Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein präsentiert aktuell die Ausstellung «Catwalk: The Art of the Fashion Show». Diese umfassende Schau beleuchtet die Geschichte und die kulturelle Bedeutung der Modenschau von ihren Anfängen um 1900 bis in die heutige Zeit. Besucher erhalten Einblicke, wie Laufstege zu wichtigen Plattformen für Design und gesellschaftliche Reflexion wurden.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Ausstellung «Catwalk» läuft bis zum 15. Februar 2026.
- Sie zeigt die Entwicklung der Modenschau von 1900 bis heute.
- Mode auf dem Laufsteg spiegelt oft gesellschaftliche und politische Veränderungen wider.
- Historische Ereignisse beeinflussten Designentscheidungen, wie die Wahl des Schuhwerks.
- Designer nutzten Modenschauen als Ausdrucksform für soziale Kommentare.
Die Modenschau als Spiegel der Zeit
Modenschauen sind mehr als nur Präsentationen neuer Kollektionen. Sie sind ein kulturelles Phänomen, das tief in der Gesellschaft verwurzelt ist. Die Ausstellung im Vitra Design Museum zeigt, wie sich die Inszenierung von Mode im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Von intimen Salons bis zu spektakulären Mega-Events – der Laufsteg diente stets als Bühne für Kreativität und Kommunikation.
Ein zentrales Thema der Ausstellung ist die Wechselwirkung zwischen Mode und Zeitgeschehen. Historische Ereignisse, Kriege, wirtschaftliche Krisen und soziale Umbrüche hinterliessen ihre Spuren auf den Laufstegen. Designer reagierten auf diese Veränderungen und nutzten ihre Kollektionen, um Kommentare abzugeben oder Stimmungen einzufangen.
Wussten Sie schon?
Die Ausstellung «Catwalk» ist noch bis zum 15. Februar 2026 im Vitra Design Museum zu sehen. Sie bietet eine einzigartige Langzeitperspektive auf die Entwicklung der Modenschau und ihre Bedeutung.
Einfluss von Kriegen und Krisen auf das Design
Die Ausstellung zeigt deutlich, wie globale Ereignisse die Mode beeinflussten. Besonders auffällig ist dies am Beispiel des Schuhwerks. In Zeiten grosser Unsicherheit oder Knappheit wurden oft praktischere Designs bevorzugt. Ein wiederkehrendes Muster, das die Ausstellung hervorhebt, ist die Tendenz zu flacheren Schuhen in schwierigen Zeiten.
Während der Weltkriege oder in Perioden wirtschaftlicher Depression verschwanden pompöse Absätze zugunsten von bequemerem und funktionalerem Schuhwerk. Dies war nicht nur eine praktische Notwendigkeit, sondern auch ein Ausdruck eines veränderten Lebensgefühls und knapper Ressourcen. Die Mode passte sich an die Realitäten des Alltags an.
"Die Modenschau ist ein Seismograph gesellschaftlicher Veränderungen. Was auf dem Laufsteg gezeigt wird, spiegelt oft die Ängste, Hoffnungen und Träume einer Epoche wider." - Ausstellungskurator
Von Haute Couture zu politischem Statement
Die frühen Modenschauen des 20. Jahrhunderts waren oft exklusive Veranstaltungen für eine kleine Elite. Mit der Zeit entwickelten sie sich jedoch zu öffentlichen Spektakeln. Designer wie Alexander McQueen nutzten den Laufsteg, um provokante und nachdenkliche Botschaften zu senden. Seine Shows waren oft Kunstwerke, die sich mit Themen wie Mensch und Maschine auseinandersetzten.
Ein Beispiel dafür ist eine Kollektion aus dem Jahr 1999, die die Frage nach der Beziehung zwischen Mensch und Technologie aufwarf. Solche Inszenierungen zeigten, dass Mode weit über das reine Ankleiden hinausgeht. Sie wurde zu einem Medium für kulturelle und philosophische Fragen.
Die Evolution des Laufstegs
Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung des Laufstegs selbst. Ursprünglich oft in den Salons der Designer abgehalten, wurden die Präsentationen immer grösser und aufwendiger. In den 1960er Jahren begannen Designer, ihre Shows in ungewöhnlichen Locations zu veranstalten, um Aufmerksamkeit zu erregen und neue Erzählweisen zu schaffen.
Heute sind Modenschauen oft globale Ereignisse, die live im Internet übertragen werden und Millionen von Zuschauern erreichen. Die Digitalisierung hat die Reichweite der Mode enorm erweitert. Dennoch bleibt der physische Laufsteg ein zentraler Ort, an dem die Visionen der Designer zum Leben erweckt werden.
Hintergrund der Ausstellung
Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein ist bekannt für seine Ausstellungen, die Design in einem breiteren kulturellen und gesellschaftlichen Kontext betrachten. Die «Catwalk»-Ausstellung fügt sich perfekt in diese Tradition ein, indem sie die Modenschau nicht nur als kommerzielles Event, sondern als eine Form der Kunst und des kulturellen Ausdrucks beleuchtet.
Mode als kultureller Ausdruck
Mode ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Sie drückt Identität aus, setzt Trends und kann sogar politische Botschaften transportieren. Die Ausstellung im Vitra Design Museum verdeutlicht, wie Modenschauen zu Schlüsselmomenten in der Designgeschichte wurden. Sie zeigen, wie Designer die Welt um sich herum interpretierten und in Stoff und Form übersetzten.
Die Exponate umfassen historische Fotografien, Videos von legendären Shows und Originalentwürfe. Besucher können die Entwicklung von Silhouetten, Materialien und Präsentationstechniken nachvollziehen. Dies bietet einen tiefen Einblick in die Kreativität und den Einfluss der Modebranche.
- Frühe Formen (um 1900): Intime Präsentationen in Salons für ausgewählte Kundschaft.
- Mitte des 20. Jahrhunderts: Entwicklung zu grösseren Shows mit mehr Publikum.
- Spätes 20. Jahrhundert: Spektakuläre Inszenierungen und Performances.
- Heute: Globale Events mit digitaler Reichweite und hybriden Formaten.
Die Ausstellung ist eine Einladung, über die Macht der Mode nachzudenken. Sie zeigt, dass Kleidung nie nur Kleidung ist, sondern immer auch eine Geschichte erzählt – über die Menschen, die sie tragen, und die Welt, in der sie leben.





