Basel plant einen umfassenden neuen Stadtteil auf dem ehemaligen Klybeck-Areal. Wo einst Chemikalien produziert wurden, soll in Zukunft ein lebendiges Quartier für 8500 Menschen und 7500 Arbeitsplätze entstehen. Das Projekt, das seit 2016 vorangetrieben wird, nimmt nun konkrete Formen an.
Wichtige Punkte
- Das Klybeck-Areal wird zu einem neuen Stadtteil für 8500 Bewohner und 7500 Arbeitsplätze umgewandelt.
- Elf Gebäude auf dem 30 Hektar großen Gelände werden abgerissen.
- Die Zwischennutzungen, wie das Chemiemuseum und das Kulturkollektiv Humbug, enden.
- Das Projekt wird von der Eigentümerin Swiss Life vorangetrieben.
- Der Standort am Rhein soll eine hohe Lebensqualität bieten.
Vom Industriestandort zum modernen Wohn- und Arbeitsquartier
Das Klybeck-Areal im Norden Basels war lange Zeit ein Zentrum der Chemieindustrie. Hier wurden Farben, Bleichmittel und Arzneimittel hergestellt. Nun steht das Gelände vor einer grundlegenden Transformation. Die Vision ist es, ein modernes Quartier zu schaffen, das Wohnen, Arbeiten und Freizeit miteinander verbindet.
Die Planungen für dieses ambitionierte Vorhaben laufen bereits seit 2016. In den letzten Jahren wurden verschiedene Konzepte entwickelt und die Rahmenbedingungen für die Neugestaltung festgelegt. Jetzt beginnt die Phase der konkreten Umsetzung, die das Stadtbild Basels nachhaltig prägen wird.
Faktencheck Klybeck-Areal
- Größe: Rund 30 Hektar
- Geplante Bewohner: 8500 Personen
- Geplante Arbeitsplätze: 7500
- Lage: Direkt am Rhein im Norden Basels
Ende der Zwischennutzungen
Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können, müssen die bestehenden Strukturen weichen. Dazu gehören auch die sogenannten Zwischennutzungen, die in den letzten Jahren auf dem Areal für kulturelles Leben gesorgt haben. Das Basler Chemiemuseum, das in einer alten Werkstatt untergebracht war, gibt seinen Standort auf. Auch das alternative Kulturkollektiv Humbug, das seit 2019 in einer Halle aktiv war, hat seinen Betrieb bereits im Herbst eingestellt.
Die Eigentümerin Swiss Life begründet diesen Schritt mit der veralteten Gebäudetechnik, die keine weiteren Spielräume zulässt. Jürgen Friedrichs, Projektleiter des Versicherungskonzerns, erklärte dies gegenüber den Medien. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den Weg für die geplanten Neubauten freizumachen.
„Die veraltete Gebäudetechnik lässt da keine Spielräume. Wir müssen den Weg für eine zukunftsfähige Entwicklung ebnen.“
Umfassende Abrissarbeiten stehen bevor
Ein wesentlicher Teil der Vorbereitungen umfasst den Abriss von insgesamt elf Gebäuden auf dem rund 30 Hektar großen Areal. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die nötige Fläche für die neue Bebauung zu schaffen. Die Transformation eines ehemaligen Industriestandorts in ein modernes Wohn- und Arbeitsquartier erfordert umfassende Eingriffe in die bestehende Infrastruktur.
Die Abrissarbeiten werden in den kommenden Monaten schrittweise erfolgen. Sie markieren den sichtbaren Beginn der Umgestaltung des Klybeck-Areals und sind ein wichtiger Meilenstein für das gesamte Projekt. Die Stadt Basel und die Projektbeteiligten legen Wert auf eine sorgfältige und umweltgerechte Durchführung dieser Arbeiten.
Hintergrund des Klybeck-Areals
Das Klybeck-Areal ist historisch eng mit der Basler Chemie- und Pharmaindustrie verbunden. Über Jahrzehnte hinweg war es ein bedeutender Produktionsstandort. Mit dem Strukturwandel in der Industrie und der Verlagerung von Produktionsstätten entstand die Möglichkeit, dieses zentrale Areal für eine neue Nutzung zu entwickeln. Die Nähe zum Rhein und zur Innenstadt macht es zu einem attraktiven Standort für städtische Entwicklungsprojekte.
Zukunftsvision: Ein Quartier mit hoher Lebensqualität
Die Planer envisionieren für das Klybeck-Areal ein Quartier, das sich durch eine hohe Lebensqualität auszeichnet. Die Lage direkt am Rhein bietet Potenziale für Grünflächen und Erholungsräume. Es sollen vielfältige Wohnformen entstehen, ergänzt durch Büros, Geschäfte und Dienstleistungsangebote. Das Ziel ist es, ein Quartier zu schaffen, das sowohl den Bedürfnissen der Bewohner als auch der dort Arbeitenden gerecht wird.
Die Entwicklung des Klybeck-Areals ist ein langfristiges Projekt, das über mehrere Jahre hinweg realisiert wird. Es ist ein Beispiel für die kontinuierliche Stadtentwicklung Basels, die darauf abzielt, neue Lebens- und Arbeitsräume zu schaffen und die Stadt für zukünftige Generationen attraktiv zu gestalten. Die Integration in das bestehende Stadtgefüge und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sind dabei zentrale Aspekte der Planung.
Nachhaltigkeit und Infrastruktur
Im Rahmen der Planung wird auch ein besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt. Energieeffiziente Gebäude, grüne Dächer und die Förderung des Langsamverkehrs sind wichtige Bestandteile des Konzepts. Die Infrastruktur wird von Grund auf neu gedacht, um den Anforderungen eines modernen Stadtteils gerecht zu werden. Dies umfasst nicht nur Verkehrswege, sondern auch die Versorgung mit Energie und Wasser sowie die Entsorgung von Abfällen.
Die Stadt Basel und die involvierten Partner sind bestrebt, ein Vorzeigeprojekt zu realisieren, das neue Maßstäbe in der urbanen Entwicklung setzt. Die Transformation des Klybeck-Areals wird ein wichtiger Schritt sein, um den wachsenden Bedarf an Wohn- und Arbeitsraum in der Region Basel zu decken und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern.





