Der Tesla Cybertruck sorgt in der Schweiz für Aufsehen. Obwohl das futuristische Elektrofahrzeug hierzulande noch keine offizielle Zulassung besitzt, sind bereits mehrere Exemplare auf Schweizer Strassen gesichtet worden. Während Fans die innovative Technologie loben, äussern Kritiker Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Praktikabilität.
Wichtige Punkte
- Mehrere Tesla Cybertrucks sind bereits in der Schweiz, fahren aber mit US-Kennzeichen.
- Eine offizielle Schweizer Zulassung steht noch aus.
- Basler Unternehmen Teslab strebt die erste europäische Zulassung an.
- Kritiker warnen vor Sicherheitsrisiken für Fussgänger.
- Der Cybertruck ist ein polarisierendes Fahrzeug, das Diskussionen auslöst.
Der Cybertruck: Ein Blickfänger ohne Zulassung
Der Tesla Cybertruck ist ein Fahrzeug, das man nicht übersieht. Mit seiner kantigen, aus Edelstahl gefertigten Karosserie wirkt er wie direkt aus einem Science-Fiction-Film. Diese einzigartige Ästhetik zieht die Blicke auf sich. Doch trotz seiner Präsenz auf Schweizer Strassen – oft mit US-Kennzeichen für eine begrenzte legale Nutzung – fehlt dem Cybertruck die notwendige Typenprüfung für eine dauerhafte Zulassung.
Die Karosserie des Cybertrucks besteht aus drei Millimeter dickem Edelstahl. Dieses Material verleiht dem Fahrzeug nicht nur sein markantes Aussehen, sondern auch eine besondere Robustheit. Diese Bauweise ist jedoch auch ein zentraler Punkt der Kritik, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.
Faktencheck Cybertruck
- Gewicht: Bis zu 3,5 Tonnen
- Leistung: Maximal 857 PS (Cyberbeast-Modell)
- Neupreis (USA): Bis zu 125'000 US-Dollar
- Länge: 5,68 Meter
- Breite: 2,2 Meter
- Höhe: 1,8 Meter
Die Herausforderung der Schweizer Zulassung
Die Zulassung eines Fahrzeugs wie des Cybertrucks in der Schweiz ist komplex. Europäische und Schweizer Vorschriften legen strenge Massstäbe an, besonders beim Fussgängerschutz. Die starre, sich kaum verformende Karosserie des Cybertrucks steht im Widerspruch zu diesen Anforderungen. Experten befürchten, dass dies bei Kollisionen zu schwerwiegenderen Verletzungen führen könnte.
Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat bestätigt, dass bisherige Zulassungsbegehren bei den Kantonen nicht erfüllt werden konnten. Dies bedeutet, dass die Fahrzeuge ohne Anpassungen nicht dauerhaft auf Schweizer Strassen fahren dürfen. Die Diskussion um die Anerkennung US-amerikanischer Fahrzeugstandards, die Mitte November aufkam, löste landesweit Besorgnis aus. Kritiker warnten vor einem Anstieg der Verkehrstoten, sollte der Cybertruck ohne entsprechende Anpassungen zugelassen werden.
«Es ist mit mehr Verkehrstoten zu rechnen.»
Teslab: Pioniergeist aus Basel
Trotz der Hürden gibt es in der Schweiz engagierte Befürworter. Raven Seeholzer und Livio Schaub, die Gründer der unabhängigen Tesla-Garage Teslab in Basel, haben sich zum Ziel gesetzt, die erste offizielle Cybertruck-Zulassung Europas zu erhalten. Sie planen, eine Kleinserie von modifizierten Cybertrucks herzustellen. Diese sollen speziell an Schweizer Vorschriften angepasst werden.
Die geplanten Anpassungen umfassen wichtige Bereiche wie Fussgängerschutz, Karosserie, Beleuchtung, Bremsleistung und elektromagnetische Verträglichkeit. Teslab ist überzeugt, dass ihre modifizierten Fahrzeuge ein vergleichbares Sicherheitsniveau wie andere in der Schweiz zugelassene Pick-ups erreichen können. Sie zeigen sich optimistisch und hoffen auf eine Zulassung bereits im Februar.
Hintergrund: Cybertruck-Sichtungen
In den sozialen Medien kursieren immer wieder Bilder und Videos von Cybertrucks in der Schweiz. Diese Fahrzeuge sind oft mit US-Kennzeichen unterwegs, was eine vorübergehende legale Nutzung erlaubt. Sichtungen gab es unter anderem in Zug, der Luzerner Innenstadt und Basel. Diese Auftritte sorgen regelmässig für Diskussionen und Neugier in der Bevölkerung.
Die Besitzer: Zwischen Faszination und Skepsis
Wer leistet sich ein solch umstrittenes und teures Fahrzeug, das noch nicht einmal zugelassen ist? Ein Beispiel ist ein Mann aus der Region Luzern, der sich auf der Plattform X «Cybercraft» nennt. Er bezeichnet sich selbst als «First Cybertruck Owner in Switzerland» und liess seinen CT bereits im Mai 2024 in die Schweiz verschiffen. Nun wartet das Fahrzeug in seiner Garage auf die Zulassung.
«Cybercraft» sieht den Cybertruck auch als Werbeträger. Er möchte das Fahrzeug für Kunden- oder Mitarbeiteranlässe vermieten, um das Publikum zu begeistern. Ein Fahrzeug mit einer so polarisierenden öffentlichen Wahrnehmung als Imageverstärker einzusetzen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Auf seiner Website weist er klar darauf hin, dass der Truck nur stationär aufgestellt und nicht gefahren werden kann.
Die Faszination für den Cybertruck ist gross, doch nicht alle teilen die Begeisterung. Elon Musk, der Kopf hinter Tesla, bezeichnet den Cybertruck als das «beste Fahrzeug für die Apokalypse», was auf seine robuste Bauweise anspielt. Für viele andere Menschen verkörpert der Pick-up jedoch eher das Gegenteil – ein Symbol für überdimensionierten Konsum und potenzielle Gefahren.
Die Kontroversen um den Cybertruck
Der Cybertruck hat bereits negative Schlagzeilen gemacht. Im vergangenen Februar zog die Kantonspolizei im Wallis einen Cybertruck von Teslab aus dem Verkehr. Das Fahrzeug war ohne Zulassung und mit einer Basler Garagennummer unterwegs. Ein Video auf Tiktok zeigte, wie der futuristische Wagen auf den Anhänger eines Abschleppwagens verladen wurde – ein sichtbarer Rückschlag für die Befürworter.
Die Debatte um den Cybertruck verdeutlicht die Kluft zwischen technologischer Innovation und regulatorischen Anforderungen. Während Befürworter die fortschrittliche Technologie und das einzigartige Design hervorheben, fordern Behörden und Sicherheitsorganisationen die Einhaltung bestehender Normen zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer.
- Fussgängerschutz: Die kantige Bauweise des Cybertrucks gilt als problematisch.
- Zulassungsverfahren: Strenge europäische und Schweizer Normen müssen erfüllt werden.
- Öffentliche Wahrnehmung: Das Fahrzeug polarisiert stark zwischen Begeisterung und Ablehnung.
Die Zukunft des Cybertrucks auf Schweizer Strassen bleibt ungewiss. Die Basler Firma Teslab kämpft für die Zulassung und ist optimistisch. Es wird sich zeigen, ob ihr unbändiger Optimismus von den Schweizer Behörden geteilt wird.





