Das Kunstmuseum Basel hat eine Einigung mit den Erben von Julius Freund erzielt. Die Vereinbarung betrifft acht Kunstwerke aus der Sammlung Freund. Als Ergebnis der Verhandlungen bleiben die Werke im Besitz des Museums. Die Erbengemeinschaft erhält im Gegenzug eine Ausgleichszahlung.
Die genaue Höhe der Summe wurde nicht öffentlich bekannt gegeben. Diese Einigung stellt einen wichtigen Schritt in der Aufarbeitung der Provenienzgeschichte der Museumsbestände dar. Sie unterstreicht die Verantwortung von Kulturinstitutionen, sich mit der Herkunft ihrer Werke auseinanderzusetzen.
Wichtige Punkte
- Kunstmuseum Basel und Erben von Julius Freund einigen sich.
- Acht Kunstwerke bleiben im Besitz des Museums.
- Erben erhalten eine nicht genannte Ausgleichszahlung.
- Werke stammen unter anderem von Käthe Kollwitz und Max Liebermann.
- Einigung ist Teil der Provenienzforschung des Museums.
Hintergrund der Sammlung Julius Freund
Julius Freund war ein bedeutender Kunstsammler. Seine Sammlung umfasste über 700 Werke. Diese Sammlung hatte einen hohen Wert, sowohl künstlerisch als auch finanziell. Freunds Tochter Gisèle musste einige dieser Werke im Jahr 1942 versteigern lassen. Dies geschah in Luzern, um ihre mittellose Mutter finanziell zu unterstützen.
Während dieser Auktion erwarb das Kunstmuseum Basel mehrere Stücke. Weitere Werke aus der Freund-Sammlung gelangten später durch Schenkungen in den Museumsbesitz. Die Geschichte der Sammlung Freund ist eng mit den politischen Umständen der damaligen Zeit verbunden.
Faktencheck
- Julius Freunds Sammlung umfasste mehr als 700 Kunstwerke.
- Ein Teil der Sammlung wurde 1942 in Luzern versteigert.
- Das Kunstmuseum Basel erwarb Werke aus dieser Auktion und erhielt weitere als Schenkungen.
Die betroffenen Kunstwerke
Die nun geregelten acht Werke sind von verschiedenen bekannten Künstlern. Dazu gehören mehrere Zeichnungen und eine Lithografie von Käthe Kollwitz. Auch Werke von Carl Blechen, Max Liebermann, Hans von Marées und Adolph von Menzel sind Teil der Einigung. Diese Künstler repräsentieren wichtige Strömungen der deutschen Kunstgeschichte.
Die Werke sind von grosser künstlerischer und historischer Bedeutung. Sie bereichern die bestehende Sammlung des Kunstmuseums Basel. Die Entscheidung, diese Werke im Museum zu belassen, sichert ihren öffentlichen Zugang und ihre wissenschaftliche Erforschung.
„Die Einigung zeigt unser Engagement, uns unserer Geschichte zu stellen und faire Lösungen zu finden.“
Bedeutung der Provenienzforschung
Die Provenienzforschung ist ein zentrales Anliegen vieler Museen. Sie untersucht die Herkunft von Kunstwerken. Besonderes Augenmerk liegt auf Werken, die während der Zeit des Nationalsozialismus den Besitz gewechselt haben. Ziel ist es, Unrecht aufzudecken und Wiedergutmachung zu leisten. Das Kunstmuseum Basel engagiert sich seit Jahren in diesem Bereich.
Diese Forschung ist oft komplex und langwierig. Sie erfordert eine genaue Untersuchung von Dokumenten und Archiven. Die Einigung mit den Freund-Erben ist ein konkretes Ergebnis dieser Bemühungen. Sie dient als Modell für ähnliche Fälle in anderen Institutionen.
Wichtiger Kontext
Provenienzforschung ist die Untersuchung der Herkunft von Kunstwerken. Dies ist besonders wichtig für Werke, die zwischen 1933 und 1945 den Besitzer wechselten. Viele jüdische Sammler wurden in dieser Zeit enteignet. Museen weltweit arbeiten daran, diese Geschichten aufzuklären und gerechte Lösungen zu finden.
Die Rolle des Kunstmuseums Basel
Das Kunstmuseum Basel ist eine der ältesten öffentlichen Kunstsammlungen der Welt. Es hat eine lange Tradition und einen umfangreichen Bestand. Das Museum nimmt seine Verantwortung ernst, seine Sammlung transparent zu verwalten. Dazu gehört auch die Aufarbeitung von Werken mit fragwürdiger Herkunft.
Die jetzige Einigung ist ein Beispiel für diesen Ansatz. Sie zeigt, dass Museen aktiv die Initiative ergreifen, um historische Ungerechtigkeiten zu korrigieren. Dies stärkt das Vertrauen in die Institution und ihre ethischen Standards.
Zukunft der Sammlung
Mit der Einigung sind die Besitzverhältnisse der acht Werke nun klar geregelt. Sie können weiterhin Teil der öffentlichen Sammlung bleiben. Dies ermöglicht es Besuchern, die Werke zu sehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Kunstwerke bleiben so für die Forschung und die Bildung zugänglich.
Das Museum wird seine Provenienzforschung fortsetzen. Es gibt weitere Bestände, deren Herkunft noch nicht vollständig geklärt ist. Jede solche Einigung trägt dazu bei, die Geschichte der Sammlung zu vervollständigen und transparent zu machen. Es ist ein fortlaufender Prozess, der Engagement erfordert.
- Das Kunstmuseum Basel engagiert sich für die transparente Verwaltung seiner Sammlung.
- Die Provenienzforschung ist ein kontinuierlicher Prozess.
- Die Werke bleiben öffentlich zugänglich und für die Forschung nutzbar.





