Die Schweizer Flughäfen Zürich und Basel sind gut auf winterliche Bedingungen vorbereitet. Nach Engpässen am Flughafen Amsterdam Schiphol versichert Swissport, dass die Versorgung mit Enteisungsmittel in der Schweiz stabil ist. Ausreichende Vorräte sollen den Flugbetrieb auch bei starkem Schneefall gewährleisten.
Wichtige Punkte
- Swissport meldet stabile Versorgung mit Enteisungsmittel in der Schweiz.
- Die Vorräte an den Flughäfen Zürich und Basel reichen für fünf bis sieben Schneetage.
- Ein externes Zwischenlager im Birrfeld dient als strategische Reserve für beide Flughäfen.
- Für die Enteisung eines Kurzstreckenflugzeugs werden rund 400 Liter Flüssigkeitsgemisch benötigt.
Engpass in Amsterdam – Schweiz reagiert präventiv
Der Flughafen Amsterdam Schiphol erlebte kürzlich einen kritischen Engpass bei Enteisungsmitteln. Unerwartet starker Schneefall führte dazu, dass die Vorräte bereits am 2. Januar zur Neige gingen. Dies hatte die Annullierung tausender Flüge zur Folge und legte einen der grössten Flughäfen Europas lahm. Erst am 7. Januar traf neuer Nachschub ein.
Solche Situationen verdeutlichen die Bedeutung einer gesicherten Versorgungskette für den Flugbetrieb im Winter. Die Schweiz, mit ihren oft schneereichen Wintern, hat daraus ihre Lehren gezogen und setzt auf eine robuste Planung.
Wussten Sie schon?
Amsterdam Schiphol ist gemessen an Passagierzahlen der viertgrösste Flughafen Europas. Ein Engpass dort hat weitreichende Auswirkungen auf den gesamten europäischen Flugverkehr.
Stabile Lage an Schweizer Flughäfen
Auf Anfrage dieser Redaktion gibt Swissport Entwarnung für die Schweizer Flughäfen. Nathalie Berchtold, Mediensprecherin von Swissport, bestätigt die stabile Versorgungslage. «Die Versorgungslage ist in der Schweiz stabil», erklärt sie.
In der aktuellen Woche hat Swissport eine Lieferung Enteisungsmittel erhalten. Der Lieferant des Mittels ist in Antwerpen ansässig. Eine weitere Lieferung wird in den kommenden Tagen erwartet. Mit diesen Mengen sollen die Tanks zu 80 Prozent gefüllt sein.
«Damit werden unsere Tanks zu 80 Prozent voll sein, was für fünf bis sieben Schneetage reicht.» – Nathalie Berchtold, Mediensprecherin Swissport
Die aktuelle Wetterprognose von Meteo Schweiz deutet darauf hin, dass bis Mitte kommender Woche weniger als fünf Schneetage zu erwarten sind. Dies bedeutet, dass die vorhandenen Reserven ausreichen sollten.
Strategische Reserven im Aargau
Die Lagerung des Enteisungsmittels erfolgt nicht nur direkt auf dem Flughafengelände. Für den kurzfristigen Bedarf gibt es zwar Vorräte vor Ort. Der mittelfristige Bedarf wird jedoch in einem externen Zwischenlager gedeckt.
Dieses strategische Lager befindet sich im Birrfeld im Kanton Aargau. Die Lage ist bewusst gewählt, da sie geografisch günstig zwischen den Flughäfen Zürich und Euro-Airport Basel-Mulhouse liegt. Beide Flughäfen nutzen diese gemeinsame Reserve. Der Transport des Mittels erfolgt bei Bedarf per Lastwagen.
Hintergrundinformation
Die Nähe zur Nordsee führt in den Niederlanden meist zu milderen Wintern. Stärkerer, anhaltender Schneefall ist dort seltener, was die unerwartete Knappheit in Amsterdam erklären könnte.
Der Enteisungsprozess im Detail
Das Enteisungsverfahren ist ein wichtiger Bestandteil des Winterbetriebs an Flughäfen. Bevor ein Flugzeug starten kann, muss es von Eis und Schnee befreit werden. Dies geschieht mit einer speziellen Flüssigkeit.
Die Enteisungsflüssigkeit wird mit heissem Wasser gemischt. Das genaue Verhältnis hängt von den aktuellen Wetterbedingungen ab. Bei Swissport gilt ein Richtwert für den Verbrauch:
- Kurzstreckenflugzeug: Bei Frost werden für ein kurzes De-Icing rund 400 Liter des Flüssigkeitsgemischs benötigt.
Dieser Prozess ist entscheidend für die Sicherheit im Flugverkehr. Eis und Schnee auf den Flügeln können die Aerodynamik des Flugzeugs stark beeinträchtigen und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Bedeutung der Vorsorge
Die Erfahrungen aus Amsterdam zeigen, wie schnell ein Mangel an Enteisungsmitteln den Flugverkehr lahmlegen kann. Eine vorausschauende Planung und ausreichende Reserven sind daher unverzichtbar für die Aufrechterhaltung des Betriebs an den Flughäfen.
Die Schweiz setzt hier auf eine bewährte Strategie. Die Kombination aus lokalen Vorräten und einem zentralen Zwischenlager gewährleistet, dass auch bei unvorhergesehenen Wetterereignissen der Flugbetrieb so reibungslos wie möglich abläuft. Dies minimiert das Risiko von Flugausfällen und -verspätungen, die Reisende stark beeinträchtigen würden.





