Die Lufthansa steht erneut vor massiven Flugstreichungen. Ein Streik der Piloten und Flugbegleiter hat den Betrieb der Fluggesellschaft erheblich gestört. Dies führt auch zu erheblichen Beeinträchtigungen im Schweizer Flugverkehr, insbesondere bei Verbindungen nach Zürich, Basel und Genf. Hunderte von Flügen sind betroffen, und Passagiere müssen sich auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.
Wichtige Punkte
- Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa streiken für bessere Arbeitsbedingungen.
- Rund 4800 Piloten fordern höhere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten.
- Hunderte von Lufthansa-Flügen wurden gestrichen, auch in der Schweiz.
- Flüge von und nach Zürich, Basel und Genf sind betroffen.
- Lufthansa rät Passagieren, sich digital zu informieren und nicht zum Flughafen zu kommen.
Umfassende Flugstreichungen über das gesamte Netzwerk
Die Auswirkungen des Streiks sind weitreichend. Auf den Anzeigetafeln grosser deutscher Flughäfen wie Frankfurt und Berlin sind kaum noch Lufthansa-Verbindungen zu finden. Die Fluggesellschaft hat "umfangreiche Flugstreichungen" angekündigt. Eine genaue Zahl der betroffenen Flüge wurde zunächst nicht genannt, aber die Beeinträchtigungen sind erheblich.
Besonders betroffen sind auch die Schweizer Flughäfen. Verbindungen zwischen Zürich, Basel, Genf und deutschen Städten sind stark eingeschränkt. Passagiere, die für heute einen Lufthansa-Flug gebucht hatten, sollten unbedingt den Status ihres Fluges überprüfen.
Faktencheck
- Betroffene Piloten: Rund 4800 Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo.
- Gewerkschaft der Piloten: Vereinigung Cockpit (VC).
- Gewerkschaft der Flugbegleiter: Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO).
- Hauptforderungen der Piloten: Höhere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten.
Hintergrund des Arbeitskampfes
Der Streik der Piloten ist das Ergebnis einer Urabstimmung, bei der eine deutliche Mehrheit der Mitglieder Arbeitskampfmassnahmen zugestimmt hatte. Diese Abstimmung fand bereits im Herbst statt. Nach monatelangen Verhandlungen ohne Erfolg, hat die Gewerkschaft nun zum Streik aufgerufen.
Auch die Kabinengewerkschaft UFO hat einen Warnstreik angekündigt. Sie fordert neue Tarifverträge für die Kernfluggesellschaft Lufthansa und die Regionaltochter Cityline. Die Gewerkschaft befürchtet den Verlust von rund 800 Arbeitsplätzen bei Cityline aufgrund der Konzernstrategie. Ein tariflicher Sozialplan werde vom Management bisher verweigert, so UFO.
"Die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft bedeuten. Dort gibt es keinerlei Spielraum."
Michael Niggemann, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Lufthansa
Auswirkungen auf die Schweizer Passagiere
Für Reisende aus der Schweiz bedeutet dies, dass sie ihre Reisepläne möglicherweise ändern müssen. Lufthansa hat angekündigt, Passagiere vor allem auf digitalen Wegen zu informieren. Es wird dringend empfohlen, nicht unaufgefordert zum Flughafen zu fahren. Die Fluggesellschaft bietet im grossen Umfang elektronische Umbuchungen an.
Die Hoffnung der Airline ist, dass der Flugplan am Freitag wieder normalisiert werden kann. Bis dahin müssen sich Passagiere auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Situation bleibt angespannt, während die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und dem Lufthansa-Vorstand weitergehen.
Wirtschaftliche Lage der Lufthansa
Die Lufthansa-Kerngesellschaft geriet im Jahr 2024 in die Verlustzone. Ein Sanierungsprogramm namens "Turnaround" soll das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Der Vorstand sieht daher keinen Spielraum für weitere Kostensteigerungen durch höhere Gewerkschaftsforderungen. Neue Geschäftszahlen des MDax-Konzerns werden am 6. März erwartet.
Empfehlungen für Reisende
- Flugstatus prüfen: Informieren Sie sich regelmässig über den aktuellen Status Ihres Fluges auf der Lufthansa-Website oder in der App.
- Digital kommunizieren: Nutzen Sie die digitalen Kanäle der Lufthansa für Informationen und Umbuchungen.
- Nicht zum Flughafen fahren: Vermeiden Sie unnötige Fahrten zum Flughafen, wenn Ihr Flug gestrichen wurde oder Sie keine klare Information haben.
- Alternativen prüfen: Suchen Sie nach alternativen Reisemöglichkeiten, falls Ihre Reise dringend ist.
Die Situation zeigt einmal mehr die Fragilität des Flugverkehrs bei Tarifkonflikten. Tausende von Reisenden sind von den Entscheidungen der Gewerkschaften und des Managements direkt betroffen. Es bleibt abzuwarten, wann eine Einigung erzielt wird und der Flugbetrieb wieder reibungslos läuft.
Weitere Entwicklungen abwarten
Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, wie sich die Situation entwickelt. Der Lufthansa-Vorstand kritisiert die Streiks als "völlig unnötige Eskalation". Die Gewerkschaften sehen sich jedoch in der Pflicht, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Für die Passagiere bedeutet dies vorerst weiterhin Unsicherheit und Wartezeiten.





