Der Kanton Basel-Landschaft geht bei der Sanierung und Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Birs in Birsfelden neue Wege. Erstmals kommt das Verfahren der integrierten Projektabwicklung (IPA) zum Einsatz. Dieses Modell soll eine effiziente und partnerschaftliche Realisierung des Grossprojekts sicherstellen, das ein Investitionsvolumen von rund 130 Millionen Franken umfasst.
Wichtige Punkte
- Der Kanton Basel-Landschaft nutzt erstmals die integrierte Projektabwicklung (IPA) für ein Grossprojekt.
- Die Sanierung und Erweiterung der ARA Birs in Birsfelden hat ein Investitionsvolumen von 130 Millionen Franken.
- Bauherrschaft, Planer und Unternehmen arbeiten von Beginn an als Team zusammen.
- Die "Birs Allianz" ist der ausgewählte Partner für die Umsetzung des Projekts.
- Das Modell könnte künftig für weitere komplexe Infrastrukturprojekte des Kantons angewendet werden.
Ein neues Modell für öffentliche Bauprojekte
Die Integrierte Projektabwicklung (IPA) stellt eine Abkehr von traditionellen Beschaffungsmethoden dar. Bei diesem Modell arbeiten alle Beteiligten – Bauherrschaft, Planer und ausführende Unternehmen – von Anfang an in einem gemeinsamen Team zusammen. Ziel ist es, Fachwissen frühzeitig zu bündeln und Entscheidungen gemeinsam zu treffen.
Diese kooperative Form des Projektmanagements soll die Effizienz steigern und Risiken minimieren. Das revidierte Beschaffungsrecht, das seit dem 1. Januar 2024 in Kraft ist, ermöglicht solche Partnerschaften auch im öffentlichen Sektor. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Realisierung komplexer Infrastrukturprojekte.
Faktencheck
- Projektvolumen: Rund 130 Millionen Franken
- Verfahren: Integrierte Projektabwicklung (IPA)
- Vertragsunterzeichnung: 9. Dezember 2025
- Gesetzliche Grundlage: Revidiertes Beschaffungsrecht (seit 1. Januar 2024)
Die Rolle der «Birs Allianz»
Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurde die «Birs Allianz» als Partnerin des Kantons ausgewählt. Diese Allianz besteht aus einer Gruppe von regional und national etablierten Unternehmen. Ihre Aufgabe ist es, das Projekt gemeinsam mit dem Amt für Industrielle Betriebe (AIB) und der Zentralen Beschaffungsstelle zu realisieren.
Die Zusammenarbeit in der "Birs Allianz" basiert auf gemeinsamen Zielen und einer hohen Transparenz. Alle Partner tragen gemeinsam die Verantwortung für Qualität, Termine und Kosten. Dieses Modell fördert einen Kulturwandel in der Projektentwicklung, weg von konfrontativen Ansätzen hin zu einer echten Partnerschaft.
"Die integrierte Projektabwicklung ermöglicht es uns, das umfangreiche Fachwissen aller Partner von Beginn an optimal zu nutzen und das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen."
Ein Vertreter des Amtes für Industrielle Betriebe BL
Hintergrund der ARA Birs Sanierung
Die ARA Birs ist eine zentrale Anlage für die regionale Abwasserentsorgung. Ihre Sanierung und Erweiterung ist entscheidend, um die zukünftige Leistungsfähigkeit und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten. Der Landrat hatte bereits im April 2024 einen Kredit von 7,6 Millionen Franken für die Projektierung bewilligt.
Die Notwendigkeit einer umfassenden Erneuerung der Anlage ist seit Längerem bekannt. Mit dem nun gewählten IPA-Verfahren erhofft sich der Kanton Basel-Landschaft eine reibungslose und effiziente Umsetzung der notwendigen Massnahmen. Dies betrifft sowohl technische Upgrades als auch die Anpassung an zukünftige Anforderungen im Bereich Umweltschutz.
Hintergrundinformationen
Die Abwasserreinigungsanlage Birs in Birsfelden ist ein wichtiger Pfeiler der Abwasserentsorgung in der Region Basel. Ihre Modernisierung ist notwendig, um gestiegenen Anforderungen an die Wasserqualität und an die Kapazität gerecht zu werden. Das Projekt ist ein Paradebeispiel für die Herausforderungen, denen sich öffentliche Infrastrukturprojekte heute stellen müssen.
Zukunftsweisendes Modell für Infrastrukturprojekte
Das Modell der integrierten Projektabwicklung bei der ARA Birs könnte eine Blaupause für zukünftige Infrastrukturprojekte im Kanton Basel-Landschaft darstellen. Angesichts der Komplexität und des Umfangs vieler öffentlicher Bauvorhaben bietet dieser partnerschaftliche Ansatz erhebliche Vorteile.
Die Erfahrungen aus der Umsetzung der ARA Birs Sanierung werden genau analysiert und sollen als Grundlage für die Anwendung des IPA-Modells bei weiteren Grossprojekten dienen. Es geht darum, die Effizienz von Bauvorhaben zu steigern und gleichzeitig die Qualität und Termintreue zu sichern. Das Amt für Industrielle Betriebe und die Zentrale Beschaffungsstelle haben das Vertragswerk für diese neue Abwicklungsform mit externer Unterstützung entwickelt.
Die Projektwebseite des AIB bietet weiterführende Informationen zum Projekt. Es zeigt, wie der Kanton proaktiv neue Wege beschreitet, um öffentliche Gelder verantwortungsvoll und effektiv einzusetzen. Die "Birs Allianz" ist ein starkes Signal für die regionale Zusammenarbeit und die Nutzung lokaler Expertise.
Vorteile der integrierten Projektabwicklung
- Frühe Einbindung: Alle relevanten Parteien sind von Beginn an involviert.
- Gemeinsame Ziele: Fokus auf gemeinsame Projektziele statt Einzelinteressen.
- Risikoteilung: Risiken und Chancen werden gemeinsam getragen.
- Transparenz: Offener Informationsaustausch und Entscheidungsprozesse.
- Effizienz: Vermeidung von Reibungsverlusten und Verzögerungen.
Die Erwartungen an dieses innovative Verfahren sind hoch. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Umsetzung in den kommenden Jahren gestalten wird. Der Kanton Basel-Landschaft setzt damit ein klares Zeichen für moderne und kooperative Projektführung im öffentlichen Sektor.





