Ein verheerender Großbrand in Lörrach hat in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtsfeiertag mehrere Familien obdachlos gemacht und erheblichen Schaden angerichtet. Doch die Tragödie hat eine beeindruckende Welle der Hilfsbereitschaft in der gesamten Stadt ausgelöst, die Betroffene und Helfer gleichermaßen sprachlos macht.
Wichtige Punkte
- Brand in der Waschhausgasse zerstörte mehrere Reihenhäuser.
- Ein Mann wurde bei dem Feuer verletzt.
- Über 132.000 Euro Spenden wurden bereits gesammelt.
- Zahlreiche Sachspenden sind im Familienzentrum Kinderland eingegangen.
- Bürger und lokale Unternehmen organisieren umfangreiche Hilfsaktionen.
Das Ausmaß der Zerstörung
Das Feuer brach in einem Reihenhaus in der Waschhausgasse aus. Die Flammen griffen schnell auf benachbarte Gebäude über. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen bereits zwei Häuser vollständig in Brand, ein weiteres teilweise. Bei zwei weiteren Gebäuden kam es zu Dachstuhlbränden. Drei zusätzliche Häuser wurden durch die aufwendigen Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen.
Die Polizei geht derzeit davon aus, dass das Feuer in einem Kamin seinen Ursprung hatte. Die genaue Brandursache und der Hergang sind weiterhin Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Der entstandene Sachschaden wird auf einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag geschätzt.
Faktencheck Brand
- Einsatzkräfte: Weit über 100 Feuerwehrleute aus Lörrach, Inzlingen, Weil am Rhein und Basel.
- Betroffene Gebäude: Ein Komplex mit zehn Reihenhäusern.
- Verletzte: Ein Mann wurde verletzt.
- Sachschaden: Im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich.
Ein Aufruf, der Herzen bewegt
Bereits am ersten Weihnachtsfeiertag starteten erste Hilfsaktionen. Der Sänger Peter Reimtgut, selbst Anwohner, initiierte eine Spendenkampagne auf der Plattform GoFundMe. Die Resonanz war überwältigend. Bis Sonntagmorgen sind bereits mehr als 132.000 Euro zusammengekommen. Reimtgut äußerte sich auf Facebook "Unfassbar. Einfach nur Danke." und musste das Spendenziel bereits mehrfach erhöhen.
Die direkten Brandopfer zeigten sich tief berührt von der Unterstützung. In einer Mitteilung, die Reimtgut weitergab, bedankten sie sich von Herzen:
"Als unser Zuhause vorgestern in Flammen aufging, habt ihr sofort eure Unterstützung angeboten – sei es durch Spenden, warme Worte oder einfach nur ein offenes Ohr. Es ist überwältigend zu sehen, wie eine ganze Stadt zusammenhält und sich um uns kümmert. Wir sind wirklich gerührt und sprachlos von der Hilfsbereitschaft, die ihr uns entgegenbringt und das oft, ohne dass ihr uns kennt. Ihr macht diese Tage ein kleines Stück heller. Danke, dass ihr für uns da seid – wir werden das nie vergessen!"
Breite Unterstützung aus der Gemeinschaft
Neben der Online-Spendenaktion wurden weitere lokale Initiativen ins Leben gerufen. Mick Gäntzel, der Heimathafen, die Brauerei Lasser und das Weingut Huck Wagner schlossen sich zusammen. Sie öffneten die Taverne Drei König am Marktplatz für eine besondere Aktion.
Gegen eine Spende konnten Besucher dort kostenlos Glühwein, Kuchen und Waffeln erhalten. Die Taverne war am Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet und am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Schon am ersten Tag flossen zahlreiche Spenden. Der Heimathafen beschrieb die Resonanz auf Facebook als "überwältigend".
Hintergrund der Hilfsbereitschaft
Lörrach hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass die Gemeinschaft in Krisenzeiten zusammenhält. Dieses Ereignis, das ausgerechnet an Weihnachten geschah, hat viele Menschen tief betroffen gemacht und den Wunsch nach sofortiger Hilfe verstärkt.
Die schnelle Reaktion von Privatpersonen und lokalen Unternehmen zeigt die starke Verbundenheit innerhalb der Stadt und die Bereitschaft, in Notlagen füreinander einzustehen.
Sachspenden und praktische Hilfe
Auch das Familienzentrum Kinderland hat eine umfassende Sachspendenaktion gestartet. Über Facebook und Instagram wurden konkrete Aufrufe veröffentlicht, was die betroffenen Familien dringend benötigen. Die Hilfsbereitschaft war hier ebenfalls enorm.
Fotos zeigen, dass bereits eine große Menge an Sachspenden eingegangen ist. Ein Teil davon konnte den Brandopfern bereits übergeben werden. Wer weitere Sachspenden leisten möchte, kann sich per E-Mail an info@kinderland-loerrach.de wenden. Das Telefon des Familienzentrums ist aktuell nicht besetzt, um die Koordination der Spenden effizienter zu gestalten.
Die Stadt Lörrach hat die obdachlos gewordenen Familien in Ersatzunterkünften untergebracht. Die Koordination der Hilfsmaßnahmen läuft auf Hochtouren, um sicherzustellen, dass alle Betroffenen die notwendige Unterstützung erhalten, um diese schwierige Zeit zu überstehen und den Wiederaufbau ihres Lebens zu beginnen.
Blick in die Zukunft
Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch. Gleichzeitig liegt der Fokus auf der langfristigen Unterstützung der betroffenen Familien. Die enorme Solidarität in Lörrach gibt Hoffnung, dass die Brandopfer nicht alleine sind und auf eine starke Gemeinschaft zählen können.
Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die Familien mit den Folgen des Brandes umgehen und welche weiteren Schritte für den Wiederaufbau notwendig sind. Die Stadt und die vielen engagierten Helfer stehen bereit, um diesen Weg gemeinsam zu gehen.





