Auf dem ehemaligen Güterbahnhofareal Wolf in Basel entsteht ein umfassendes neues Stadtquartier. Dieses Grossprojekt, das von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und dem Kanton Basel-Stadt vorangetrieben wird, legt den Fokus auf Nachhaltigkeit und hohe Lebensqualität. Die Entwicklung verwandelt eine einst industriell genutzte Fläche in einen lebendigen Mikrokosmos.
Wichtigste Punkte
- Das Areal Wolf wird zu einem neuen Stadtquartier umgestaltet.
- Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität.
- Ein Urban Hub bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
- Das Modell der «Geschützten Bedürfnisse» leitet die Entwicklung.
- Forschung und Start-ups waren bereits vor Baustart aktiv.
Vom Güterbahnhof zum modernen Lebensraum
Die Geschichte des Areals Wolf als zukünftiges Stadtquartier begann im Jahr 2013. Damals untersuchten die SBB verschiedene ihrer Grundstücke auf ihr Potenzial zur Umnutzung. Das Areal Wolf erwies sich als ideal für ein solches Vorhaben. Die geplante Verlegung des internationalen Güterumschlags zum Gateway Basel Nord macht eine grosse Fläche frei, die die SBB nicht länger für den Bahnbetrieb benötigen.
Die SBB entschieden, diese freigewordene Fläche für eine zukunftsweisende Quartierentwicklung zu nutzen. Samuel Pillichody, Gesamtprojektleiter Bauherrenvertretung bei den SBB, leitet die Umsetzung dieses ambitionierten Projekts. Ziel ist es, ein Vorzeigequartier zu schaffen, das neue Massstäbe in der urbanen Entwicklung setzt.
Faktencheck
- 2013: Beginn der Untersuchungen zur Umnutzung des Areals.
- SBB: Federführend bei der Entwicklung des Areals.
- Gateway Basel Nord: Ermöglicht die Freigabe der Fläche durch Verlegung des Güterumschlags.
Ein Urban Hub als Herzstück
Im Zentrum des neuen Areals Wolf ist ein sogenannter «Urban Hub» geplant. Dieser U-förmige Mittelteil soll ein lebendiger Treffpunkt für die zukünftigen Bewohner und Besucher werden. Er wird eine breite Palette an Nutzungen vereinen.
Der Urban Hub ist als Ort für Detailhandel, Gastronomie, Sport, Kultur, Medizin und weitere Dienstleistungen konzipiert. Dies schafft eine vielseitige Infrastruktur, die den Alltag der Menschen bereichert und kurze Wege ermöglicht. Die Kombination dieser Funktionen trägt massgeblich zur angestrebten hohen Lebensqualität bei.
«Wir wollen einen Ort schaffen, an dem alle wichtigen Aspekte des täglichen Lebens harmonisch ineinandergreifen – von Einkaufsmöglichkeiten über Freizeitangebote bis hin zu medizinischer Versorgung», erklärt Samuel Pillichody die Vision für den Urban Hub.
Nachhaltigkeit und wissenschaftliche Begleitung
Schon Jahre vor dem eigentlichen Baustart arbeiteten die SBB und der Kanton Basel-Stadt eng zusammen. Sie betrieben auf dem Areal das Smart City Lab Basel. Dieser Ansatz ermöglichte es, innovative Ideen und Technologien direkt vor Ort zu testen.
Start-ups, Universitätsprojekte und weitere Interessenten konnten den freien Platz als «Werkstatt» nutzen. Dort erprobten sie neue Entwicklungen im urbanen Umfeld. Diese frühzeitige Integration von Forschung und Entwicklung ist ein zentraler Pfeiler des Projekts.
Hintergrund: Smart City Lab Basel
Das Smart City Lab Basel diente als Experimentierfeld für urbane Innovationen. Es ermöglichte die praktische Erprobung neuer Technologien und Konzepte in einem realen städtischen Umfeld. Dies förderte die Entwicklung nachhaltiger und lebenswerter Lösungen für das zukünftige Quartier.
Das Modell der «Geschützten Bedürfnisse»
Die Entwicklung des Areals Wolf wird wissenschaftlich begleitet. Die Universität Basel und das Zürcher Unternehmen Novatlantis entwickelten gemeinsam das Modell der «Geschützten Bedürfnisse». Dieses Modell identifiziert menschliche Grundbedürfnisse, die für ein erfülltes Leben in einem Stadtquartier wichtig sind.
Zu diesen Bedürfnissen gehören beispielsweise Wohnen, Gesundheit und soziale Teilhabe. Das Modell dient als Leitfaden, um sicherzustellen, dass das neue Quartier alle wichtigen Aspekte für seine künftigen Bewohner abdeckt. Es soll eine Umgebung schaffen, in der sich Menschen wohlfühlen und ihre Grundbedürfnisse erfüllt sehen.
- Wohnen: Vielfältige Wohnformen für unterschiedliche Lebensphasen.
- Gesundheit: Zugang zu medizinischen Diensten und Freiräumen für Bewegung.
- Soziale Teilhabe: Treffpunkte, kulturelle Angebote und Möglichkeiten zur Gemeinschaftsbildung.
- Bildung: Angebote für alle Altersgruppen.
- Freizeit: Sport- und Erholungsmöglichkeiten in direkter Nähe.
Die Umsetzung dieses Modells ist entscheidend für den Erfolg des Projekts. Es stellt sicher, dass das Areal Wolf mehr als nur eine Ansammlung von Gebäuden wird. Es soll ein ganzheitlicher Lebensraum entstehen, der die Bedürfnisse seiner Bewohner in den Mittelpunkt stellt.
Zukunftsperspektiven für Basel
Das Projekt Areal Wolf ist ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung in Basel. Es zeigt, wie ungenutzte Industriebrachen in wertvolle urbane Räume umgewandelt werden können. Die Integration von Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Dienstleistungen auf engstem Raum reduziert den Bedarf an langen Pendelwegen und fördert eine umweltfreundliche Mobilität.
Die Erfahrungen aus dem Smart City Lab und die Anwendung des Modells der «Geschützten Bedürfnisse» bieten wertvolle Erkenntnisse für weitere Stadtentwicklungsprojekte. Basel positioniert sich damit als Vorreiter in der Schaffung lebenswerter und nachhaltiger urbaner Umfelder. Das Areal Wolf wird ein Beispiel dafür, wie Städte wachsen und sich entwickeln können, ohne ihre ökologischen und sozialen Verantwortlichkeiten zu vernachlässigen.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich dieser Mikrokosmos entfaltet und welche neuen Impulse er für die Stadt Basel und ihre Bewohner setzen wird. Der Name «Wolf» bleibt, doch seine Bedeutung wandelt sich von einem Ort des Güterumschlags zu einem Symbol für modernes, urbanes Leben.





