Das Gesundheitswesen in Basel und der umliegenden Region erlebt derzeit eine Phase des intensiven Wandels. Von neuen medizinischen Verfahren über die Modernisierung von Infrastrukturen bis hin zu weitreichenden Personalentscheidungen – die Entwicklungen sind vielfältig. Diese Veränderungen sollen die Patientenversorgung optimieren und die Position Basels als medizinisches Zentrum stärken.
Wichtige Punkte
- Das Universitätsspital Basel (USB) setzt neue Technologien wie den DaVinci 5 bei Herzoperationen ein.
- Basel öffnet seine Notfallversorgung für Patienten aus dem südlichen Elsass, was die regionale Zusammenarbeit stärkt.
- Die Lindenhofgruppe erhöht die Lohnsumme um 1% für 2026, um Fachkräfte zu halten und anzuziehen.
- Forschung in Basel entdeckt neue genetische Ursachen für erblichen Sehverlust, was Therapien verbessern könnte.
- Spitäler Schaffhausen planen eine umfassende Modernisierung mit einem neuen 'Spital im Wald'.
Technologischer Fortschritt in der Basler Medizin
Das Universitätsspital Basel (USB) festigt seine Rolle als Innovationsführer. Kürzlich wurde dort erstmals der Operationsroboter DaVinci 5 bei Herzoperationen eingesetzt. Diese Technologie ermöglicht präzisere Eingriffe und kann die Genesungszeit der Patienten verkürzen. Solche Investitionen unterstreichen das Engagement des Spitals für modernste Behandlungsmethoden.
Ein weiteres Beispiel für technologischen Fortschritt ist die Forschung im Bereich der Genetik. Ein internationales Team unter Basler Leitung hat neue genetische Ursachen für erblichen Sehverlust entdeckt. Varianten in fünf RNA-Genen können Retinitis pigmentosa auslösen. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die Diagnostik und die Entwicklung neuer Therapieansätze.
Interessanter Fakt
Der DaVinci 5 Roboter ist die neueste Generation chirurgischer Systeme und erlaubt Operateuren, komplexe Eingriffe mit minimalinvasiver Technik durchzuführen. Dies führt oft zu kleineren Schnitten, weniger Blutverlust und einer schnelleren Erholung für die Patienten.
Regionale Zusammenarbeit und Personalstrategien
Die grenzüberschreitende medizinische Versorgung wird in Basel aktiv gefördert. Eine neue Vereinbarung ermöglicht es Erwachsenen aus dem südlichen Elsass, bei medizinischen Notfällen im Universitätsspital Basel versorgt zu werden. Diese Kooperation regelt auch die Kostenübernahme und verbessert die Notfallversorgung in der gesamten Region.
Gleichzeitig reagiert das Gesundheitswesen auf den anhaltenden Fachkräftemangel. Die Lindenhofgruppe hat Lohnmassnahmen für das Jahr 2026 beschlossen. Die Lohnsumme wird um insgesamt 1 Prozent erhöht. Dies soll die Attraktivität als Arbeitgeberin steigern und qualifiziertes Personal langfristig binden. Solche Massnahmen sind entscheidend, um die Qualität der Patientenversorgung aufrechtzuerhalten.
«Die Sicherstellung qualifizierten Personals ist eine unserer grössten Herausforderungen. Mit gezielten Lohnmassnahmen wollen wir unsere Mitarbeitenden wertschätzen und neue Talente anziehen», erklärte eine Sprecherin der Lindenhofgruppe.
Strukturwandel im stationären Angebot
Die Lindenhofgruppe fokussiert ihr stationäres Leistungsangebot. Ab Dezember 2025 werden stationäre Leistungen und Physiotherapie vom Engeriedspital an die Standorte Lindenhof und Sonnenhof verlagert. Die ambulanten radiologischen Leistungen bleiben am Standort Engeried erhalten. Diese strategische Neuausrichtung ist eine Reaktion auf den Fachkräftemangel, wirtschaftliche Überlegungen und regulatorische Anforderungen.
Hintergrundinformationen
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist ein schweizweites Problem. Spitäler und Kliniken konkurrieren um qualifiziertes Personal, insbesondere in der Pflege und bei spezialisierten medizinischen Berufen. Attraktive Arbeitsbedingungen und Investitionen in die Mitarbeiterentwicklung sind daher entscheidend.
Neubesetzungen und Infrastrukturprojekte
Auch auf Führungsebene gibt es wichtige Veränderungen. Das Universitätsspital Basel setzt in der Neurologie auf eine Doppelleitung mit Mira Katan Kahles und Cristina Granziera. Sie bringen Expertise in Stroke-Medizin, Neuroimmunologie, Neurobildgebung und Präzisionsmedizin ein. Eine neue Chefärztin für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie ist Frauke von Versen.
Der Verwaltungsrat des USB hat ebenfalls zwei neue Mitglieder: Andreas C. Albrecht und Christoph Jäggi folgen auf Bruno Dallo und Silvia Schenker.
- Neurologie: Doppelleitung mit Mira Katan Kahles und Cristina Granziera
- Reproduktionsmedizin: Frauke von Versen wird neue Chefärztin
- Verwaltungsrat: Andreas C. Albrecht und Christoph Jäggi neu dabei
Gross angelegte Infrastrukturprojekte prägen ebenfalls das Bild. Die Spitäler Schaffhausen haben mit fast 85 Prozent Ja-Stimmen die Modernisierung umgesetzt. Spitaldirektor Dr. med. Andreas Gattiker und Chefarzt Chirurgie Dr. med. Peter Šandera präsentierten die Pläne für das neue «Spital im Wald». Das GZO Spital Wetzikon bittet den Kanton um eine 50-Millionen-Garantie für seinen Neubau.
Internationale Anerkennung und weitere Entwicklungen
Ein Team der Schulthess Klinik und der Berliner Charité, bestehend aus Philipp Moroder und Doruk Akgün, wurde für seine Forschung zu Infektionen nach Schulterimplantaten mit dem Didier-Patte-Award ausgezeichnet. Dies unterstreicht die internationale Bedeutung der Schweizer Medizinforschung.
In Appenzell Innerrhoden wird erneut eine Investorenlösung für das ehemalige Spitalareal geprüft. Dies zeigt, wie Gemeinden landesweit nach nachhaltigen Lösungen für ihre Gesundheitsinfrastruktur suchen.
Die Berliner Charité darf nach einer Gesetzesänderung bis 2035 Kredite von bis zu 400 Millionen Euro aufnehmen. Ein grosser Teil dieser Summe ist für die Einführung des neuen Epic-Systems vorgesehen, einem umfassenden elektronischen Patientendossier, das die Effizienz und Datenverwaltung verbessern soll.





