Die traditionelle Silvesterknallerei hat in Kaiseraugst zu erheblichen Beschwerden geführt. Eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern äusserte ihren Unmut über Lärm, Sachbeschädigungen und die Missachtung von Sicherheitsvorschriften. Gemeindeammann Jean Frey hat die Anliegen aufgenommen und kündigt eine baldige Behandlung des Themas im Gemeinderat an, wobei ein kommunales Feuerwerksverbot zur Debatte steht.
Wichtige Punkte
- Zahlreiche Beschwerden über Silvesterknallerei in Kaiseraugst.
- Sachbeschädigungen an öffentlichem Eigentum, wie Abfalleimern und Briefkästen.
- Diskussion über ein mögliches Feuerwerksverbot im Gemeinderat.
- Drei Optionen stehen zur Debatte: Beibehaltung, Teilverbot oder vollständiges Verbot.
- Bürger fordern seit Jahren wirksame Massnahmen gegen die Lärmbelästigung und Gefahren.
Zunehmender Ärger über Silvesterfeuerwerk
Die Silvesternacht in Kaiseraugst war für viele Anwohner von starkem Feuerwerkslärm und Böllern geprägt. Besonders in dicht besiedelten Gebieten wie der Siedlung Liebrüti kam es zu gefährlichen Situationen. Ein Anwohner, der anonym bleiben möchte, beschreibt die Lage als besonders schlimm in diesem Jahr. Er befürchtet Brände und Personenschäden, da Sicherheitsvorschriften oft ignoriert würden.
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen den Lärm, sondern auch gegen die mangelnde Rücksichtnahme. Viele Tierbesitzer leiden unter den Auswirkungen der Knallerei. Ihre Haustiere reagieren oft panisch auf die lauten Geräusche. Trotz wiederholter Aufrufe und Warnungen in den Vorjahren scheint sich die Situation nicht zu verbessern.
Faktencheck
- Öffentliche Abfalleimer und Briefkästen wurden durch Böller beschädigt.
- Tierbesitzer beklagen die Panikreaktionen ihrer Haustiere auf den Lärm.
- In Baselbieter Gemeinden und im aargauischen Siglistorf gibt es bereits Feuerwerksverbote.
Gemeinderat nimmt sich des Themas an
Der Unmut in der Bevölkerung ist dem Gemeinderat Kaiseraugst nicht entgangen. Gemeindeammann Jean Frey bestätigte, dass er in den letzten Tagen viele Rückmeldungen und direkte Ansprachen erhalten habe. Auch er selbst habe den Eindruck gehabt, dass in diesem Jahr aussergewöhnlich viel geknallt wurde. Dies unterstreicht die Dringlichkeit des Problems.
Frey betonte die Notwendigkeit, das Thema im Gemeinderat umfassend zu behandeln. Dabei sollen verschiedene Optionen geprüft werden. Es geht um eine langfristige Lösung, die sowohl die Interessen der Feuerwerksliebhaber als auch die der Gegner berücksichtigt. Die Schäden an öffentlichem Eigentum, wie gesprengte Abfalleimer und Briefkästen, sind ein wiederkehrendes Problem, das zusätzliche Kosten für die Gemeinde verursacht.
«Ich habe viele Reaktionen erhalten und bin in den letzten Tagen oft darauf angesprochen worden», erklärt Gemeindeammann Jean Frey. «Wir müssen das Thema im Gemeinderat aufarbeiten.»
Drei Lösungsansätze für Kaiseraugst
Im Rahmen der Diskussion im Gemeinderat stehen nach Angaben von Jean Frey drei konkrete Varianten zur Debatte. Jede dieser Optionen hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Bürger und die Tradition des Silvesterfeuerwerks. Die Entscheidung wird sorgfältig abgewogen werden müssen, um eine mehrheitsfähige Lösung zu finden.
- Beibehaltung des Status quo: Dies würde bedeuten, dass die aktuellen Regelungen unverändert bleiben. Kritiker befürchten, dass sich die Probleme dann in den kommenden Jahren wiederholen würden.
- Ein Teilverbot: Diese Option könnte beispielsweise das Zünden von Feuerwerk in bestimmten Wohngebieten oder zu bestimmten Uhrzeiten einschränken. Ein Teilverbot wäre ein Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern.
- Ein vollständiges Verbot: Ein umfassendes Feuerwerksverbot, ähnlich wie in anderen Gemeinden, würde das Problem des unkontrollierten Böllerns und der Sachbeschädigung potenziell lösen.
Gemeindeammann Jean Frey spricht sich persönlich für mindestens ein Teilverbot aus. Dies zeigt, dass auch innerhalb der Gemeindeverwaltung die Notwendigkeit von Massnahmen erkannt wird. Die Diskussionen in Kaiseraugst über Feuerwerk reichen jedoch bereits Jahre zurück, ohne dass bisher eine für die Gegner zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.
Hintergrundinformationen
Die Debatte um Feuerwerksverbote ist in vielen Schweizer Gemeinden präsent. Gemeinden wie Siglistorf im Aargau oder zahlreiche Baselbieter Gemeinden haben bereits Verbote oder strenge Einschränkungen erlassen. Oft sind die Gründe dafür Sicherheitsbedenken, Lärmbelästigung und Umweltschutz. Diese Beispiele könnten als Vorlage für Kaiseraugst dienen.
Forderungen nach wirksamen Massnahmen
Die Gegner des Feuerwerks in Kaiseraugst fühlen sich oft ignoriert. Sie argumentieren, dass die Gemeinde die Anliegen der Bevölkerung, die kein Feuerwerk wünschen, nicht ernst nehme. Als Steuerzahler müssten sie die negativen Begleiterscheinungen wie Lärm, Littering, Abfallentsorgung und Sachbeschädigungen in Kauf nehmen.
Viele Bürgerinnen und Bürger hoffen, dass der neu zusammengesetzte Gemeinderat die Situation anders bewerten und nun wirklich aktiv wird. Es besteht die Erwartung, dass wirkungsvolle Massnahmen ergriffen werden, um die Probleme rund um die Silvesterknallerei nachhaltig zu lösen. Die kommenden Gemeinderatssitzungen werden zeigen, ob Kaiseraugst einen neuen Weg einschlagen wird.
Die Kosten für die Beseitigung von Vandalismus und die Entsorgung von Feuerwerksresten belasten den Gemeindehaushalt. Ein Verbot oder Teilverbot könnte hier finanzielle Entlastung bringen. Es bleibt abzuwarten, welche der drei Varianten sich im Gemeinderat durchsetzen wird und welche Auswirkungen dies auf die Silvesterfeierlichkeiten in Kaiseraugst haben wird.





