Das Areal Lehenmatt Süd in Basel steht vor einer umfassenden Transformation. Wo einst die Haefely AG Elektrotechnik produzierte, soll ein offener, lebendiger Stadtteil entstehen. Der Regierungsrat hat den Bebauungsplan verabschiedet und dem Grossen Rat zur Genehmigung vorgelegt. Das Projekt verspricht neuen Wohnraum für rund 600 Menschen und die Schaffung von 150 Arbeitsplätzen.
Wichtige Punkte
- Haefely AG verlagert ihren Standort, Areal wird frei.
- Neuer Stadtteil mit Wohnungen, Gewerbe und Grünflächen.
- 150 neue Arbeitsplätze und Wohnraum für 600 Personen.
- Ein Drittel der Wohnungen ist gemeinnützig.
- Ökologische Gestaltung nach Prinzipien der Schwammstadt.
Ein Wandel an der Birs: Vom Industriegebiet zum Quartier
Die Haefely AG war seit 1907 am Standort Lehenmatt Süd direkt an der Birs ansässig. Nach über einem Jahrhundert verlagert das Unternehmen nun seinen Hauptsitz in eine andere Region. Dies schafft die Möglichkeit, das bisher geschlossene Firmenareal einer neuen Nutzung zuzuführen. Die städtische Planung sieht einen offenen Stadtteil vor.
Dieser neue Stadtteil wird eine Mischung aus Wohn- und Arbeitsnutzungen beinhalten. Dazu kommen grosszügige, begrünte Freiräume. Die Lage des Areals ist attraktiv: Es liegt direkt an der Birs und bildet den südlichen Abschluss des Wohnquartiers Lehenmatt. Im Westen begrenzen die Autobahn A2 und Eisenbahnlinien das Gebiet. Dahinter erstrecken sich die Sport- und Freizeitanlagen St. Jakob bis zu den Merian Gärten und dem Park im Grünen.
Faktencheck
- Ehemaliger Nutzer: Haefely AG (seit 1907).
- Standort: Lehenmatt Süd, direkt an der Birs.
- Verkehrsanbindung: Nähe zur Autobahn A2 und Eisenbahnlinien.
- Naherholungsgebiet: Angrenzend an St. Jakob, Merian Gärten, Park im Grünen.
Architektonisches Konzept und städtebaulicher Entwurf
Der Bebauungsplan basiert auf einem städtebaulichen Entwurf des Teams um Stump&Schibli Architekten und Bryum Landschaftsarchitektur. Dieser Entwurf sieht unterschiedliche Gebäudeformen vor. Sie sollen eine Vielzahl an Wohnungstypen und Gewerbeangeboten ermöglichen. Die Vielfalt der Gebäude soll ein abwechslungsreiches Stadtbild schaffen.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung der Freiräume. Diese werden nach den Prinzipien der sogenannten Schwammstadt ökologisch konzipiert. Das bedeutet, dass Regenwasser auf dem Areal gesammelt und gespeichert wird, um die Grünflächen zu bewässern und das Mikroklima zu verbessern. Dies trägt auch zur Entlastung der Kanalisation bei.
„Die Entwicklung auf Lehenmatt Süd ist ein Paradebeispiel dafür, wie urbane Transformation gelingen kann: Wir schaffen modernen Wohn- und Arbeitsraum und integrieren gleichzeitig zukunftsweisende ökologische Konzepte.“
Verbindung zur Birs und neue Infrastruktur
Ein zentrales Element des Plans sind die neuen Durchgänge zwischen den Gebäuden. Diese öffnen das Areal zur Birs hin und stärken den Bezug zum Fluss. Die Birs wird somit besser zugänglich und in das neue Quartierleben integriert. Solche Zugänge sind wichtig für die Lebensqualität der Bewohner und die Attraktivität des Quartiers.
Die angestrebte Entwicklung bringt nicht nur neue Bauten, sondern auch eine deutliche Steigerung der Kapazität mit sich. Es entstehen 150 zusätzliche Arbeitsplätze. Gleichzeitig wird neuer Wohnraum für etwa 600 Personen geschaffen. Ein Drittel dieser Wohnungen ist als gemeinnütziger Wohnraum vorgesehen. Dies sichert bezahlbaren Wohnraum in einem neuen, attraktiven Quartier.
Schwammstadt-Prinzip
Das Konzept der Schwammstadt zielt darauf ab, städtische Gebiete so zu gestalten, dass sie Regenwasser aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben können. Dies geschieht durch begrünte Dächer, Fassaden, durchlässige Oberflächen und spezielle Retentionsbecken. Das Prinzip hilft, Überflutungen vorzubeugen, das Stadtklima zu kühlen und die Biodiversität zu fördern.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Fokus
Die ökologische Gestaltung des Areals geht über die Schwammstadt-Prinzipien hinaus. Die Entsiegelung bisheriger Flächen und die umfassende Begrünung verbessern die lokale Biodiversität. Mehr Grünflächen bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere und tragen zur Luftreinigung bei. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Stadtentwicklung.
Zudem wird eine nachhaltige Bauweise für alle neuen Gebäude vorgeschrieben. Dies leistet einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Durch den Einsatz umweltfreundlicher Materialien und energieeffizienter Bauweisen werden Emissionen reduziert. Die langfristigen Betriebskosten für die Bewohner sinken ebenfalls.
Das Projekt Lehenmatt Süd ist ein Beispiel für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung in Basel. Es verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit sozialen und ökologischen Zielen. Der Grosse Rat wird nun über den Bebauungsplan entscheiden. Die öffentliche Planauflage fand bereits im August/September 2025 statt. Es sind keine Einsprachen eingegangen, was auf eine breite Akzeptanz des Vorhabens hindeutet.
Die nächsten Schritte
- Der Bebauungsplan wird dem Grossen Rat zur Genehmigung vorgelegt.
- Nach der Genehmigung beginnt die Detailplanung und Realisierung.
- Die Bevölkerung kann sich auf ein neues, grünes und lebendiges Quartier freuen.





