Der Soft Space an der Clarastrasse 50 in Basel, ein beliebter Treffpunkt und kreatives Zentrum, beendet seine zweijährige Zwischennutzung. Was ursprünglich als dreimonatiges Experiment geplant war, entwickelte sich zu einem lebendigen Mikrokosmos im Kleinbasel. Nun muss das Gebäude für einen Neubau weichen.
Wichtige Punkte
- Der Soft Space an der Clarastrasse 50 in Basel schliesst nach zwei Jahren.
- Die Gründerin Ada Fischer hatte die Zwischennutzung für nur drei Monate geplant.
- Ein Neubau mit sozialverträglichen Mieten ist nach Verhandlungen mit dem Mieterverband genehmigt.
- Der Soft Space war ein Netzwerk aus Secondhandladen, Ateliers und Veranstaltungsraum.
Ein unerwarteter Erfolg
Als Ada Fischer den Soft Space ins Leben rief, dachte sie an ein kurzes Projekt. Das leer stehende Haus an der Clarastrasse 50 bot die Gelegenheit, Neues auszuprobieren. Aus den geplanten drei Monaten wurden schnell zwei Jahre. Der Ort entwickelte sich zu einer festen Grösse im Quartier.
Fischer beschreibt die Zeit als ein grosses Geschenk. Die direkte und persönliche Verbindung zu den Hauseigentümern, den Brüdern Flavio und Livio Spaini, war dabei ein wichtiger Faktor. Solche Bedingungen sind in Basel schwer zu finden.
Faktencheck
- Geplante Dauer der Zwischennutzung: 3 Monate
- Tatsächliche Dauer der Zwischennutzung: 2 Jahre
- Anteil der sozialverträglichen Mietwohnungen im Neubau: 80 Prozent
- Dauer der Mietpreisbindung: 5 Jahre
Mehr als nur ein Laden
Der Soft Space war weit mehr als ein gewöhnlicher Secondhandladen. Er bot eine einzigartige Mischung aus Kommerz und Gemeinschaft. Neben sorgfältig ausgewählten Secondhandstücken fanden sich hier verschiedene kreative Angebote.
Ein Tattoostudio, eine Reparaturschneiderei, ein Keramikatelier und ein Yogaraum waren Teil dieses Netzwerks. Diese Vielfalt machte den Soft Space zu einem besonderen Ort der Begegnung und des kreativen Austauschs im Kleinbasel.
«Wir hatten gute zwei Jahre, eigentlich war das Ganze nur auf drei Monate angelegt.» – Ada Fischer, Gründerin Soft Space
Abriss nach langen Verhandlungen
Der geplante Abriss des Gebäudes war lange Zeit umstritten. Der Basler Mieterverband hatte ursprünglich Rekurs gegen den Abbruch eingelegt. Er sah darin ein Symbol für den schwindenden Wohnraum im Kleinbasel und kämpfte für den Erhalt.
Erst nach intensiven Verhandlungen mit den Eigentümern zogen die Mietervertreter ihren Rekurs zurück. Die Einigung erfolgte unter klaren Bedingungen: Der Neubau muss ökologischen Standards entsprechen. Zudem werden 80 Prozent des Wohnraums für fünf Jahre zu rein kostendeckenden Mieten angeboten. Dies soll bezahlbaren Wohnraum sichern.
Hintergrund: Zwischennutzungen in Basel
Zwischennutzungen sind in Basel eine beliebte Methode, um leer stehende Gebäude oder Flächen temporär zu beleben. Sie bieten Raum für kreative Projekte, Pop-up-Stores oder soziale Initiativen, bevor die eigentliche Bebauung oder Sanierung beginnt. Solche Projekte tragen oft zur Attraktivität und Vielfalt der Quartiere bei.
Ein Abschiedsfest und die Zukunft
Für Ada Fischer und ihr Team markiert der Abschluss eine besondere Ära. Am Freitagabend findet ein Abschiedsfest statt. Fischer nennt es eine «Trauerfeier», die Raum für Erinnerungen und Austausch bietet. Besucher können essen, trinken und bei einer Tombola Objekte aus dem Haus gewinnen.
Ein Film über den Soft Space, von Studierenden der Kunsthochschule gedreht, wird an diesem Abend erstmals gezeigt. Dies ist eine Möglichkeit, die Geschichte und Bedeutung des Ortes festzuhalten. Es soll nicht nur im Kopf bleiben, sondern auch physisch etwas mitgenommen werden können.
Was kommt danach?
Die Zukunft des Soft Space und seiner Gründerin ist noch offen. Ada Fischer betont, dass sie das Erlebte zuerst verarbeiten möchte. Eine Website soll das Projekt archivieren und die Erinnerungen bewahren. Man sei aber offen für neue Projekte und Möglichkeiten.
Die Erfahrung zeigt, dass aus temporären Projekten oft neue Ideen und Netzwerke entstehen. Basel wird beobachten, welche kreativen Impulse Ada Fischer als Nächstes setzt.





