Die Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein warnt eindringlich vor den lebensgefährlichen Risiken des sogenannten Train-Surfens. Nach einem Vorfall auf der Strecke zwischen Freiburg im Breisgau und Weil am Rhein, bei dem ein Jugendlicher auf einer Zugkupplung mitfuhr, verstärken die Behörden ihre Präventionskampagnen. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Ereignisse, die in jüngster Zeit auch in der Schweiz für Besorgnis sorgten.
Wichtige Erkenntnisse
- Jugendlicher fuhr auf Zugkupplung zwischen Freiburg und Weil am Rhein mit.
- Die Bundespolizei warnt vor der extremen Lebensgefahr des Train-Surfens.
- Vorfälle häufen sich, auch in der Schweiz gab es bereits tödliche Unfälle.
- Soziale Medien gelten als Hauptanreiz für solche Mutproben.
- Polizei appelliert an Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte.
Gefährliche Fahrt auf der Zugkupplung
Am Montagabend, gegen 19:50 Uhr, ereignete sich ein besorgniserregender Vorfall auf der Bahnstrecke. Eine Reisende bemerkte am Bahnhof Krozingen einen Jugendlichen, der auf der Kupplung am Ende einer Regionalbahn sass. Sie forderte ihn sofort auf, die gefährliche Position zu verlassen. Der junge Mann ignorierte die Warnung zunächst.
Reisende informierten daraufhin den Lokführer über den Vorfall. Beim nächsten Halt in Efringen-Kirchen überprüfte der Lokführer die Zugkupplung am Ende des Zuges. Dort beobachtete er, wie eine Person von der Kupplung sprang und unverzüglich flüchtete. Die Identität des Jugendlichen ist der Bundespolizei noch nicht bekannt.
Faktencheck: Train-Surfen
- Geschwindigkeit: Züge erreichen Geschwindigkeiten von über 100 km/h.
- Gefahr des Sturzes: Schon kleine Erschütterungen können zum Absturz führen.
- Stromschlag: Oberleitungen führen bis zu 15.000 Volt – Lebensgefahr schon bei Annäherung.
- Sogwirkung: Vorbeifahrende Züge erzeugen einen starken Sog, der Personen anziehen kann.
Eindringliche Warnung der Bundespolizei
Friedrich Blaschke, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein, äusserte sich besorgt zu dem Vorfall. Er betonte, dass Train-Surfen kein häufiges Phänomen in ihrer Region sei, aber jeder einzelne Fall einer zu viel ist. Bereits zweimal zuvor seien Personen auf Kupplungen mitgefahren.
«Bahnanlagen sind keine Abenteuerspielplätze», so Blaschke. «Das ist schon ein Mal zu viel.»
Die deutschen Behörden nutzen diesen Vorfall aktiv zur Aufklärung. Sie warnen eindringlich vor den immensen Gefahren, die das Mitfahren an oder auf Zügen birgt. Ein Sturz oder Kontakt mit den Oberleitungen kann tödlich enden oder schwerste Verletzungen verursachen. Die Bundespolizei appelliert an Kinder, Jugendliche, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte, die Risiken ernst zu nehmen.
Soziale Medien als treibende Kraft
Die Bundespolizei verfolgt auch die Vorfälle in der Schweiz genau. Für Friedrich Blaschke ist klar: Der Anreiz für solche Mutproben kommt oft aus den sozialen Medien. Plattformen, auf denen Jugendliche Videos von gefährlichen Aktionen teilen, können andere dazu animieren, ähnliche Risiken einzugehen.
Hintergrund: Tödliche Unfälle in der Schweiz
In der Schweiz gab es in jüngster Vergangenheit mehrere tragische Vorfälle mit Train-Surfern. Ein 18-Jähriger verunglückte in Beinwil am See tödlich, nachdem er zuvor Videos von Kletteraktionen auf hohen Türmen in sozialen Medien veröffentlicht hatte. Die Kantonspolizei Aargau warnte ebenfalls eindringlich vor den Folgen: «Die Folgen sind praktisch immer der Tod – oder schwerste Verletzungen.» Lokführer äusserten ihr Unverständnis über die lebensgefährlichen Aktionen und betonten, dass sie keine Möglichkeit haben, jede Zugkupplung vor der Abfahrt auf Personen zu kontrollieren.
Aufklärung und Prävention
Die Bundespolizei Baden-Württemberg engagiert sich stark in der Prävention. Sie nutzt soziale Medien, um in Videos über die Gefahren an Bahnanlagen aufzuklären. Diese Kampagnen sollen Jugendliche direkt erreichen und ihnen die gravierenden Konsequenzen solcher Handlungen vor Augen führen. Es geht darum, das Bewusstsein für die Lebensgefahr zu schärfen und zu verhindern, dass weitere junge Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen.
Experten weisen darauf hin, dass Jugendliche in diesem Alter oft die Konsequenzen ihres Handelns nicht vollständig überblicken. Der Wunsch nach Anerkennung, Nervenkitzel oder die Nachahmung von Online-Trends überwiegen manchmal die Vernunft. Eltern und Schulen spielen eine entscheidende Rolle, um über diese Risiken aufzuklären und Alternativen für den Nervenkitzel aufzuzeigen.
Appelle an die Öffentlichkeit
Die Bundespolizei richtet ihren Appell nicht nur an die direkt Betroffenen, sondern an die gesamte Gesellschaft. Jeder, der eine Person in einer gefährlichen Situation an Bahnanlagen beobachtet, sollte umgehend die Polizei informieren. Eine schnelle Reaktion kann Leben retten. Bahnanlagen sind Hochrisikobereiche, die nur von befugtem Personal betreten werden dürfen. Die Gefahren durch fahrende Züge, Strom und die Infrastruktur sind enorm und oft unsichtbar.
Es ist entscheidend, dass die Botschaft der Gefahr klar und deutlich ankommt. Das Leben ist keine Mutprobe, die auf Kosten der eigenen Sicherheit ausgetragen werden sollte. Die tragischen Unfälle der Vergangenheit müssen als Mahnung dienen, um zukünftige Katastrophen zu verhindern.





