Zuzgen erlebte kürzlich einen besonderen Nachmittag: Diakonisse Esther Herren vom Diakonissenhaus Riehen war zu Gast im reformierten Kirchgemeindezentrum. Sie gewährte den Anwesenden, hauptsächlich Mitgliedern der 60plus-Gruppe, tiefe Einblicke in ihr bewegtes und glaubensgeprägtes Leben.
Der Anlass stand unter dem Titel «Geschichten aus einem bewegten Leben» und zog zahlreiche Interessierte an. Schwester Esther teilte persönliche Erlebnisse und Gedanken zu ihrer Berufung, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Diakonisse Esther Herren sprach über ihre Berufung und ihr Engagement.
- Sie stellte die drei Säulen ihres Dienstes vor: Gottes Einladung folgen, Gemeinschaft leben, Menschen dienen.
- Ihr Weg führte sie von der Lehrerin zur Diakonisse mit vielfältigen Aufgaben.
- Sie engagiert sich für Menschen mit Behinderungen und Epilepsiepatienten in Kamerun.
- Alphornspiel wird als neue Form des Gebets und der Spendensammlung genutzt.
Ein Leben im Dienst: Berufung und Gemeinschaft
Diakonisse Esther Herren beschrieb ihre Berufung als eine dreifache Antwort auf Gottes Einladung. Erstens geht es darum, mit dem eigenen Leben eine Antwort zu geben. Zweitens steht die Pflege der Gemeinschaft im Vordergrund, was das Teilen von Mahlzeiten, das gemeinsame Beten und das Hören auf Gott einschliesst. Der dritte Bereich ist der Dienst am Menschen.
In früheren Zeiten konzentrierte sich dieser Dienst oft auf die Krankenpflege. Heute hat sich der Fokus verschoben und umfasst vermehrt Gastfreundschaft, Beratung und Seelsorge. Dies zeigt die Anpassungsfähigkeit und Relevanz der Diakonissenarbeit in der modernen Gesellschaft.
Interessanter Fakt
Schwester Esther lebt seit 20 Jahren im «Münsterhüsli» in Basel, dem ehemaligen Sigristenhaus. Dieser Ort ist bekannt für seine drei täglichen Gebetszeiten und steht Suchenden, Alleinlebenden und Menschen jeden Alters offen.
Vom Lehramt zur Diakonisse
Ursprünglich kam Esther Herren als Lehrerin ins Diakonissenhaus. Dort unterrichtete sie an der Vorschule für Pflegeberufe. Sie suchte nach neuen, pionierhaften Aufgaben und rang mit Fragen nach persönlicher Freiheit und Verpflichtung. Beim Lesen der Psalmen fand sie eine neue Erkenntnis über Gottes Treue, selbst in schwierigen Zeiten.
Diese Erkenntnis führte sie zu der Entscheidung, Gott voll und ganz zu vertrauen und der Gemeinschaft der Diakonissen beizutreten. Sie betonte rückblickend: «Bei Gott wird es nicht eng.»
«Bist du die Frau vom lieben Gott?»
Engagement in der Jugendarbeit und Führungsaufgaben
Nach ihrem Eintritt in die Gemeinschaft engagierte sich Esther Herren aktiv in der Jungschar- und Cevi-Arbeit. Sie übernahm dort auch Leitungsverantwortung. Ihr Vertrauen wurde jedoch auch auf die Probe gestellt. Eine Anfrage nach Kamerun für Krisenintervention stand im Gegensatz zu einer Wahl zur stellvertretenden Oberin der Diakonissen in Riehen.
Sie entschied sich für die Mitarbeit in der Leitung in Riehen. Andere Schwestern übernahmen die Aufgaben in Afrika. Später beteiligte sie sich aktiv an der Gründung eines Freundeskreises, um die Arbeit der Schwestern in Kamerun zu unterstützen. Dieser Freundeskreis leistet wichtige Arbeit für Menschen mit Behinderungen und Epilepsiepatienten in der Region.
Hintergrund: Diakonissenhaus Riehen
Das Diakonissenhaus Riehen ist eine christliche Gemeinschaft, die sich dem Dienst am Nächsten verschrieben hat. Es bietet verschiedene soziale und seelsorgerische Dienste an und ist ein Ort der Gemeinschaft und des Glaubens.
Neue Ausdrucksformen des Gebets: Das Alphorn
Vor vier Jahren nahm Schwester Esther eine Auszeit. In dieser Zeit entdeckte sie eine neue und ungewöhnliche Form des Gebets: das Alphorn. Seither nutzt sie dieses Instrument, um gelegentlich in der Freien Strasse in Basel zu spielen. Dabei sammelt sie Spenden für die Schwesterngemeinschaft in Kamerun.
In Zuzgen erfreute sie die Anwesenden mit zwei Alphornstücken. Diese wurden mit herzlichem Applaus bedacht. Es war ein eindrückliches Beispiel dafür, wie sich Glaube und Kultur verbinden können, um Gutes zu tun.
Dauerhaftes Engagement für Kamerun
Schwester Esther sammelt weiterhin Geld für die Schwestern in Kamerun. Auch das Honorar, das sie für ihren Vortrag in Zuzgen erhielt, geht vollständig nach Afrika. Dieses anhaltende Engagement unterstreicht ihre tiefe Verbundenheit mit den Menschen dort und ihre Mission, Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Der Nachmittag in Zuzgen war geprägt von Tiefgang, Humor und Ermutigung. Es war ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Gottes Einladung dem Leben Weite und Sinn schenken kann. Im Anschluss an den Vortrag führte Schwester Esther Gespräche mit interessierten Teilnehmenden. Das Apéro-Team verwöhnte die Gäste währenddessen mit verschiedenen Kuchen und Kaffee.




