Der Zoo Basel trauert um zwei Gorillas, die innerhalb eines Tages verstorben sind. Ein erst vier Tage altes Gorilla-Jungtier wurde am Dienstagnachmittag tödlich verletzt. Zuvor musste bereits das elfjährige Männchen Mobali eingeschläfert werden.
Wichtige Punkte
- Zwei Gorillas starben am selben Tag im Zoo Basel.
- Ein vier Tage altes Gorilla-Jungtier wurde von Silberrücken Yeba getötet.
- Das Gorillamännchen Mobali (11) starb an den Folgen einer Bissverletzung.
- Infantizid ist ein bekanntes Verhalten bei Gorillas in Haremstrukturen.
- Die Gorillamutter Joas trägt ihr verstorbenes Jungtier weiterhin bei sich.
Tragischer Verlust in der Gorillagruppe
Der Zoo Basel erlebt derzeit eine schwierige Phase. Innerhalb eines Tages verlor die Gorillagruppe zwei ihrer Mitglieder. Das erst am 11. Juli 2026 geborene weibliche Jungtier von Gorillamutter Joas (37) verstarb am Dienstagnachmittag. Wenige Stunden zuvor musste das Gorillamännchen Mobali (11) aufgrund schwerer Bissverletzungen eingeschläfert werden.
Die Umstände des Todes des Jungtieres sind besonders tragisch. Silberrücken Yeba (14) nahm das Neugeborene an sich. Er zeigte grosses Interesse am Jungtier und liess die Mutter Joas nicht näherkommen. Bei einem anschliessenden Gerangel zwischen Joas und Yeba wurde das Jungtier durch einen unbeabsichtigten Biss in den Brustkorb tödlich verletzt.
Faktencheck
- Geburtsdatum des Jungtieres: 11. Juli 2026
- Geschlecht des Jungtieres: Weiblich
- Alter der Mutter Joas: 37 Jahre
- Alter des Silberrückens Yeba: 14 Jahre
- Anzahl Nachwuchs für Joas: Fünfter Nachwuchs
- Anzahl Nachwuchs für Yeba: Erster Nachwuchs
Komplexe soziale Dynamiken bei Gorillas
Das Verhalten von Gorillas in ihren sozialen Verbänden ist komplex. Das Töten von Jungtieren durch Artgenossen, auch bekannt als Infantizid, ist ein wissenschaftlich dokumentiertes Phänomen. Es tritt besonders häufig bei Tierarten auf, die in Haremstrukturen leben, wie es bei Gorillas der Fall ist. Die genauen Ursachen sind vielfältig und oft mit der komplexen sozialen Hierarchie innerhalb der Gruppe verbunden.
Der Zoo Basel hat das Verhalten von Gorillamutter Joas nach dem Tod ihres Jungtieres genau beobachtet. Joas trägt ihr verstorbenes Jungtier weiterhin bei sich. Dieses Verhalten ist bei Gorillamüttern bekannt und gilt als natürlich. Sie behalten ihre toten Jungtiere oft über Tage oder sogar Wochen bei sich. Der Zoo greift in dieses natürliche Trauerverhalten nicht ein und lässt das Affenhaus für Besucher geöffnet.
"Infantizid ist bei Gorillas ein beobachtetes und wissenschaftlich beschriebenes Verhalten, das insbesondere bei in Haremstrukturen lebenden Tierarten bekannt ist."
Engmaschige Beobachtung der Gruppe
Die Gorillagruppe im Zoo Basel wird weiterhin intensiv beobachtet. Die Pfleger und Tiermediziner stehen im engen Austausch mit Expertinnen und Experten. Sie achten besonders auf die Entwicklung der sozialen Dynamiken innerhalb der Gruppe. Dies ist auch wichtig, da in den kommenden Wochen die Geburt eines weiteren Jungtieres erwartet wird. Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Tiere stehen dabei an erster Stelle.
Hintergrund zu Gorillagruppen
Gorillas leben in stabilen sozialen Gruppen, die oft von einem dominanten Männchen, dem sogenannten Silberrücken, angeführt werden. Dieser Silberrücken ist für den Schutz der Gruppe und die Fortpflanzung zuständig. Die Weibchen und ihre Jungtiere bilden den Kern der Gruppe. Die Interaktionen innerhalb dieser Gruppen sind von Rangordnungen, Paarungsverhalten und mütterlicher Fürsorge geprägt. Störungen in dieser Struktur können zu komplexen Verhaltensweisen führen.
Frühere Tragödien und die Rolle des Zoos
Der Tod eines Jungtieres ist immer ein schwerer Schlag für einen Zoo und seine Besucher. Solche Ereignisse werfen oft Fragen nach den Haltungsbedingungen auf. Zoos spielen jedoch eine wichtige Rolle im Artenschutz und in der Forschung. Sie ermöglichen es, das Verhalten seltener Tiere zu studieren und wichtige Daten für den Schutz ihrer wildlebenden Artgenossen zu sammeln.
Der Zoo Basel setzt sich nach eigenen Angaben intensiv für den Erhalt von Gorillas ein. Die Zuchtprogramme in Zoos sind Teil eines globalen Bemühens, die Populationen dieser bedrohten Tierart zu sichern. Jedes verlorene Tier ist ein Rückschlag, doch die gewonnenen Erkenntnisse tragen zum besseren Verständnis und Schutz bei.
Herausforderungen in der Zucht
- Soziale Komplexität: Gorillas haben komplexe soziale Strukturen, die in Gefangenschaft nachgebildet werden müssen.
- Genetische Vielfalt: Zuchtprogramme müssen die genetische Vielfalt sicherstellen, um Inzucht zu vermeiden.
- Tierwohl: Das Wohlergehen der Tiere hat oberste Priorität, insbesondere bei der Integration neuer Individuen oder Jungtieren.
Die aktuellen Ereignisse im Zoo Basel zeigen die Herausforderungen und die Unvorhersehbarkeit im Management von Wildtieren, selbst unter kontrollierten Bedingungen. Die Fachleute des Zoos arbeiten daran, die Gruppe zu stabilisieren und für die Zukunft zu wappnen.





