Die umstrittenen Parkgebühren am Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst bleiben ein heisses Thema. Eine Initiative zur Überprüfung der aktuellen Regelung wird derzeit vorbereitet. Viele Anwohner und Kunden äussern ihren Unmut über die seit der ersten Minute erhobenen Gebühren, die das Einkaufsverhalten stark beeinflussen.
Wichtige Punkte
- Parkgebühren am Kaiserhof in Kaiseraugst kosten ab der ersten Minute.
- Einwohner fordern eine gebührenfreie Parkzeit von 30 Minuten.
- Die Gemeinde verweist auf eine private Vereinbarung zwischen Coop und VCS.
- Eine Unterschriftensammlung zur Anpassung der Regelung wird in Betracht gezogen.
- Viele Kunden meiden das Einkaufszentrum wegen der Gebühren.
Widerstand gegen Gebührenregelung wächst
René Weinhold, ein 91-jähriger Einwohner von Kaiseraugst, setzt sich aktiv gegen die bestehenden Parkgebühren ein. Er kritisiert die Regelung als unfair und beklagt die Auswirkungen auf die lokale Geschäftswelt. Die Gebühren wurden vor einigen Jahren eingeführt. Zuvor konnten Kunden am Kaiserhof kostenlos parkieren.
Heute fallen bereits ab der ersten Minute Parkkosten an. Wer nur kurz etwas abholen möchte, muss 1.50 Franken bezahlen. Diese Praxis stößt in der Bevölkerung auf breiten Widerstand. Bereits 2021, als das Baugesuch für die Schrankenanlage eingereicht wurde, gab es 137 Einwendungen. Die Schranken wurden dennoch installiert.
«Das ist nicht fair. Ich bin gegen Abzockerei», sagt René Weinhold.
Faktencheck Parkgebühren
- Einführung: Vor einigen Jahren, auf Druck des VCS.
- Kosten: 1.50 Franken ab der ersten Minute.
- Widerstand: 137 Einwendungen gegen das Baugesuch 2021.
Negative Auswirkungen auf den lokalen Handel
Die Parkgebühren haben nach Ansicht vieler Bürger spürbare Konsequenzen für die Geschäfte im Einkaufszentrum Kaiserhof. René Weinhold berichtet, dass ihm immer wieder Leute erzählen, sie würden dort nicht mehr einkaufen. Dies führt zu einer Abwanderung der Kundschaft.
Viele Bewohner weichen auf andere Einkaufszentren in der Umgebung oder sogar im benachbarten Ausland aus. Dies schadet den lokalen Betrieben und dem Standort Kaiseraugst. Weinhold hat sich deshalb kürzlich schriftlich an die Gemeinde gewandt, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen.
Hintergrund der Gebühren
Die aktuellen Parkgebühren im Kaiserhof basieren auf einer Vereinbarung zwischen Coop und dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Die Gemeinde Kaiseraugst selbst strebte dieses Parkraumregime nicht aktiv an. Der Parkplatz befindet sich zudem auf privatem Grund, was die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinde einschränkt.
Forderung nach gebührenfreier Kurzparkzeit
In seinem Schreiben an die Gemeinde beantragte René Weinhold die Einführung einer gebührenfreien Parkzeit von 30 Minuten. Er argumentiert, dass eine solche Kulanzlösung das Abwandern der Kunden verhindern könnte. Eine kurze kostenlose Parkzeit würde es den Menschen ermöglichen, schnell Besorgungen zu erledigen, ohne sofort zur Kasse gebeten zu werden.
Die Gemeinde Kaiseraugst hat auf Weinholds Schreiben geantwortet. Sie weist darauf hin, dass die aktuellen Parkgebühren auf einer Vereinbarung zwischen zwei privatrechtlichen Parteien, Coop und dem VCS, beruhen. Die Gemeinde betont, dass es sich nicht um ein von ihr angestrebtes Parkraumregime handelt und der Parkplatz nicht auf öffentlichem Grund liegt.
Bürgerprotest in sozialen Medien
René Weinhold veröffentlichte den Briefwechsel mit der Gemeinde auf der Facebook-Seite «Kaiseraugst lebt». Die Reaktionen waren zahlreich und zeigten, dass der Unmut über die Parkgebühren auch Jahre nach ihrer Einführung noch gross ist. Viele Kommentare bestätigen die Beobachtungen Weinholds.
Ein Nutzer schreibt: «Ich war früher jede Woche im Coop Kaiseraugst einkaufen. Seit diesen Parkgebühren gehe ich nicht mehr dorthin.» Ein anderer äussert seine Unterstützung für Weinholds Initiative, bleibt aber skeptisch bezüglich der Umsetzungschancen. Einige Anwohner beklagen zudem, dass wegen der Gebühren vermehrt wild im Quartier parkiert werde.
Die anhaltende Diskussion verdeutlicht, wie stark die Parkgebühren den Alltag der Menschen in Kaiseraugst beeinflussen und wie gross der Wunsch nach einer kundenfreundlicheren Lösung ist.
Unterschriftensammlung als nächster Schritt
Die vielen positiven Reaktionen bestärken René Weinhold in seinem Vorhaben. Er erwägt nun ernsthaft, eine Unterschriftensammlung zu starten. Ein entsprechendes Formular hat er bereits entworfen. Darin fordern die Unterzeichnenden die Verantwortlichen auf, eine Kulanzlösung zu finden, um das Thema friedlich und im Sinne der Lebensqualität in Kaiseraugst abzuschliessen.
Weinhold hofft, dass ein Gespräch zwischen der Gemeinde, Coop und dem VCS zu einer Anpassung der starren Vereinbarung führen kann. Er möchte zumindest den Versuch unternehmen, eine Verbesserung für die Bürger und den lokalen Handel zu erreichen. Die Initiative zeigt, wie wichtig den Einwohnern von Kaiseraugst eine faire und zugängliche Parkraumbewirtschaftung ist.





