Ein Vorfall im Basler Schäferweg, bei dem ein Mann mit einer Eisenstange verletzt wurde, sorgt für Aufruhr unter den Anwohnern. Drei Männer wurden festgenommen. Der Verdacht, die Täter seien Bewohner einer nahegelegenen Zivilschutzanlage für Asylsuchende, ist jedoch nicht belegt und wird von offiziellen Stellen dementiert.
Wichtige Punkte
- Ein Mann wurde im Kleinbasel mit einer Eisenstange verletzt.
- Drei Männer marokkanischer Staatsangehörigkeit wurden festgenommen.
- Anwohner vermuten die Täter in einer Zivilschutzanlage für Asylsuchende.
- Das Staatssekretariat für Migration (SEM) dementiert diesen Verdacht.
- Nur eine Person aus Marokko ist in der betroffenen Zivilschutzanlage untergebracht.
- Die Zivilschutzanlage steht seit längerem wegen Mängeln in der Kritik.
Körperverletzung im Schäferweg
Am Sonntag, den 4. Januar, kam es im Kleinbasel zu einer schweren Körperverletzung. Ein Mann wurde unvermittelt mit Körpergewalt und einem gefährlichen Gegenstand verletzt. Zeugen berichten, dass es sich bei dem Gegenstand um eine Eisenstange handelte. Die Kantonspolizei Basel-Stadt nahm noch am selben Tag drei Männer im Alter von 17, 20 und 31 Jahren fest. Alle drei besitzen die marokkanische Staatsangehörigkeit.
Ein Anwohner des Schäferwegs, der den Vorfall beobachtete, beschreibt die Szene als schockierend. Er habe gesehen, wie sein Nachbar die Männer beim Aufbrechen eines Autos überraschte. Daraufhin sei der Nachbar mit der Eisenstange attackiert worden. "Wir konnten noch schnell handeln und dazwischen gehen, damit nichts Schlimmeres passiert und kontaktierten die Polizei. Das macht Angst", so der Augenzeuge.
Faktencheck zum Vorfall
- Datum: Sonntag, 4. Januar
- Ort: Schäferweg, Kleinbasel
- Opfer: Mann, verletzt mit Eisenstange
- Festgenommene: Drei Männer (17, 20, 31)
- Staatsangehörigkeit der Festgenommenen: Marokkanisch
Verzweiflung in der Nachbarschaft
Der Vorfall hat die Anwohnerschaft tief verunsichert. In Nachbarschafts-Chats wird die Situation intensiv diskutiert. Eine Frau berichtet, dass es sich bei dem aufgebrochenen Auto um das Fahrzeug ihrer Mutter handelte. Die Angst unter den Bewohnern ist spürbar, besonders da die Täter angeblich bereits wieder in der Strasse gesichtet wurden.
Ein Anwohner äusserte drei Tage nach der Tat seine Sorge: "Ich bin mir sicher, dass ich alle drei heute wieder frei in unserer Strasse gesehen habe. Die Polizei konnte mir nicht weiterhelfen." Er fühle sich hilflos und mache sich Sorgen um seine Familie. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt erklärte auf Anfrage, dass es "seine Berechtigung hätte", wenn die Männer wieder auf freiem Fuss wären, ohne dies näher zu kommentieren.
Der Verdacht gegen die Zivilschutzanlage
Viele Anwohner sehen den Grund für die vermehrte Unsicherheit in der unterirdischen Zivilschutzanlage im Schäferweg. Dort sind Asylsuchende untergebracht. Die Nachbarschaft ist fest davon überzeugt, dass die drei festgenommenen Männer in dieser Anlage wohnen. Sie planen nun, Unterschriften gegen die Einrichtung zu sammeln.
Doch diese Annahme wird von offizieller Seite nicht bestätigt. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) teilt auf Anfrage mit, dass in der Zivilschutzanlage Schäferweg 35 erwachsene männliche Personen aus verschiedenen Ländern untergebracht sind. Zum Stichtag 7. Januar stammte lediglich eine Person aus Marokko. Dies widerspricht der Behauptung der Anwohner, die Täter seien dort wohnhaft.
"Das SEM kann sich aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht zu Einzelpersonen äussern, hat jedoch keine Kenntnis vom Eisenstangen-Vorfall in Bezug auf Bewohner der Anlage."
Hintergrund zur Zivilschutzanlage
Das SEM mietet die Zivilschutzanlage im Schäferweg seit dem Jahr 2011. Solche Anlagen dienen allgemein als Bundesasylzentren, wenn Bedarf besteht oder keine anderen Unterkünfte zur Verfügung stehen. Ihre Nutzung steht jedoch immer wieder in der Kritik, da die unterirdischen Räumlichkeiten oft als zu eng und zu dunkel empfunden werden und "aus menschenrechtlicher Sicht problematisch" sind.
Kritik an der Unterkunft und fehlende Beweise
Die Zivilschutzanlage im Schäferweg ist seit Längerem Gegenstand von Beanstandungen. Ein Bericht vom August 2023 zeigt, dass eine Delegation der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter die Anlage besuchte und diverse Mängel festhielt. In diesem Bericht wurde auch ein Fall vom März 2023 hervorgehoben, bei dem ein Sicherheitsmitarbeiter einen asylsuchenden Mann in der Anlage spitalreif geschlagen haben soll.
Trotz der Bedenken der Anwohner und der gesammelten 70 Unterschriften gegen die Zivilschutzanlage, liegen beim Generalsekretariat und der Abteilung Militär und Zivilschutz der Rettung Basel-Stadt keine schriftlichen Beschwerden zur Anlage vor. Die offiziellen Zahlen des SEM sprechen zudem klar gegen die Vermutung, dass die Täter des Eisenstangen-Vorfalls in der Zivilschutzanlage untergebracht sind. Es gibt keine Beweise für diese Anschuldigung.
Die Situation im Schäferweg bleibt angespannt. Während die Anwohner nach Antworten suchen und ihre Ängste artikulieren, betonen die Behörden die Notwendigkeit, sich an Fakten zu halten und keine unbegründeten Verdächtigungen zu verbreiten.





