Der Grosse Rat in Basel hat einen Vorstoss abgelehnt, der eine Subventionierung des geplanten Nachtzugs von Basel nach Malmö in Höhe von 10 Millionen Franken vorsah. Die deutliche Mehrheit des Parlaments sprach sich gegen die finanzielle Unterstützung aus, obwohl der Vorstoss ökologische und verkehrspolitische Ziele verfolgte.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Grosse Rat lehnt eine Subvention von 10 Millionen Franken für den Nachtzug Basel-Malmö ab.
- Eine Mehrheit des Parlaments sah keine kantonale Zuständigkeit für die finanzielle Unterstützung eines internationalen Fernverkehrsangebots.
- Argumente für eine Subventionierung betrafen den Klimaschutz und die Förderung des umweltfreundlichen Reisens.
- Der Regierungsrat hatte sich ebenfalls gegen eine Subvention ausgesprochen.
Keine kantonale Zuständigkeit für internationalen Fernverkehr
Die Debatte im Grossen Rat konzentrierte sich stark auf die Frage der Zuständigkeit. Viele Ratsmitglieder argumentierten, dass die Förderung eines internationalen Fernzuges nicht in den Aufgabenbereich des Kantons Basel-Stadt falle. Es handle sich um ein Projekt mit nationaler und internationaler Tragweite, dessen Finanzierung primär durch den Bund oder überregionale Gremien erfolgen sollte.
Der Vorstoss, eingereicht von Vertretern der Grün-Liberalen Partei und der SP, zielte darauf ab, den Nachtzug als umweltfreundliche Alternative zum Flugverkehr zu stärken. Die Befürworter betonten die Bedeutung des Klimaschutzes und die Notwendigkeit, Anreize für nachhaltiges Reisen zu schaffen. Sie sahen in der finanziellen Unterstützung eine Chance, Basel als wichtigen Knotenpunkt für den europäischen Nachtzugverkehr zu etablieren.
Faktencheck Nachtzüge
- Nachtzüge erleben in Europa eine Renaissance.
- Sie bieten eine klimafreundliche Alternative zu Kurzstreckenflügen.
- Die Nachfrage nach Nachtzugverbindungen nimmt stetig zu.
Regierungsrat empfahl Ablehnung des Vorstosses
Auch der Basler Regierungsrat hatte sich im Vorfeld klar gegen den Vorstoss positioniert. Er begründete seine Ablehnung ebenfalls mit der fehlenden Zuständigkeit des Kantons für die Subventionierung internationaler Bahnverbindungen. Zudem verwies der Regierungsrat auf die bereits bestehenden finanziellen Verpflichtungen des Kantons im Bereich des öffentlichen Verkehrs, die vorrangig die regionalen und lokalen Angebote betreffen.
Einige Ratsmitglieder äusserten Bedenken hinsichtlich der Präzedenzwirkung einer solchen Subvention. Sie befürchteten, dass eine Zustimmung zu diesem Vorstoss weitere Forderungen nach kantonaler Unterstützung für ähnliche internationale Projekte nach sich ziehen könnte, was die kantonalen Finanzen überfordern würde. Die finanzielle Belastung für den Kanton von 10 Millionen Franken wurde als zu hoch für ein Projekt dieser Art empfunden.
„Es ist nicht die Aufgabe des Kantons, internationale Fernverkehrsverbindungen zu subventionieren. Dafür ist der Bund zuständig“, erklärte ein Sprecher der bürgerlichen Fraktion während der Debatte.
Klimaschutz und touristische Chancen als Argumente der Befürworter
Die Befürworter des Nachtzugs Basel-Malmö argumentierten, dass die Subventionierung eine Investition in die Zukunft sei. Sie sprachen von einem wichtigen Signal für den Klimaschutz und die Förderung des nachhaltigen Tourismus. Ein gut angebundenes Nachtzugnetz könnte Basel als attraktiven Reiseziel und Ausgangspunkt für Skandinavien-Reisende positionieren.
Sie wiesen darauf hin, dass Nachtzüge nicht nur eine ökologische, sondern auch eine komfortable Reisealternative darstellen, die es den Reisenden ermöglicht, ausgeruht am Zielort anzukommen. Die Verbindung nach Malmö hätte zudem eine direkte Anbindung an das skandinavische Bahnnetz ermöglicht und somit weitere Reiseoptionen eröffnet.
Hintergrund: Die Renaissance der Nachtzüge
Nachdem viele Nachtzugverbindungen in den letzten Jahrzehnten eingestellt wurden, erleben sie seit einigen Jahren eine Wiederbelebung. Getrieben durch das wachsende Bewusstsein für den Klimawandel und den Wunsch nach nachhaltigeren Reiseoptionen, investieren Bahnunternehmen in neue Züge und Verbindungen. Städte wie Wien und Berlin sind bereits wichtige Hubs im europäischen Nachtzugnetz.
Das Ergebnis der Abstimmung
Die Abstimmung im Grossen Rat fiel mit einer klaren Mehrheit gegen den Vorstoss aus. Lediglich die Grünen, Grün-Liberalen und Teile der SP stimmten für die Subventionierung. Die bürgerlichen Parteien, die Mitte und die FDP, lehnten den Antrag mehrheitlich ab. Damit ist eine kantonale finanzielle Beteiligung am Nachtzug Basel-Malmö vorerst vom Tisch.
Es bleibt abzuwarten, ob die Initiatoren des Nachtzugs andere Finanzierungsmöglichkeiten finden werden. Die Entscheidung des Grossen Rates unterstreicht die Haltung, dass internationale Fernverkehrsprojekte auf einer breiteren, überregionalen oder nationalen Ebene finanziert werden sollten. Die Diskussion um die Rolle Basels im europäischen Nachtzugnetz wird jedoch sicherlich fortgesetzt.
Ausblick für den Nachtzugverkehr ab Basel
- Die Entwicklung des europäischen Nachtzugnetzes schreitet voran.
- Basel bleibt ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt in der Schweiz.
- Weitere Initiativen zur Förderung nachhaltigen Reisens sind zu erwarten, möglicherweise mit anderer Finanzierungsstruktur.





