Das Jüdische Museum der Schweiz hat an einem neuen Standort in Basel seine Türen geöffnet. Es ist das erste jüdische Museum im deutschsprachigen Raum, gegründet im Jahr 1966. Die Neueröffnung markiert einen wichtigen Moment für die kulturelle Landschaft Basels und der gesamten Schweiz.
Wichtige Punkte
- Das Jüdische Museum der Schweiz hat seinen neuen Standort in Basel eröffnet.
- Es ist das älteste jüdische Museum im deutschsprachigen Raum.
- Die Sammlung umfasst Judaica, Kunst und Alltagsobjekte zur jüdischen Kultur in der Schweiz.
- Ein ehemaliges Tabaklager wurde für die neuen Räumlichkeiten umgebaut.
- Das Museum ist ein nationales Zentrum für jüdische Religions- und Alltagsgeschichte.
Ein Blick in die Geschichte des Museums
Die Gründung des Jüdischen Museums der Schweiz im Jahr 1966 war ein Novum. Es war das erste seiner Art im gesamten deutschsprachigen Raum. Diese Pionierleistung ist massgeblich Mitgliedern des Vereins «Espérance» zu verdanken.
Die Idee für ein solches Museum entstand, als Mitglieder des Vereins bei einer Ausstellung in Köln Ritualobjekte aus der Basler Judaica-Sammlung entdeckten. Sie erkannten den Wert dieser Sammlung und den Bedarf, sie dauerhaft in Basel zu präsentieren.
Wussten Sie schon?
Die Sammlung des Jüdischen Museums der Schweiz umfasst nicht nur Ritualobjekte, sondern auch Kunstwerke und alltägliche Gegenstände, die das jüdische Leben und die Kultur in der Schweiz über Generationen hinweg dokumentieren.
Der neue Standort: Ein umgebautes Tabaklager
Für die Neueröffnung wurde ein ehemaliges Tabaklager in Basel umfassend umgebaut. Diese Transformation schuf moderne Ausstellungsräume, die der vielfältigen Sammlung des Museums gerecht werden. Der Umbau ermöglicht eine zeitgemässe Präsentation der Exponate.
Die Adresse des neuen Standorts ist Vesalgasse 5, 4056 Basel. Das Museum ist täglich von Montag bis Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr für Besucher geöffnet. Diese erweiterten Öffnungszeiten sollen mehr Menschen den Zugang zur jüdischen Kultur und Geschichte ermöglichen.
„Die Neueröffnung an diesem Standort ist ein Meilenstein. Wir können nun unsere umfangreiche Sammlung in einem würdigen Rahmen präsentieren und die Geschichte der Juden in der Schweiz für ein breiteres Publikum zugänglich machen“, sagt Naomi Lubrich, die Direktorin des Museums.
Die Bedeutung der Sammlung
Die Sammlung des Jüdischen Museums der Schweiz ist von nationaler Bedeutung. Sie enthält Dokumente und Objekte zur Kulturgeschichte der Juden in der Schweiz. Diese Exponate erzählen Geschichten von Einwanderung, Integration, religiösem Leben und gesellschaftlicher Teilhabe.
Von alten Thorarollen bis zu persönlichen Alltagsgegenständen – jedes Stück trägt dazu bei, ein umfassendes Bild der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz zu zeichnen. Die Sammlung ist ein wichtiges Archiv für Forscher und ein Bildungsort für die Öffentlichkeit.
Hintergrundinformationen
Judaica sind Objekte, die im jüdischen Ritual oder für den persönlichen Gebrauch im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben verwendet werden. Dazu gehören Gebetsbücher, Thoraschmuck, Seder-Teller und Chanukka-Leuchter.
Expertise im Kulturplatz Talk
Anlässlich der Neueröffnung diskutierten Naomi Lubrich, die Direktorin des Museums, und Erik Petry, Historiker und stellvertretender Leiter des Zentrums für Jüdische Studien an der Universität Basel, im Kulturplatz Talk. Moderiert wurde die Sendung von Barbara B. Peter.
Sie beleuchteten gemeinsam die Entstehungsgeschichte des Museums und seine Rolle als Bewahrer und Vermittler jüdischer Kultur. Die Diskussion hob die Bedeutung des Museums für Basel und die gesamte Schweiz hervor.
Die Rolle des Zentrums für Jüdische Studien
Das Zentrum für Jüdische Studien an der Universität Basel spielt eine entscheidende Rolle bei der wissenschaftlichen Erforschung der jüdischen Geschichte und Kultur. Die Zusammenarbeit zwischen dem Museum und der Universität fördert den Austausch von Wissen und Expertise.
- Forschungsprojekte zur Schweizer Judaica
- Veranstaltungen und Vorträge für die Öffentlichkeit
- Bildungsangebote für Studierende
Ein Ort des Dialogs und der Bildung
Das Jüdische Museum der Schweiz versteht sich als ein Ort des Dialogs und der Bildung. Es möchte Brücken zwischen Kulturen bauen und das Verständnis für die jüdische Geschichte und Gegenwart fördern. Die Ausstellungen sind so konzipiert, dass sie Besucher aller Altersgruppen ansprechen.
Neben den Dauerausstellungen sind regelmässig Sonderausstellungen geplant, die verschiedene Aspekte der jüdischen Kultur beleuchten. Workshops, Führungen und Vorträge ergänzen das Angebot und laden zur aktiven Auseinandersetzung ein.
Die Neueröffnung ist ein starkes Signal für die kulturelle Vielfalt Basels und unterstreicht die Wichtigkeit der Bewahrung und Vermittlung von Minderheitenkulturen in der Schweiz. Das Museum ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart zusammenkommen, um zukünftige Generationen zu inspirieren.





