Basel startet ins Jahr 2026 mit einer Mischung aus traditionsreichen Jubiläen und der aktiven Bewältigung moderner städtischer Herausforderungen. Von Rekordbesucherzahlen in Museen über neue Konzepte im Umgang mit Stadttauben bis hin zu den Vorbereitungen für die Fasnacht zeigt sich die Stadt lebendig und zukunftsorientiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Universitätsbibliothek Basel feiert 2026 ihr 555-jähriges Bestehen und verbindet historische Schätze mit modernen Sammlungen.
- Das Museum Tinguely verzeichnete 2025 die höchsten Besucherzahlen seit seiner Eröffnung 1996.
- Die Stadt investiert 830.000 Franken in ein Pilotprojekt zur Regulierung der Taubenpopulation.
- Nach einem Brand in Crans-Montana werden die Brandschutzmassnahmen für die Basler Fasnacht 2026 verstärkt überprüft.
- Kulturelle Veranstaltungen wie die 25. Museumsnacht und das Dreikönigsschwimmen prägen das gesellschaftliche Leben.
Kulturelles Erbe als Fundament der Gegenwart
Die Kulturstadt Basel blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die auch heute noch das Stadtbild und das gesellschaftliche Leben prägt. Ein herausragendes Beispiel ist die Universitätsbibliothek, die im Jahr 2026 ihr 555-jähriges Bestehen feiert. Ihre Anfänge reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück, und ihre Sammlungen sind ein Spiegel der Zeitgeschichte.
Zu den berühmtesten Beständen zählt das sogenannte Amerbach-Kabinett, eine bedeutende Sammlung von Büchern, Kunstwerken und Kuriositäten, die die Stadt Basel bereits 1661 erwarb. Doch die Bibliothek ist kein starres Archiv. Sie erweitert ihre Sammlung kontinuierlich und schlägt dabei Brücken von der Vergangenheit in die Gegenwart. So finden sich neben wertvollen Handschriften aus dem 16. Jahrhundert auch überraschend moderne Objekte, wie etwa Batman-Comics, in den Regalen.
Vom Humanismus zur Popkultur
Die Sammlung der Universitätsbibliothek Basel zeigt eindrücklich, wie sich der Begriff des sammelwürdigen Kulturguts über die Jahrhunderte gewandelt hat. Das Amerbach-Kabinett, das auf den Humanisten Bonifacius Amerbach zurückgeht, ist ein Zeugnis der Renaissance. Die Aufnahme von Comics und anderen modernen Medien in die Sammlung zeigt das heutige Verständnis von Kultur als einem breiten und vielfältigen Feld.
Ein Magnet für Kulturinteressierte
Dass die Basler Kulturinstitutionen eine hohe Anziehungskraft besitzen, belegen aktuelle Zahlen. Das Museum Tinguely meldete für das Jahr 2025 die besten Besucherzahlen seit seiner Gründung im Jahr 1996. Grossveranstaltungen in der Stadt und vielbeachtete Sonderausstellungen trugen massgeblich zu diesem Erfolg bei.
Ein weiterer Höhepunkt im Basler Kulturkalender ist die Museumsnacht, die ebenfalls ein Jubiläum feiert. Seit 25 Jahren lockt die Veranstaltung Tausende von Menschen in die Museen und Galerien der Stadt und der trinationalen Region. Auch wenn sich am Grundkonzept über die Jahre wenig geändert hat, gibt es bei jeder Ausgabe Neues zu entdecken.
Moderne Herausforderungen und pragmatische Lösungen
Neben der Pflege ihres kulturellen Erbes stellt sich die Stadt Basel aktiv den Herausforderungen des urbanen Lebens. Ein Thema, das seit Langem für Diskussionen sorgt, ist die grosse Population von Stadttauben. Der Grosse Rat hat nun beschlossen, einen neuen Weg zu gehen und ein Pilotprojekt für ein umfassendes Taubenkonzept bewilligt.
Für 830.000 Franken soll ein Gegenvorschlag zur sogenannten Stadttauben-Initiative umgesetzt werden. Das Ziel ist es, die Population auf tierfreundliche Weise zu regulieren und die Konflikte im öffentlichen Raum zu reduzieren.
Sicherheit hat Priorität
Die öffentliche Sicherheit ist ein weiteres zentrales Anliegen der Stadtverwaltung. Insbesondere Grossveranstaltungen wie die Basler Fasnacht erfordern sorgfältige Planung. Nach einem verheerenden Brand in einer Bar in Crans-Montana hat Basel angekündigt, die Brandschutzkonzepte für die Fasnacht 2026 nochmals eingehend zu überprüfen. Ein entsprechendes Konzept soll bereits im Januar vorgestellt werden, um frühzeitig für maximale Sicherheit zu sorgen.
Gemeinschaftsgeist und einzigartige Erlebnisse
Das gesellschaftliche Leben in Basel wird von einer Vielzahl an Veranstaltungen geprägt, die den Gemeinschaftssinn stärken. Ein Beispiel für die besondere Basler Mentalität ist das traditionelle Dreikönigsschwimmen im Rhein. Auch bei frostigen Temperaturen wagten sich Anfang Januar rund 50 Schwimmerinnen und Schwimmer in den Fluss.
Die Wassertemperatur betrug dabei lediglich 4,7 Grad Celsius. Solche Anlässe zeigen die Verbundenheit der Basler mit ihrer Stadt und ihrem Fluss, auch unter extremen Bedingungen.
Von Literatur bis Technikgeschichte
Für jene, die es wärmer bevorzugen, bietet die Stadt ein breites Spektrum an kulturellen Nischen. Die beliebte Lesereihe "Wintergäste" lädt an vier Sonntagen zu literarischen Begegnungen an verschiedenen Orten ein. Der Auftakt fand am 11. Januar statt und verspricht intime Einblicke in das Schaffen zeitgenössischer Autoren.
Einen ganz anderen Blick in die Vergangenheit ermöglicht das "Computer Museum beider Basel". Hier lässt der Gründer Gerald Süss alte Computer wieder lebendig werden. Besucher dürfen die historischen Geräte nicht nur ansehen, sondern auch anfassen und ausprobieren – eine interaktive Reise in die Anfänge des digitalen Zeitalters.
Wirtschaft blickt in die Zukunft
Auch die Wirtschaft der Region stellt die Weichen für die Zukunft. Beim Neujahrsempfang der Handelskammer beider Basel lag der Fokus klar auf den Themen Chancen und Verantwortung. Die Handelskammer hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2026 die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft weiter zu stärken.
Es gehe darum, eine Zukunftspolitik zu gestalten, die aktuelle Herausforderungen aktiv in Chancen verwandelt. Dieser vorausschauende Ansatz spiegelt den Geist wider, der Basel derzeit prägt: eine Stadt, die ihre reiche Geschichte ehrt und gleichzeitig mutig und pragmatisch die Weichen für die Zukunft stellt.





