Das Kantonslabor Basel-Stadt hat im vergangenen Jahr Duschwasser aus öffentlichen Einrichtungen auf Legionellen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Proben beanstandet werden musste. Dies betrifft insbesondere Alters- und Pflegeheime, Hotelschiffe sowie Fitnessstudios in der Region.
Wichtige Erkenntnisse
- 20 von 87 Duschwasserproben waren mit Legionellen kontaminiert.
- Alters- und Pflegeheime, Hotelschiffe und Fitnessstudios waren betroffen.
- Legionellen können schwere Lungenkrankheiten verursachen.
- Betreiber öffentlicher Duschen sind für die Wasserqualität verantwortlich.
Ergebnisse der aktuellen Kontrollkampagne
Im Zeitraum von Januar bis Dezember des vergangenen Jahres führte das Kantonslabor Basel-Stadt umfassende Kontrollen durch. Insgesamt wurden 87 Duschwasserproben aus 17 verschiedenen Einrichtungen untersucht. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Jede vierte Probe, genau 20, wies eine Legionellenkontamination auf und musste beanstandet werden.
Diese Quote ist vergleichbar mit früheren Kampagnen. Im Jahr 2021 wurden Spitäler untersucht, 2022 standen Alters- und Pflegeheime im Fokus. Beide Male lag die Beanstandungsrate bei etwa 23 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass das Risiko in Warmwasseranlagen branchenübergreifend besteht.
Faktencheck: Legionellen
- Was sind Legionellen? Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl in Süsswasser vorkommen.
- Wie gelangen sie in den Körper? Durch das Einatmen von legionellenhaltigen Aerosolen (feine Wassertröpfchen), zum Beispiel beim Duschen.
- Welche Krankheiten verursachen sie? Grippeähnliche Beschwerden (Pontiac-Fieber) bis hin zu schwerer Lungenentzündung (Legionärskrankheit).
- Wer ist besonders gefährdet? Ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Vorerkrankungen.
Erweiterung des Untersuchungsfokus
Nachdem sich das Kantonslabor in den Vorjahren hauptsächlich auf Alters- und Pflegeheime konzentrierte, wurde der Fokus im Jahr 2025 erweitert. Neu wurden gezielt auch Hotelschiffe und Fitnessstudios in die Untersuchungen einbezogen. Diese Anpassung erfolgte aus bestimmten Gründen.
Hotelschiffe werden häufig von älteren Reisenden genutzt. Duschen auf diesen Schiffen sind zudem zeitweise nicht in Gebrauch, was die Vermehrung von Legionellen begünstigen kann. Auch Fitnessstudios werden zunehmend von älteren Personen frequentiert, insbesondere jene mit therapeutischen oder präventiven Angeboten. Klassische Fitnessstudios für junge, fitte Personen wurden bei dieser Kampagne nicht kontrolliert.
«In über der Hälfte der untersuchten Einrichtungen entsprach das Wasser einer oder mehrerer Duschen nicht den gesetzlichen Anforderungen.»
Massive Kontaminationen in mehreren Einrichtungen
Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass in mehr als der Hälfte der überprüften Einrichtungen das Duschwasser in mindestens einer Dusche nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Dazu gehörten beide Alters- und Pflegeheime, die überprüft wurden. Auch vier der elf untersuchten Hotelschiffe sowie eines der vier Fitnessstudios wiesen laut Kantonslabor «jeweils in mindestens einer Dusche massive Legionellen-Kontaminationen» auf.
Besonders alarmierend ist der Nachweis einer spezifischen Legionellengruppe in zwei Proben eines Hotelschiffes. Diese Gruppe gehört zu den für den Menschen gefährlichsten Legionellentypen und kann schwere gesundheitliche Folgen haben.
Hintergrund: Pflichten der Betreiber
Betreiber von öffentlich zugänglichen Duschanlagen sind gesetzlich verpflichtet, die einwandfreie Qualität des Duschwassers sicherzustellen. Dies beinhaltet regelmässige Wartung der Warmwasseranlagen und die Einhaltung hygienischer Standards, um die Vermehrung von Legionellen zu verhindern.
Risikofaktoren und zukünftige Massnahmen
Das Kantonslabor betont, dass die Risiken in Warmwasseranlagen unabhängig vom Betriebstyp regelmässig auftreten. Häufig sind ähnliche Schwachstellen in der Infrastruktur oder Mängel bei der betrieblichen Selbstkontrolle die Ursache für die Kontaminationen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer konsequenten Überwachung und Wartung.
Um dem Legionellenrisiko weiterhin entgegenzuwirken, wird das Kantonslabor Basel-Stadt auch in Zukunft regelmässig Kontrollen durchführen. Dies soll in öffentlich zugänglichen Duschanlagen verschiedener Betriebsarten geschehen. Das Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und die Einhaltung der Hygienevorschriften sicherzustellen.
- Regelmässige Kontrollen sind entscheidend.
- Infrastruktur muss stets gewartet werden.
- Selbstkontrolle der Betriebe ist unerlässlich.
Die Gefahr von Keimen im Duschwasser ist real und erfordert ständige Aufmerksamkeit. Nur durch gemeinsame Anstrengungen von Behörden und Betreibern kann das Risiko für die Bevölkerung minimiert werden.





