägt.
Faktencheck: Pascal Deubers Karriere
- Geburtsjahr: 1992, Rheinfelden
- Ausbildung: Musikhochschule Basel
- Stationen als Solohornist: Sinfonieorchester Wuppertal, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Bayerisches Staatsorchester (seit 2019)
- Aktuelle Engagements: Bayerisches Staatsorchester, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Tonhalle-Orchester Zürich
Die Entdeckung vergessener Schweizer Werke
Die Idee zu den bevorstehenden Konzerten entstand aus einer langjährigen Verbindung. Zwei Mitglieder des Orchesters Gelterkinden, die Deuber aus seiner Jugendzeit kennen und ihn einst selbst am Horn unterrichteten, sprachen ihn an. Ihre Bedingung für sein Engagement als Solist war ungewöhnlich: Deuber sollte selbst in Archiven nach seltenen Hornkonzerten Schweizer Komponisten suchen und diese für die Aufführung aufbereiten.
Gerhard Schafroth, Präsident des Orchesters Gelterkinden, erinnert sich an die Anfänge. Er sagt:
«Pascal Deuber war bereit, als Horn-Solist mit uns aufzutreten. Bedingung war allerdings, dass er bei dieser Gelegenheit verschiedene Hornkonzerte von Schweizer Komponisten in Archiven ausgraben, aufbereiten und mit uns aufführen kann.»
Dieses Projekt verspricht dem Publikum eine einzigartige musikalische Erfahrung. Es bietet die Chance, Werke zu hören, die seit Jahrzehnten nicht mehr oder noch nie öffentlich gespielt wurden.
Premiere für ein Capriccio
Die Wahl fiel auf kurze Hornkonzerte von Komponisten wie Walther Geiser, Carl Futterer und Frederick Charles Hay. Diese Stücke fordern die Musiker des Amateur-Orchesters Gelterkinden heraus, bereiten ihnen aber auch grosse Freude beim Erarbeiten. Besonders spannend ist das Capriccio für Horn und Orchester von Carl Futterer.
Schafroth betont die Besonderheit dieses Werkes:
«Beim Capriccio für Horn und Orchester von Futterer handelt es sich wahrscheinlich um eine Uraufführung, da die archivierten, unveröffentlichten Noten erst durch Pascal Deuber in einen Zustand der Aufführbarkeit aufbereitet worden sind.»Dies unterstreicht die Sorgfalt und den Aufwand, den Deuber in die Wiederbelebung dieser musikalischen Schätze investiert hat. Es ist eine seltene Gelegenheit für Musikliebhaber, Zeugen einer möglichen Weltpremiere zu werden.
Hintergrund: Schweizer Komponisten
Die Schweiz hat eine reiche Musiktradition, oft mit Komponisten, deren Werke über die Landesgrenzen hinaus weniger bekannt sind. Solche Projekte tragen dazu bei, das musikalische Erbe zu bewahren und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die Aufbereitung von Archivmaterial ist ein wichtiger Schritt, um vergessene Meisterwerke wieder zum Leben zu erwecken.
Das Konzertprogramm: Eine Mischung aus Bekanntem und Neuem
Die beiden Konzerte beginnen mit der Ouvertüre «Hänsel und Gretel» von Engelbert Humperdinck. Dieses bekannte Stück dient als stimmungsvoller Einstieg, bevor die seltenen Hornkonzerte von Geiser, Futterer und Hay erklingen. Den Abschluss bildet die symphonische Dichtung «Ein feste Burg ist unser Gott» von Joachim Raff, ebenfalls einem Schweizer Komponisten.
Die Kombination aus einem populären Opernstück, den neu entdeckten Schweizer Hornkonzerten und einem weiteren Werk eines Schweizer Komponisten verspricht ein abwechslungsreiches Programm. Es zeigt die Bandbreite der musikalischen Ausdrucksformen und würdigt gleichzeitig die Schweizer Kompositionstradition.
Termine und Orte
- Samstag, 13. Dezember: 19:00 Uhr, Stadtkirche Rheinfelden
- Sonntag, 14. Dezember: 17:00 Uhr, Marabu Gelterkinden
Die Konzerte bieten eine hervorragende Gelegenheit, einen international renommierten Musiker in seiner Heimatregion zu erleben und gleichzeitig in die Welt der Schweizer Musik einzutauchen. Es ist ein kulturelles Ereignis, das die lokale Musikszene bereichert und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Profis und Amateuren hervorhebt.
Das Orchester Gelterkinden, ein Amateur-Orchester, zeigt mit diesem Projekt seinen Mut und seine Bereitschaft, anspruchsvolle und selten gespielte Werke aufzuführen. Die Zusammenarbeit mit einem Solisten wie Pascal Deuber ist für die Musiker eine besondere Inspiration und Herausforderung.





