Wenige Wochen vor der Basler Fasnacht sorgen neue Brandschutzauflagen für grosse Unsicherheit unter den Stammvereinen. Die Regierung fordert die strikte Einhaltung maximaler Personenbelegungen in den Cliquenkellern. Dies stellt viele Vereine vor erhebliche logistische Probleme, da die meisten Keller und Restaurants für die Fasnacht bereits vollständig ausgebucht sind.
Wichtige Punkte
- Neue Brandschutzauflagen fordern strikte Einhaltung der Personenbelegung.
- Stammvereine kritisieren den Zeitpunkt der Vorgaben kurz vor der Fasnacht.
- Ausweichmöglichkeiten für Vereine sind kaum vorhanden oder unpraktikabel.
- Es wird ein absolutes Feuerverbot in den Kellern für die kommende Fasnacht eingeführt.
- Vereine fordern von der Regierung rasche und praktikable Lösungen.
Kurzfristige Vorgaben erzeugen Druck
Die Basler Stammvereine haben sich in einem offenen Brief direkt an den Regierungsrat gewandt. Sie äussern ihren Unmut über die neuen Sicherheitsvorgaben, die nur zwei Wochen vor dem Morgestraich eingeführt werden. Diese kurzfristigen Änderungen basieren auf einer Verordnung aus dem Jahr 2004. Die Vereine betonen, dass sie die Bedeutung des Brandschutzes anerkennen. Sie kritisieren jedoch die Art und Weise der Kommunikation und die fehlende Vorlaufzeit.
Die Forderung, die maximale Personenbelegung in allen Cliquenkellern strikt einzuhalten, ist für viele Vereine kaum umsetzbar. Die Fasnacht ist ein Grossereignis, dessen Planung Monate im Voraus erfolgt. Zahlreiche Lokale sind bereits seit Langem vollständig reserviert. Es gibt kaum freie Kapazitäten in der Innenstadt, um kurzfristig Ausweichmöglichkeiten für Gruppen von bis zu 150 Personen zu finden.
Fakten zur Fasnacht
- Die Basler Fasnacht ist die grösste Fasnacht der Schweiz.
- Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4 Uhr morgens mit dem Morgestraich.
- Tausende Aktive und Zuschauer sind jedes Jahr beteiligt.
- Die Cliquenkeller sind zentrale Treffpunkte für die Vereine.
Mangel an Alternativen und widersprüchliche Informationen
Die wenigen verfügbaren Alternativen für die Vereine liegen oft weit ausserhalb des eigentlichen Fasnachtsgeschehens. Dies erschwert die Logistik erheblich. Der Vorschlag der Regierung, auf solche weit entfernten Räume auszuweichen, wird von den Vereinen als nicht praktikabel angesehen. Sie schlagen vor, beispielsweise Schulhäuser entlang der Cortège-Route zu nutzen. Diese Option wurde bisher jedoch nicht von der Regierung in Betracht gezogen.
"Wir stehen nicht grundsätzlich gegen den Brandschutz. Aber die Regierung schafft hier zwei Wochen vor der Fasnacht vollendete Tatsachen, die praktisch unmöglich umzusetzen sind", heisst es im offenen Brief der Stammvereine.
Zusätzlich erschweren widersprüchliche Informationen der Behörden die Situation. Einige Betreiber erhielten die Empfehlung, ihre Keller vorübergehend zu schliessen. Später sollten sie dann eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Diese Vorgehensweise stösst bei den Vereinen auf grosses Unverständnis und Verwirrung. Es fehlt an einer klaren und einheitlichen Linie.
Hintergrund der Sicherheitsdebatte
Die Diskussion um Brandschutzmassnahmen in Veranstaltungsräumen hat in der Schweiz nach tragischen Ereignissen, wie dem tödlichen Brandunglück in Crans-Montana, an Bedeutung gewonnen. Behörden sind seither verstärkt sensibilisiert, um die Sicherheit von Menschenansammlungen zu gewährleisten. Dies führt zu einer genaueren Prüfung bestehender Vorschriften und deren Umsetzung, auch in traditionellen Settings wie den Basler Cliquenkellern.
Bereits bestehende Sicherheitsmassnahmen und Forderungen
Die Stammvereine betonen, dass ihnen die Sicherheit ihrer Gäste seit Jahren am Herzen liegt. In den Basler Cliquenkellern gilt bereits seit Langem ein striktes Rauchverbot. Für die kommende Fasnacht wird zudem ein absolutes Feuerverbot angekündigt. Diese Massnahmen zeigen, dass die Vereine ihrer Verantwortung nachkommen.
Trotz dieser Eigeninitiative erwarten die Vereine von der Regierung mehr Augenmass. Sie fordern schnell umsetzbare Lösungen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Die Vereine sind bereit, an langfristigen Konzepten für mehr Sicherheit mitzuarbeiten. Für die bevorstehende Fasnacht braucht es jedoch rasch praktikable Massnahmen. Die Zeit drängt, und eine konstruktive Zusammenarbeit ist jetzt entscheidend.
Die Feuerpolizei führt bereits Kontrollen in den Cliquenkellern durch. Dabei wird auch die traditionelle Wandverkleidung aus Laternen begutachtet. Dies unterstreicht die erhöhte Aufmerksamkeit für Brandschutzfragen in diesem Jahr. Die Vereine hoffen nun auf einen Dialog mit der Regierung, um eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden und die Basler Fasnacht sicher zu gestalten.
Ausblick auf die kommenden Tage
Die kommenden Tage werden zeigen, wie der Regierungsrat auf den offenen Brief der Stammvereine reagiert. Eine schnelle und unbürokratische Lösung ist im Interesse aller Beteiligten. Die Fasnacht ist ein wichtiger Bestandteil der Basler Kultur und Identität. Ihre sichere Durchführung hat höchste Priorität. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Schritte die Behörden unternehmen, um die Bedenken der Cliquen zu adressieren und die Sicherheit für alle Fasnachtsbesucher zu gewährleisten.
Die Anpassung an neue oder verschärfte Vorschriften erfordert oft Zeit und Ressourcen. Gerade bei kurzfristigen Änderungen ist dies eine grosse Herausforderung. Die Vereine sind auf klare Kommunikation und Unterstützung angewiesen, um die Fasnachtstradition fortsetzen zu können, ohne Kompromisse bei der Sicherheit eingehen zu müssen.





