In Birsfelden BL hat sich der Verkehr in den Quartierstrassen seit der Einführung einer automatischen Durchfahrtskontrolle erheblich reduziert. Die Gemeinde meldet einen durchschnittlichen Rückgang von 25 Prozent. Dies führt zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität für die Anwohner.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Verkehr in den Quartierstrassen von Birsfelden ist um durchschnittlich 25 Prozent gesunken.
- Die Hardstrasse verzeichnete den höchsten Rückgang mit 30 Prozent.
- Die Anzahl der täglichen Übertretungen sank von 1000 auf etwa 70.
- Bislang wurden 29'000 Bussen ausgestellt, wovon 62 Prozent bezahlt sind.
- Es gibt noch offene Beschwerden gegen das System bei der Staatsanwaltschaft und Regierung.
Erfolgreiche Verkehrsberuhigung in Birsfelden
Die automatische Durchfahrtskontrolle, die am 1. September in Birsfelden eingeführt wurde, zeigt deutliche Wirkung. Ziel war es, die Quartierstrassen vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Autofahrer nutzten diese Wege zuvor, um Staus auf Autobahnen und Hauptstrassen in Richtung Basel zu umfahren. Die Massnahme hat dieses Verhalten nun merklich eingedämmt.
Die Gemeinde Birsfelden gab bekannt, dass der Verkehr in den betroffenen Quartierstrassen um durchschnittlich 25 Prozent abgenommen hat. Diese Zahlen belegen den Erfolg der Massnahme, die zu Beginn auf viel Widerstand stiess.
Zahlen und Fakten
- Durchschnittlicher Rückgang: 25 Prozent in den Quartierstrassen.
- Hardstrasse: 30 Prozent Rückgang.
- Friedhofstrasse: 27 Prozent Rückgang.
Deutliche Entlastung für Anwohner und Buslinien
Besonders auf der Hardstrasse konnte ein Rückgang von 30 Prozent verzeichnet werden. Die Friedhofstrasse folgte mit 27 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass die Massnahme dort am stärksten greift, wo der Durchgangsverkehr zuvor am intensivsten war. Die Anwohner profitieren von einer spürbar höheren Wohnqualität. Weniger Lärm, Abgase und mehr Sicherheit auf den Strassen sind direkte positive Folgen.
Auch der öffentliche Nahverkehr profitiert. Die Buslinien verzeichnen seit der Einführung der Kontrolle weniger Verlustzeiten durch Stau. Dies verbessert die Pünktlichkeit und Effizienz des Busbetriebs, was wiederum den Fahrgästen zugutekommt.
Reduktion der Übertretungen
Nach der Einführung der Durchfahrtskontrolle gab es anfänglich rund tausend Übertretungen pro Tag. Diese hohe Zahl brachte die Gemeindeverwaltung an ihre Kapazitätsgrenzen. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Übertretungen stabilisiert. Aktuell liegen sie bei durchschnittlich rund 70 pro Tag. Dies deutet darauf hin, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die neuen Regeln gewöhnt haben oder alternative Routen nutzen.
Die automatische Durchfahrtskontrolle hat sich als effektives Mittel zur Verkehrsberuhigung erwiesen. Die anfänglichen Herausforderungen wurden gemeistert, und das System funktioniert technisch einwandfrei.
Bussen und anhängige Beschwerden
Fehlbare Verkehrsteilnehmer, die unerlaubt die Quartierstrassen nutzen, werden mit einer Busse von 100 Franken belegt. Insgesamt wurden bisher 29'000 Übertretungen mit Bussen versehen. Davon sind inzwischen 62 Prozent bezahlt worden. Dies entspricht einer hohen Zahl an Einnahmen für die Gemeinde, die jedoch primär der Verkehrsberuhigung dienen sollen.
Hintergrund der Kontrolle
Die Gemeinde Birsfelden setzt Kameras ein, um Nummernschilder bei der Einfahrt und Ausfahrt zu erfassen. Fahrzeuge, die länger als 15 Minuten im Teilfahrverbot bleiben, sind von den Sanktionen ausgenommen. Dies soll sicherstellen, dass Anwohner und Lieferanten nicht unnötig bestraft werden.
Trotz des Erfolgs gibt es weiterhin Widerstand gegen die Durchfahrtskontrolle. Zehn Personen haben ihre Bussen angefochten. Ihre Beschwerden sind derzeit bei der Baselbieter Staatsanwaltschaft hängig. Zudem hat eine Person eine Beschwerde bei der Regierung eingereicht, weil ihr eine Durchfahrtsbewilligung nicht erteilt wurde. Die Gemeinde betont, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keinen abschliessenden Entscheid zum System gibt.
Diese Beschwerden zeigen, dass die Debatte um die Legitimität und die Auswirkungen der Kontrolle noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Die Gemeinde Birsfelden bleibt jedoch bei ihrer Haltung, dass das System die Wohnqualität erheblich verbessert hat und technisch gut funktioniert.
Ausblick und weitere Entwicklungen
Die Erfahrungen aus Birsfelden könnten Modellcharakter für andere Gemeinden haben, die ebenfalls mit hohem Durchgangsverkehr in Wohngebieten kämpfen. Die Kombination aus technischer Überwachung und klaren Regeln scheint effektiv zu sein, um das Verkehrsaufkommen gezielt zu steuern.
Es bleibt abzuwarten, wie die hängigen Beschwerden entschieden werden und ob dies Auswirkungen auf die zukünftige Handhabung der Durchfahrtskontrolle haben wird. Die Gemeinde ist zuversichtlich, dass das System seinen Zweck erfüllt und zur langfristigen Entlastung der Quartierstrassen beiträgt.
Die positive Bilanz der Verkehrsreduktion ist ein wichtiger Schritt für die Lebensqualität in Birsfelden. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass die Massnahme eine nachhaltige Wirkung erzielt.





