An der Spitze der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (VPOD) Region Basel steht ein bedeutender Wechsel bevor. Das Co-Präsidium, bestehend aus Tania Cucè und Markus Braune, hat angekündigt, nach fünfjähriger Amtszeit nicht zur Wiederwahl anzutreten. Dieser Schritt markiert das Ende einer prägenden Ära für die Gewerkschaft und leitet gleichzeitig neue politische Weichenstellungen in der Region ein, insbesondere für Cucè, die als designierte Präsidentin der SP Baselland gehandelt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Co-Präsidium des VPOD Region Basel, Tania Cucè und Markus Braune, tritt zurück.
- Tania Cucè kandidiert für das Präsidium der SP Baselland und gilt als Favoritin.
- Markus Braune widmet sich neuen beruflichen und persönlichen Projekten.
- Die Nachfolge für die VPOD-Spitze wird erst an der Generalversammlung am 28. Mai 2026 gewählt.
Ein geordneter Rückzug mit Signalwirkung
Die Ankündigung des Rücktritts erfolgte überraschend, doch die Gründe sind klar definiert. Nach fünf Jahren intensiver Arbeit an der Spitze des VPOD Region Basel suchen beide Co-Präsidenten neue Herausforderungen. Der VPOD selbst kommunizierte, dass der Rückzug auf neue persönliche Engagements der beiden zurückzuführen sei. In einer Mitteilung wurde die Arbeit von Cucè und Braune gewürdigt; sie hätten die Gewerkschaft "geprägt, weiterentwickelt und sowohl politisch als auch gewerkschaftlich gestärkt".
Der Zeitpunkt des Rücktritts ist strategisch gewählt. Er gibt dem Vorstand und den Mitgliedern ausreichend Zeit, den Übergang zu gestalten. Eine Findungskommission wurde bereits eingesetzt, um geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge zu suchen. Die Wahl selbst wird jedoch erst in rund zwei Jahren, am 28. Mai 2026, stattfinden. Bis dahin bleibt die aktuelle Führung im Amt und sichert die Kontinuität der Gewerkschaftsarbeit.
Die Bedeutung des VPOD in der Region
Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) ist eine der einflussreichsten Gewerkschaften in der Nordwestschweiz. Als Teil des Gewerkschaftsbundes beider Basel (GBB), der rund 20'000 Mitglieder vertritt, spielt der VPOD eine zentrale Rolle bei der Vertretung der Interessen von Angestellten im öffentlichen Sektor. Die Organisation ist bekannt für ihre enge Verbindung zur Sozialdemokratischen Partei (SP) und ihren politischen Einfluss bei Verhandlungen über Arbeitsbedingungen, Löhne und Personalfragen.
Tania Cucès Weg an die Spitze der SP Baselland
Für Tania Cucè ist der Rückzug vom VPOD-Präsidium ein logischer Karriereschritt. Die 37-jährige Landrätin und bisherige Vizepräsidentin der SP Baselland hat ihre Kandidatur für das Parteipräsidium angekündigt. Ihre Wahl gilt als sehr wahrscheinlich, da sie nach dem Rücktritt von Nils Jocher und dem Verzicht der ebenfalls als Favoritin gehandelten Ronja Jansen als einzige Kandidatin im Rennen ist.
Die Delegiertenversammlung der SP Baselland, die am 21. März stattfinden wird, dürfte somit zur reinen Formsache werden. Mit Cucè an der Spitze würde die Partei eine erfahrene und gut vernetzte Politikerin erhalten, die sowohl die gewerkschaftliche Basis als auch die Mechanismen der kantonalen Politik bestens kennt. Ihre Erfahrung im VPOD hat ihr ein tiefes Verständnis für die Anliegen der Arbeitnehmenden vermittelt, was ihre politische Agenda massgeblich prägen dürfte.
Wichtige Termine im Überblick
- 21. März 2024: Delegiertenversammlung der SP Baselland zur Wahl des neuen Präsidiums.
- 28. Mai 2026: Generalversammlung des VPOD Region Basel zur Wahl der neuen Führung.
Doppelbelastung als Herausforderung
Die Entscheidung, nicht mehr für das VPOD-Präsidium zu kandidieren, ist auch eine Konsequenz der absehbaren Doppelbelastung. Die Führung einer kantonalen Partei ist eine zeitintensive Aufgabe, die sich nur schwer mit dem anspruchsvollen Co-Präsidium einer grossen Gewerkschaft vereinbaren lässt. Cucès Schritt schafft Klarheit und ermöglicht es ihr, sich voll auf die neue politische Verantwortung zu konzentrieren.
Ihr Wechsel wird die traditionell enge Verbindung zwischen dem VPOD und der SP weiter festigen. Als ehemalige Gewerkschaftsführerin und zukünftige Parteipräsidentin wird sie eine Schlüsselrolle an der Schnittstelle von Gewerkschaftsarbeit und Parteipolitik einnehmen.
Markus Braune: Fokus auf neue Projekte
Während der Weg von Tania Cucè klar vorgezeichnet scheint, hält sich Markus Braune bezüglich seiner Zukunft bedeckter. Laut der offiziellen Mitteilung des VPOD plant er, sich künftig neuen beruflichen und persönlichen Projekten zu widmen. Details zu diesen Plänen wurden bisher nicht bekannt gegeben.
Braune hat in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit Cucè die strategische Ausrichtung des VPOD massgeblich mitgestaltet. Unter ihrer Führung konnte die Gewerkschaft wichtige Erfolge bei Lohnverhandlungen und der Sicherung von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst erzielen. Sein Rückzug hinterlässt ebenfalls eine Lücke, die es zu füllen gilt.
Die Suche nach der Nachfolge
Der Vorstand des VPOD Region Basel steht nun vor der Aufgabe, eine neue Führung zu finden, die die erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann. Die eingesetzte Findungskommission wird in den kommenden Monaten das Anforderungsprofil definieren und nach geeigneten Persönlichkeiten Ausschau halten. Bislang gibt es noch keine offiziellen Anträge oder Kandidaturen für die Nachfolge.
Die lange Übergangsfrist bis zur Wahl im Mai 2026 bietet die Chance für einen sorgfältigen und breit abgestützten Auswahlprozess. Es wird entscheidend sein, eine Persönlichkeit oder ein Team zu finden, das die gewerkschaftliche Stärke des VPOD bewahrt und gleichzeitig neue Impulse für die zukünftigen Herausforderungen im öffentlichen Dienst setzen kann. Der angekündigte Wechsel an der Spitze ist somit nicht nur ein Ende, sondern vor allem der Beginn eines neuen Kapitels für die mächtige Gewerkschaft in der Region Basel.





