Der renommierte Basler Architekt Jacques Herzog wird am 23. März 2026 seine langjährigen Überlegungen zur Zukunft der Basler Innenstadt in einem öffentlichen Gespräch vorstellen. Im Zentrum seiner Vision steht die umstrittene Forderung nach einem autofreien Kernbereich, eine Idee, die er seit Jahrzehnten verfolgt und die in der Volksinitiative «Go Basel Go!» gipfelte.
Das Wichtigste in Kürze
- Öffentlicher Vortrag: Jacques Herzog spricht am 23. März 2026 über die Zukunft der Basler Innenstadt.
- Langjähriges Engagement: Herzog beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit der städtebaulichen Entwicklung Basels.
- Kernforderung: Die Initiative «Go Basel Go!» fordert eine tramfreie Zone zwischen Barfüsserplatz und Fischmarkt.
- Veranstaltungsort: Das Gespräch findet im Didi Offensiv am Erasmusplatz statt und ist ohne Anmeldung zugänglich.
Ein Abend über die Zukunft Basels
Baslerinnen und Basler erhalten eine seltene Gelegenheit, die städtebaulichen Visionen eines der weltweit bekanntesten Architekten aus erster Hand zu erfahren. Jacques Herzog wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe "ArchitekturBar" seine Gedanken zur Weiterentwicklung des Basler Stadtkerns erläutern. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen und bietet eine Plattform für die Diskussion über die Gestaltung des öffentlichen Raums.
Das Gespräch wird von Lukas Gruntz moderiert und findet am Montag, den 23. März 2026, statt. Die Türen im Didi Offensiv am Erasmusplatz 12 öffnen um 18:30 Uhr, das Gespräch beginnt um 19:00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Plätze sind jedoch begrenzt, weshalb ein frühes Erscheinen empfohlen wird.
Veranstaltungsdetails im Überblick
- Was: ArchitekturBar X Jacques Herzog
- Wann: Montag, 23. März 2026, 19:00 – 20:30 Uhr
- Wo: Didi Offensiv, Erasmusplatz 12, 4057 Basel
- Eintritt: Frei, keine Anmeldung nötig (begrenzte Platzzahl)
Eine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit der Heimatstadt
Jacques Herzogs Engagement für die Basler Innenstadt ist keine neue Entwicklung. Seine Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum zwischen Heuwaage und Schifflände reicht fast fünf Jahrzehnte zurück. Bereits im Jahr 1979 widmete sich sein Büro mit dem Projekt Nr. 003 einer möglichen Umgestaltung des Marktplatzes. Diese frühen Überlegungen zeigen, wie lange der Architekt bereits über eine Optimierung des städtischen Lebensraums nachdenkt.
Ein weiteres bekanntes Beispiel ist sein Entwurf für einen Brunnen auf dem Rüdenplatz aus dem Jahr 2000. Diese Projekte verdeutlichen eine kontinuierliche Beschäftigung mit der Frage, wie Basels Zentrum nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch und sozial aufgewertet werden kann. Herzogs Arbeit ist geprägt von dem Wunsch, einen lebendigen und grünen Stadtraum für die Zukunft zu schaffen.
Die Initiative «Go Basel Go!» als Konsequenz
Die beharrliche Auseinandersetzung mit der städtischen Morphologie mündete schliesslich in einem konkreten politischen Vorstoss: der Volksinitiative «Go Basel Go!». Diese Initiative stellt eine radikale, aber klar formulierte Forderung in den Mittelpunkt der Debatte um die zukünftige Mobilität und Lebensqualität in der Stadt.
Der zentrale Punkt der Initiative ist die Schaffung einer tramfreien Innenstadt im Abschnitt zwischen dem Barfüsserplatz und dem Fischmarkt. Dieser Bereich bildet das historische und kommerzielle Herz der Stadt. Befürworter der Idee argumentieren, dass eine Entfernung der Trams mehr Raum für Fussgänger, Grünflächen und soziale Interaktion schaffen würde. Kritiker äussern Bedenken hinsichtlich der Erreichbarkeit und der Umverteilung des öffentlichen Verkehrs.
Herzogs Vision: Mehr Raum für Menschen
Die Idee einer tramfreien Innenstadt zielt darauf ab, den öffentlichen Raum neu zu definieren. Anstatt von Verkehrsinfrastruktur dominiert zu werden, soll das Zentrum zu einem erweiterten Lebensraum für die Bevölkerung werden, der zum Verweilen, Flanieren und Begegnen einlädt.
Was vom Gespräch zu erwarten ist
Es wird erwartet, dass Jacques Herzog im Gespräch mit Lukas Gruntz seine Beweggründe und die philosophischen Grundlagen seiner Vision darlegen wird. Er wird voraussichtlich nicht nur die städtebaulichen Vorteile einer verkehrsberuhigten Zone erläutern, sondern auch auf die sozialen und ökologischen Aspekte eingehen. Wie kann Basel grüner werden? Wie kann die Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher gesteigert werden?
Die Diskussion bietet die Chance, die Argumente hinter der Initiative «Go Basel Go!» besser zu verstehen und die langfristigen Ziele des Architekten für seine Heimatstadt nachzuvollziehen. Für alle, die sich für die Zukunft Basels interessieren, ist dieser Abend eine wichtige Gelegenheit, sich direkt zu informieren und an der Debatte über die Gestaltung unserer Stadt teilzunehmen.





