Charlotta "Kiki" Rogerson hat beim CHI Basel Schweizer Dressurgeschichte geschrieben. Mit einer Weltcup-Kür von 81,290 Prozent setzte sie einen neuen Rekord für Schweizer Reiterinnen. Dieses Ergebnis markiert einen wichtigen Schritt für den Dressursport in der Schweiz und positioniert Rogerson als eine führende Persönlichkeit im internationalen Reitsport.
Wichtige Erkenntnisse
- Kiki Rogerson erreichte beim CHI Basel 2026 eine Rekord-Kür von 81,290 Prozent.
- Sie ist die erste Schweizerin, die in einer Weltcup-Kür diese hohe Punktzahl erzielte.
- Rogerson führt einen eigenen Reitbetrieb und finanziert ihren Sport selbst.
- Ihr Ziel ist es, den Namen Rogerson Equestrian als Marke zu etablieren und den Dressursport sichtbarer zu machen.
- Die Reiterin plant, bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles anzutreten.
Ein historischer Erfolg in Basel
Das CHI Basel 2026 war für Kiki Rogerson ein Wendepunkt. In der St. Jakobshalle zeigte sie mit ihrem Wallach Bonheur de la Vie eine beeindruckende Kür. Die erreichte Punktzahl von 81,290 Prozent war höher als die jeder anderen Schweizerin zuvor in einer Weltcup-Kür. Dies sicherte ihr den zweiten Platz hinter der deutschen Reiterin Isabell Werth und wurde als Sieg für den Schweizer Sport gefeiert.
Bereits am Donnerstag hatte Rogerson im Grand Prix den zweiten Platz belegt. Basel wurde damit zu einem Symbol für ihren Durchbruch und zeigte, dass der Schweizer Dressursport wieder Anschluss an die Weltspitze findet. Ihr Erfolg ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit und einer klaren Vision.
Faktencheck
- 81,290 Prozent: Die höchste je von einer Schweizerin in einer Weltcup-Kür erreichte Punktzahl.
- Platz 2: Ergebnis im Grand Prix und in der Kür beim CHI Basel 2026.
- Weltrangliste: Anfang 2026 auf Position 47.
Geschäftsfrau und Sportlerin
Kiki Rogerson, 27 Jahre alt, sieht sich nicht nur als Spitzensportlerin, sondern auch als Geschäftsfrau. Seit 2023 ist ihre Firma im Handelsregister eingetragen. Sie bietet verschiedene Dienstleistungen im Pferdesport an, darunter die Ausbildung von Pferd und Reiter, die Vermietung von Pferdeboxen mit Betreuung sowie die Vorstellung von Pferden auf Turnieren. Auch der Kauf, Verkauf und die Vermittlung von Pferden gehören zu ihrem Portfolio.
Ihr Alltag ist geprägt von intensiver Arbeit. Sie reitet täglich mindestens zehn Pferde und gibt anschliessend Reitunterricht. Ihre Arbeitstage beginnen früh und enden spät, oft dauern sie mehr als zwölf Stunden. Rogerson leitet einen Betrieb mit 18 Pferdeboxen und einem Team von vier bis fünf Pflegern, die sich um die Tiere kümmern und sie auf Paddock oder Weide bringen.
"Am Tag reite ich mindestens zehn Pferde und gebe danach Unterricht", sagte Kiki Rogerson am Rande des CHI Basel. "Ich bin auch eine Geschäftsfrau. Ich lebe davon."
Hintergrund
Der Schweizer Dressur-Reitsport hatte in den letzten Jahrzehnten mit den Erfolgen früherer Zeiten zu kämpfen. Kikis Rogersons Leistungen beim CHI Basel geben dem Sport neue Hoffnung und zeigen, dass mit Engagement und harter Arbeit wieder Top-Ergebnisse möglich sind.
Die Marke "Rogerson Equestrian"
Neben dem sportlichen Erfolg verfolgt Kiki Rogerson ein weiteres grosses Ziel: Sie möchte den Namen Rogerson Equestrian als Marke im Dressursport etablieren. Ihr Anspruch ist es, kompromisslose sportliche Qualität zu repräsentieren. Präzision, Perfektion und tägliche Arbeit bilden das Fundament ihrer Arbeit.
Als ehemalige Geräteturnerin bringt sie ein ausgeprägtes Körpergefühl, Disziplin und mentale Stärke mit. Diese Eigenschaften helfen ihr, eine glaubwürdige Botschafterin für ihren Sport zu sein. Sie möchte den Dressursport sichtbarer machen und junge Menschen dafür begeistern. Ihre Vision geht über reine Resultate hinaus; sie strebt eine Identität im internationalen Spitzensport an.
Rogerson setzt nicht nur auf ein einziges Spitzenpferd. Die erst achtjährige Stute Nice Touch gilt ebenfalls als vielversprechend für eine grosse Karriere. Auch dieses Pferd ist in Familienbesitz und soll langfristig bei ihr bleiben.
Der sportliche Weg
Kiki Rogersons Weg zum Erfolg begann in ihrer Kindheit. Sie wurde in Hamburg geboren und wuchs in der Schweiz in einer pferdebegeisterten Familie auf. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Engländer. Pferde gehörten immer zu ihrem Alltag. Als Kind ritt sie Pony, kombinierte dies mit Geräteturnen und Voltigieren. Bis zum Alter von 12 Jahren turnte sie leistungsorientiert beim BTV Luzern. Diese Zeit prägte ihr Körpergefühl und ihre Disziplin.
Nach der obligatorischen Schulzeit zog sie nach Deutschland, wo sie die Matura abschloss und direkt in den Pferdesport einstieg. Vier Jahre lang trainierte sie im Stall ihres heutigen Trainers Oliver Oelrich. Später absolvierte sie eine Bereiterausbildung bei Klaus Balkenhol.
Im Jahr 2021 rückte sie erstmals ins nationale Rampenlicht. Bei der U25-Europameisterschaft in Hagen erreichte sie mit Famora eine Top-Ten-Platzierung. Dieses Pferd öffnete ihr die Tür zum internationalen Spitzensport und führte sie bis ins Elitekader. Famora sicherte der Schweiz auch einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele von Paris 2024, auch wenn dieser Startplatz letztlich nicht an Rogerson ging.
Ein neues Kapitel begann 2025 mit Bonheur de la Vie. Mit diesem Pferd stellte sich ein deutlicher Leistungssprung ein, der mit Famora nicht möglich gewesen wäre. Im November 2025 gewann Charlotta Rogerson als erste Schweizerin seit vier Jahrzehnten den Grand Prix Special beim German Masters. Der Erfolg in Basel 2026 ist der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere.
Blick in die Zukunft: Aachen und Los Angeles
Die Leistungen von Kiki Rogerson machen Hoffnung auf weitere Erfolge. Das Resultat von Basel hätte sie bei der Europameisterschaft 2025 in die Top 6 gebracht. Sie sieht weiterhin Potenzial zur Steigerung.
"Wir können uns überall noch steigern", sagt sie. "In Basel waren die Piaffen nicht so, wie sie sein könnten." Gleichzeitig betont sie die Fortschritte. "Anfangs hatten wir Mühe mit den fliegenden Wechseln. Jetzt in Basel waren die Wechsel eine Stärke, so wie die Passagen auch."
Das 14-jährige Pferd Bonheur de la Vie soll sie im Sommer zur Weltmeisterschaft in Aachen führen, wo sie den Kür-Final der Top 15 erreichen möchte. Das langfristige Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Für eine Dressurreiterin, die Anfang 2026 auf Weltranglistenposition 47 geführt wird, ist dies ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel.





