Die Industrie- und Handelskammern (IHK) am Oberrhein sprechen sich geschlossen für eine zügige Umsetzung des neuen Vertragspakets zwischen der Schweiz und der Europäischen Union aus. Dies soll stabile und verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft im trinationalen Raum sichern. Die Kammern betonen die strategische Bedeutung dieser engen Zusammenarbeit für die gesamte Region, insbesondere angesichts globaler Unsicherheiten.
Wichtige Punkte
- IHKs am Oberrhein unterstützen das Schweiz-EU-Vertragspaket für stabile Wirtschaftsbedingungen.
- Die Schweiz ist ein zentraler Handelspartner für die EU und Baden-Württemberg.
- Über 100.000 Pendler täglich im Dreiländereck unterstreichen die engen Verflechtungen.
- Das Paket soll Marktzugang sichern, Forschung fördern und Stromhandel optimieren.
- Die Abstimmung in der Schweiz ist frühestens für 2027 geplant.
Wirtschaftliche Verflechtungen am Oberrhein
Die wirtschaftliche Verbindung zwischen der Schweiz und ihren europäischen Nachbarn ist stark. Dies gilt besonders für die Region am Oberrhein. Die EU ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Rund 51 Prozent der Schweizer Exporte gehen in die EU. Gleichzeitig stammen 70 Prozent der Schweizer Importe aus der EU. Umgekehrt gehört die Schweiz zu den vier wichtigsten Handelspartnern der gesamten EU.
Auch auf regionaler Ebene sind die Beziehungen eng. Das Handelsvolumen zwischen der Schweiz und Baden-Württemberg erreichte im Jahr 2024 etwa 30 Milliarden Euro. Damit zählt die Schweiz zu den drei wichtigsten Partnern des deutschen Bundeslandes. Für Frankreich ist die Schweiz der drittwichtigste Investor.
Faktencheck: Grenzüberschreitende Mobilität
Täglich überqueren mehr als 100.000 Menschen im Dreiländereck die Grenze, um zur Arbeit zu pendeln. Diese hohe Zahl zeigt die tiefe Integration der Arbeitsmärkte und das tägliche Leben in der Region.
Einigung für Stabilität in unsicheren Zeiten
Die exportorientierte Wirtschaft beider Seiten steht unter Druck. Dies liegt auch an globalen Unsicherheiten, wie den von den USA verhängten Zusatzzöllen auf Waren aus der Schweiz und der EU. Diese Entwicklung macht eine verlässliche Partnerschaft zwischen der Schweiz und der EU noch wichtiger. Die IHKs am Oberrhein fordern daher eine schnelle Klärung der Beziehungen.
„Die enge Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der Europäischen Union ist für die Wirtschaft im trinationalen Raum am Oberrhein von strategischer Bedeutung“, heißt es in einer Pressemitteilung der Handelskammer beider Basel.
Die Kammern haben bei ihrem Spitzentreffen im Dezember eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Darin betonen sie die Notwendigkeit stabiler Beziehungen und sprechen sich für das ausgehandelte Vertragspaket Schweiz-EU aus. Sie sehen es als ausgewogen und zukunftsorientiert an.
Vorteile des Vertragspakets
Das Vertragspaket zielt darauf ab, den beidseitigen Marktzugang zu sichern. Es soll auch die Forschungszusammenarbeit fördern und den Stromhandel optimieren. Durch klare Regeln schafft es Rechts- und Planungssicherheit für Unternehmen. Dies ist entscheidend für nachhaltiges Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Beide Seiten können von dem Abkommen profitieren, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Die Schweiz behält ihre Flexibilität. Dies stärkt die Grundlagen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft am Oberrhein.
Hintergrund: Der Weg zur Umsetzung
Das Vertragspaket muss noch mehrere Hürden nehmen. Im Jahr 2026 beginnt die Beratung im Schweizer Parlament. Frühestens im Jahr 2027 haben dann die Schweizer Stimmberechtigten das letzte Wort. Die IHKs am Oberrhein appellieren an alle Beteiligten, das Abkommen zügig umzusetzen, um die Vorteile schnell nutzen zu können.
Regionale Bedeutung der Zusammenarbeit
Die Region Basel, das südliche Baden-Württemberg und das Elsass bilden einen eng verzahnten Wirtschaftsraum. Unternehmen in diesen Gebieten sind oft grenzüberschreitend tätig. Sie sind auf offene Märkte und planbare Bedingungen angewiesen. Eine stabile Beziehung zur EU ist für diese Unternehmen von großer Bedeutung. Sie sichert Arbeitsplätze und fördert Innovationen.
Die IHKs sehen das Vertragspaket als einen wichtigen Schritt, um diesen grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum zu stärken. Es schützt die Interessen der regionalen Unternehmen und sorgt für Kontinuität im Handel und in der Zusammenarbeit.
Langfristige Perspektiven
Die IHKs betonen, dass das Abkommen nicht nur kurzfristige Vorteile bietet. Es schafft auch eine Basis für langfristiges Wachstum. In einer Welt, die immer komplexer wird, sind verlässliche Partnerschaften unerlässlich. Das Schweiz-EU-Vertragspaket kann hier ein Modell für stabile internationale Beziehungen sein.
Die Entscheidung über das Paket liegt letztlich bei den Schweizer Stimmberechtigten. Die Unterstützung der regionalen Wirtschaftskammern zeigt jedoch, wie wichtig dieses Abkommen für die prosperierende Zukunft der Oberrheinregion ist. Ein „Ja“ würde die Position der Schweiz als starken Wirtschaftspartner in Europa weiter festigen.





